Langendorff, Oskar

direkt zum Inhalt

Langendorff, Oskar

 
1892-1908 o. Professor der Medizin/Physiologie

Dokument:

Langendorff wurde am 1. Februar 1853 in Breslau geboren, immatrikulierte sich 1871 an der Universität Breslau für das Studium der Medizin, ging 1874 nach Berlin und beendete sein Studium 1875 in Freiburg im Breisgau, wo er mit "summa cum laude" promoviert wurde. Im gleichen Jahr begann seine Assistententätigkeit in Königsberg (Ostpreußen), wo er sich 1879 bei L. Hermann (gest. 1914) für Physiologie habilitierte und 1884 zum außerordentlichen Professor berufen wurde. 1892 folgte er nach Auberts Tod dem Ruf als Direktor des Instituts für Physiologie nach Rostock. Langendorff war ein gewandter und sorgfältiger Experimentator, der mit seiner Arbeit weite Gebiete der Physiologie befruchtet hat. Am bekanntesten sind heute die von ihm erarbeiteten Methoden der Isolation des schlagenden Warmblüterherzens. Die von ihm geklärten Fragen der Herzautomatik sind in unserem Jahrhundert zur Voraussetzung für die Entwicklung der Behandlung mit künstlichen Herzschrittmachern geworden. Daneben hat er Probleme der Atmungs- und Verdauungsphysiologie bearbeitet, sich mit dem Nachweis der Säurebildung im Gehirn, dem sympathischen Nervensystem, den peripheren Ganglien und der Verbesserung allgemeiner Registriermethoden beschäftigt, so daß er bereits 1886 zum Mitglied der Leopoldina in Halle gewählt wurde. Außerdem gehörte er der Academia medicochirurgica in Perugia und der Internationalen Assoziation des Institut Marey in Paris an. Langendorff starb in Rostock am 10. Mai 1908.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 181.


eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn  /  19.07.2018, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Oskar Langendorff" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00001109
(abgerufen am 25.03.2019)