Matthiessen, Ludwig

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Matthiessen, Ludwig

Prof.
1874-1905 o. Professor der Physik

Dokument:

Ludwig Heinrich Friedrich wurde am 22. September 1830 in Fissau bei Eutin geboren, studierte an der Universität Kiel die Naturwissenschaften in ihrer ganzen Breite, wobei sein besonderes Interesse der Mathematik und Physik galt, und wurde 1857 mit dem Thema "Über die Gleichgewichtsfiguren homogener frei rotierender Flüssigkeiten" promoviert. 1859 nahm er eine Stelle als Lehrer am Gymnasium in Jever und später in Husum an. Im Alter von 43 Jahren erhielt Matthiessen 1873 die Berufung auf die Professur für Physik an die Universität Rostock, die er zum 1. April 1874 antrat. Während seiner langjährigen Tätigkeit an der Universität vertrat er das Fachgebiet Physik zum erstenmal als eigenes Lehrfach, begründete mit bescheidenen Mitteln das physikalische Institut im Haus hinter dem Universitätshauptgebäude und führte in Gemeinschaft mit dem Ordinarius für Mathematik ab 1879 das mathematisch-physikalische Seminar durch. Das wissenschaftliche Werk Matthiessens beeindruckt durch seinen Umfang und seine Vielschichtigkeit. Er beschäftigte sich einerseits mit dem "Grundriß der Dioptrik geschichteter Linsensysteme" (1877) in fruchtbarer Zusammenarbeit mit dem Ophthalmologen Wilhelm von Zehender und dem Chemiker Oscar Jacobsen. In diesem Zusammenhang stand auch eine Forschungsreise im Sommer 1890 ins nördliche Eismeer zu verschiedenen Fangstellen von Walen und Robben. Andererseits stammt aus seiner Feder eine geradezu monumentale Zusammenfassung der "Grundzüge der antiken und modernen Algebra" (1878). Matthiessen starb in Rostock am 14. November 1906.

Reinhard Mahnke

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 169.


eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP  /  24.07.2018, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Ludwig Matthiessen" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00001097
(abgerufen am 20.09.2019)