direkt zum Inhalt

Kollath, Werner

Prof. Dr. med.

Lehr- und Forschungsgebiete:
Rassenhygiene, Ernährungswissenschaft

weitere Vornamen:
Georg
Lebensdaten:
geboren am 11.06.1892 in Gollnow (Kr. Naugard, Pommern)
gestorben am 19.11.1970 in Porza (Tessin, Schweiz)
Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater Dr. med. Georg Kollath,  Arzt
Mutter Marie Kollath, geb. Riedel

Kurzbiographie:
1911 Abitur, Stettin
1911-1920 Studium der Humanmedizin, Univ. Leipzig, Freiburg, Berlin, Kiel, Marburg
1914-1919 Teilnahme am Ersten Weltkrieg, Kanonier, später Unterarzt
1920-1922 Assistent, Psychiatrische und Nervenklinik der Univ. Marburg
1922-1923 Assistent, Sozialhygienische Akademie, Berlin-Charlottenburg
1923 kurzzeitig selbständige wiss. Arbeit in Leipzig
1923 Preußisches Kreisarztexamen
1926-1935 Privatdozent, Hygiene-Institut, ab 1932 nichtbeamteter ao. Professor für Hygiene und Bakteriologie, Univ. Breslau
1935-1945 Professor für Hygiene, Univ. Rostock
1939-1945 Wehrmacht, Arzt und Hygieniker
1945 auf Grund NSDAP-Mitgliedschaft aus Univ. entlassen [siehe Anhänge]
1945 Seuchenkommissar, anschließend Oberseuchenkommissar der Kreise Rostock, Wismar, Güstrow
1946-1947 Leiter der Hygienischen-Epidemiologischen Station (später Hygienische Zentralstelle), Rostock
1947 Flucht aus Rostock, anschließend Lebensmittelchemiker in der Bahlsen-Keksfabrik Hannover
1948-1949 Forschungsaufenthalt, Pathologisches Institut der Univ. Stockholm
ab 1949 Lehrauftrag, Univ. Freiburg, Tätigkeit als Unternehmensberater in der Lebensmittelindustrie
1951 Pensionierung aus gesundheitlichen Gründen
1951 Ruf auf Professur für Hygiene an Univ. Santiago de Chile abgelehnt
ab 1951 Vermarktung seiner Ernährungsforschungen als "Kollath-Frühstück" in Reformhäusern, weiterhin Herstellung und Vertrieb von Tierfutter und Probiotika
akademische Abschlüsse:
Promotion 1920 Dr. med., Univ. Marburg
Titel der Arbeit: Beiträge zur Pathogenese der Dystrophia adiposo-genitalis.
Habilitation 1926 Univ. Breslau
Titel der Arbeit: Vitaminsubstanz und Vitaminwirkung. Eine Studie über Zusammenhänge zwischen Mineral- und Sauerstoffwechsel, Phosphatiden und ultraviolettem Licht, geprüft an den Wachstumsbedingungen des Influenzabazillus (Bazillus Pfeiffer).

Funktionen:
1933-1934 stellv. Direktor des Hygiene-Instituts, Univ. Breslau
1935-1946 Direktor des Mecklenburgischen Landesgesundheitsamtes (späteres Medizinaluntersuchungsamt), Rostock
1936-1937 stellv. Beisitzer am Erbgesundheitsgericht Rostock
1936-1937 Leiter der Gemeinschaftsvorlesung über Erb- und Rassefragen für Mediziner über "NS-Rassengesetzgebung" und "Ursachen der Rasseverschlechterung"
ab 1937 Mitglied des Fachausschusses für Wasserwirtschaft und Landeskultur, Landesplanungsgemeinschaft Mecklenburg
ab 1940 Mitglied der Reichskulturkammer als nebenamtlicher Maler und Grafiker, massive Unterstützung durch NSDAP
1956-1970 Mitglied des wiss. Beirats der Internationalen Gesellschaft für Nahrungs- und Vitalstoff-Forschung (IVG)
ab 1964 Mitglied des wiss. Beirats des Arbeitskreises Gesundheitskunde
Ehrungen:
1951 Ehrenmitglied der Medizinischen Fakultät, Univ. Santiago de Chile
1957 Goldene Bircher-Benner-Medaille der IVG
1966 Hufeland-Medaille des Zentralverbandes der Ärzte für Naturheilverfahren

Werke (Auswahl):
Grundlagen, Methoden und Ziele der Hygiene. Eine Einführung für Mediziner und Naturwissenschaftler, Volkswirtschaftler und Techniker. Leipzig 1937.
Zur Einheit der Heilkunde. Stuttgart 1942. Faksimile-Ausgabe Stuttgart 1988.
Die Ordnung unserer Nahrung. Grundlagen einer dauerhaften Ernährungslehre. Stuttgart 1942, 17. Aufl. Stuttgart 2005. Norwegische Ausgabe Oslo 1953.
Der Vollwert der Nahrung und seine Bedeutung für Wachstum und Zellersatz. Experimentelle Grundlagen. Stuttgart 1950, 2. Aufl. Heidelberg 1983.
Zivilisationsbedingte Krankheiten und Todesursachen. Ein medizinisches und politisches Problem. Ulm 1958, 2. Aufl. 1962. Nachdruck Heidelberg 1985.
Getreide und Mensch - eine Lebensgemeinschaft. Das Getreide als unentbehrliche Grundlage für eine vollwertige Ernährung. Mit einer Studie über die Ursachen des Gebissverfalls. Bad Homburg 1964, 3. Aufl. 1980.
Die Ernährung als Naturwissenschaft. Heidelberg 1967, 2. Aufl. 1978.

Quellen:
Personalakte Werner Kollath, UAR
Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 234-238.
Reddemann, Hans: Berühmte und bemerkenswerte Mediziner aus und in Pommern. Schwerin 2003, S. 90-91.
weitere Literatur:
Warning, Herbert (Hg.): Werner Kollath. Wissenschaftliche Arbeiten. Bad Homburg 1963.
Uerckwitz, Jürgen: Die Geschichte des Hygiene-Institutes der Universität Rostock, Diss. Rostock 1969.
Kollath, Elisabeth: Werner Kollath - Forscher, Arzt und Künstler. Biographie und Werk des Ernährungsforschers. München 1973.
Melzer, Jörg: Werner Kollath 1933-1945. Dokumentensammlung und Kommentare. Hg. von der Werner-und-Elisabeth.Kollath-Stiftung. Bad Soden 2002.
Ders.: Vollwerternährung. Diätetik, Naturheilkunde, Nationalsozialismus, sozialer Anspruch. Stuttgart 2003, hier S. 207-234.
Viereck, Gunther: "Laßt das Natürliche so natürlich wie möglich" – Der Hygieniker und Ernährungswissenschaftler Werner Kollath (1892-1970). In: Boeck, Gisela Lammel, Hans-Uwe (Hg.): Die Universität Rostock in den Jahren 1933-1945, S. 107-113. (RosDok-Dokument öffnen interner Link)
Deutsches Biographisches Archiv II 740,383-385; III 502,103. (WBIS) (Link öffnen externer Link)

eingestellt / geändert:
16.07.2007,  ccwahrmann /  27.10.2014,  relhs
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Werner Kollath" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://cpr.uni-rostock.de/metadata/cpr_person_00001815
(abgerufen am 21.12.2014)
kollath_werner_pic.jpg
kollath_werner_sig.jpg