Helm, Rudolf

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Helm, Rudolf

Prof.
1909-1937 o. Professor für Klassische Philologie
1947-1948 o. Professor für Klassische Philologie

Dokument:

Helm, geboren in Berlin am 2. März 1872, besuchte dort das Wilhelmsgymnasium und studierte an der Berliner Universität 1889-1892 klassische Philologie. Geprägt von Ulrich von Wilamowitz-Moellendorff und Hermann Diels, wurde er 1893 von Johannes Vahlen promoviert. 1897 schlug er mit der Übernahme der Assistentur am Institut für Altertumskunde in Berlin den Weg in die Wissenschaft ein. Der Habilitation im Jahr 1899 und der Ernennung zum Professor für klassische Philologie in Berlin schloß sich 1909 der Ruf als Ordinarius nach Rostock an. 1937 wurde er zwangsweise entpflichtet wegen seiner jüdischen Ehefrau. Helm prägte für Jahrzehnte die klassische Philologie an der Universität Rostock. Er war ein beliebter akademischer Lehrer; auch war er bemüht, über den universitären Rahmen hinaus zu wirken und entfaltete soziales Engagement für die Studentenschaft, etwa in Form der Leitung des Vereins "Studentenheim". Sein Lebenslauf wurde entscheidend von den politischen Bewegungen des 20. Jhs. bestimmt: National-konservativ und monarchistisch geprägt, lehnte er die Weimarer Republik ab. Wie große Teile der Studenten- und Professorenschaft unterstützte auch Helm den Kapp-Putsch im März 1920, in dessen Verlauf er die Telegrammzensur in Rostock ausübte, was das Ministerium in Schwerin zum Einspruch gegen die Übernahme seines ersten Rektorats bewog. In den dreißiger Jahren geriet er zwischen die Fronten von demokratischen und nationalsozialistischen Gruppen; seine konservative und zugleich humanistisch beeinflußte Grundhaltung war unvereinbar mit dem Nationalsozialismus. Nachdem bereits 1933 seine Vorlesungen gestört worden waren und er in "Schutzhaft" genommen war, folgte 1937 seine Zwangsemeritierung. Nach dem Krieg nahm er die Lehrtätigkeit in Rostock und Greifswald wieder auf und wurde im April 1959 als Emeritus in die Freie Universität Berlin aufgenommen. In Berlin starb er am 29. November 1966. Helm hinterließ ein stupendes wissenschaftliches Werk, das von Lehrbüchern für das Griechische und Lateinische bis zu Übersetzungen mittellateinischer Texte reicht. Sein Hauptforschungsgebiet war die Literatur der spätrömischen und frühchristlichen Zeit; bis heute nachwirkend sind seine Apuleius-Ausgaben und eine Monographie zum antiken Roman.

Thomas Elsmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 202.


eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP  /  11.09.2015, relhs
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Rudolf Helm" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00001140
(abgerufen am 24.11.2017)