Strempel, Johann Karl Friedrich

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Strempel, Johann Karl Friedrich

Prof.
1825 Privatdozent
1826-1872 Professor der Medizin (rätliche Professur)

Dokument:

Geboren am 20. August 1800 in Bössow bei Grevesmühlen, studierte Johann Karl Friedrich Strempel Medizin in Rostock und Berlin, wo er 1822 promoviert wurde. Zunächst ließ er sich in Schwerin als praktischer Arzt nieder, siedelte dann nach Rostock über, wo er sich rasch großes Ansehen vor allem als Operateur des Schielens erwarb. 1826 übertrug ihm der Rat der Stadt eine Professur für Medizin. Da im darauffolgenden Jahr der Landesherr das alleinige Patronat der Universität übernahm, war Strempel der letzte "rätliche" Professor. Im Jahr 1828 gründete er in der Pädagogienstraße eine medizinisch-chirurgische Privatklinik, die er für die Ausbildung der Studenten nutzte und die 1836 in zwei beim Jakobikirchhof gelegene Häuser verlegt wurde. Als 1846 das von Heinrich Spitta gegründete Armenkrankenhaus an der "Grube" abgerissen werden mußte, wurden in Strempels Klinik auch Arme untergebracht, und nach Erweiterung auf 60 Betten übernahm diese dann alle Aufgaben des alten Krankenhauses. Darüber hinaus erreichte Strempel es, daß die großherzogliche Regierung das säkularisierte Vermögen der abgebrochenen Johanniskirche von 20.000 Talern und die Stadt das Gelände des ehemaligen Gertrudenfriedhofs vor dem Kröpeliner Tor für ein neues Krankenhaus zur Verfügung stellten. Diese "Medicinische und Chirurgisch-Ophtalmiatrische Klinik" wurde 1855 eröffnet, wobei die Leitung der Medizinischen Abteilung an Theodor Thierfelder überging. Krankheitshalber mußte Strempel die ihm verbliebene Chirurgische Klinik 1862 abgeben. Er starb am 29. August 1872 in Ludwigslust. An seinem Grab erklärte Konsistorialrat Krabbe: "Er wußte, welchen mächtigen Aufschwung die naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen genommen hatten und wie an unserer Hochschule auch noch nicht die Anfänge derjenigen Institute sich fanden, welche ihrer Förderung und praktischen Verwertung dienen sollten. Da hat er es zur Arbeit seines amtlichen Lebens gemacht, diese hervorzurufen und immer wieder die eingehende Pflege der Hochschule und ihrer Notwendigkeit und Unerläßlichkeit zu befürworten und zu vertreten".

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 138.


eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn  /  19.07.2018, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Johann Karl Friedrich Strempel" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00001073
(abgerufen am 22.01.2022)