Link, Heinrich Friedrich

direkt zum Inhalt

Link, Heinrich Friedrich

Prof.
1792-1811 Professor der Naturgeschichte, Botanik und Chemie (herzoglich)

Dokument:

Am 2. Februar 1767 in Hildesheim geboren, wuchs er in der geistig anregenden Atmosphäre seiner Familie auf, der Vater war Prediger und Lehrer. Früh formte sich sein Interesse für die Natur und Naturerkenntnis. Seit 1786 studierte er Medizin und Naturwissenschaften in Göttingen, wo er 1789 nach der Promotion zum Dr. med. Privatdozent wurde. 1790 erschienen erste Arbeiten mit botanischen, geologisch-mineralogischen Themen sowie zum Verhältnis von Natur und Philosophie. 1792 nahm Link den Ruf auf die neugeschaffene Professur für Naturgeschichte, Chemie und Botanik in Rostock an. Das war hier der Beginn der Lehrstuhlgründungen für naturwissenschaftliche Disziplinen innerhalb der Philosophischen Fakultät. Er machte sich um die Begründung der Chemie an der Rostocker Universität verdient, nahm Partei für die Oxidationstheorie von Antoine Laurent Lavoisier und wandte sich gegen die Annahme der eigenständigen Existenz von Wärme, Licht, Elektrizität und Magnetismus im stofflichen Sinn, setzte sich für die neue chemische Nomenklatur ein und würdigte die Bedeutung der von J. B. Richter entwickelten Stöchiometrie für die quantitative chemische Analyse. In Rostock veröffentlichte er mehr als 30 Beiträge zu Problemen der Botanik, Zoologie, Chemie, Physik und Mineralogie. Wie seine Bemühungen um ein chemisches Labor zeigen, waren experimentelle Erfahrung, exakte Beobachtung und Messungen seine Forschungsgrundlagen und theoretische Interpretationen und Erklärungen ihm unerläßlich. Mehrfach behandelte er naturphilosophische Fragen der Wissenschaft, wobei er sich an den Ideen Immanuel Kants orientierte. Mit diesen Arbeiten begründete Link eine Tradition an der Rostocker Universität, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jhs. reichte. Welch große Bedeutung Naturbeobachtungen für ihn hatten, belegt seine Reise 1797-1799 durch Frankreich, Spanien und Portugal zum Studium der Flora, Fauna und Mineralwelt dieser Länder. 1811 ging er an die Universität Breslau, 1815 als Professor nach Berlin, wo er zugleich Direktor des Botanischen Gartens wurde. Dort ist Link am 1. Januar 1851 gestorben.

Martin Guntau

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 137.


eingestellt / geändert:
23.09.2009, klabahn  /  19.07.2018, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Heinrich Friedrich Link" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00000604
(abgerufen am 13.12.2018)