Chytraeus, David

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Chytraeus, David

 
1551-1561 Professor für christliche Katechese am Pädagogium
1561-1600 Professor der Theologie (Primarius, herzoglich)

Dokument:

Am 26. Februar 1530 in Ingelfingen geboren, nahm Chytraeus (eigentlich Kochafe) 1539 an der Universität Tübingen das Studium auf und ging 1544 an die Universität Wittenberg, wo er im Hause Philipp Melanchthons wohnte. 1551 wurde er nach Rostock an das Pädagogium der Universität berufen, wo er für die Verbesserung der humanistischen Studien und den Katechismusunterricht verantwortlich war; er las über klassische Autoren, besonders über Herodot und Thukydides, und veranstaltete grammatische und rhetorische Übungen. 1561 folgte die Promotion zum Doktor der Theologie und 1563 die Ernennung zum Professor. Über die Grenzen Mecklenburgs hinaus wurde Chytraeus durch sein umfangreiches Schrifttum bekannt, das theologische Werke, wie seine "Catechesis" und seine "Regulae vitae", ein moraltheologisches Lehrbuch, und didaktische und historische Schriften umfaßte. Weit verbreitet war seine Studienanleitung, die "Regulae studiorum". Einen Namen als Historiker machte er sich mit dem "Chronicon Saxoniae" und der Geschichte der Augsburgischen Konfession, mit der er die Reformationsgeschichtsschreibung begründete. Besondere Bedeutung erlangte Chytraeus als Universitäts-und Kirchenorganisator. Mit anderen Melanchthonschülern zusammen entwarf er 1556 ein Reformprogramm für die Universität Rostock und neue Statuten für die Theologische Fakultät, die auf lutherischen Grundsätzen fußten. Maßgeblich beteiligt war er auch am Abschluß der "Formula Concordiae" von 1563, einer Vereinbarung zwischen den Landesherren und dem Rat der Stadt über Struktur und finanzielle Absicherung der Universität. Seine Erfahrungen in der Universitätsreform kamen der im Jahr 1575 gegründeten Universität Helmstedt zugute. Auch als Kirchenorganisator und Reformator genoß er hohes Ansehen: 1569 konzipierte er eine Kirchenordnung für Österreich, 1574 für die Steiermark. Bis zu seinem Tod am 25. Juni 1600 in Rostock zählte Chytraeus damit zu den führenden protestantischen Universitätslehrern und -reformern.

Elisabeth Brosig

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 78.


eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP  /  15.09.2016, relhs
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "David Chytraeus" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00000220
(abgerufen am 21.09.2017)