Frieboes, Walter

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Frieboes, Walter

Prof.
1914-1919 ao. Professor für Dermatologie
1919-1932 o. Professor für Dermatologie und Histologie

Dokument:

Walter Martin Egon Oswald Frieboes wurde am 22. Dezember 1880 in Gotha geboren. Nach dem Abitur in Freienwalde an der Oder studierte er in Rostock, Würzburg und Berlin Medizin, wurde 1907 in Rostock promoviert und war anschließend zunächst in freier Praxis tätig. 1909 begann er die dermatologische Facharztausbildung an den Universitätskliniken Berlin, Rostock und Bonn, wo er sich 1912 über die Spieglerschen Zylindrome habilitierte und deren trichoepitheliale Histogenese begründete. Im Jahr 1914 erhielt er den Ruf auf den Rostocker Lehrstuhl für Dermatologie. Hier schrieb er seinen "Grundriß der Histopathologie der Hautkrankheiten" (1920, 2. Aufl. 1924). Obwohl seine darin vorgetragenen Auffassungen keine allgemeine Anerkennung fanden, haben sie doch sehr anregend gewirkt und eine große Zahl vortrefflicher Arbeiten ausgelöst. Aus der Rostocker Zeit stammen außerdem der von ihm zusammen mit dem Ordinarius für Zahnmedizin Hans Moral (gest. 1933) herausgegebene "Atlas der Mundkrankheiten" (1924). Im Jahr 1932 nahm Frieboes einen Ruf an die Universität in Berlin an. Unter der Hitlerdiktatur gestalteten sich dort die Arbeitsbedingungen immer schlechter, und gegen Ende des zweiten Weltkriegs war die "nicht kriegswillige" Hautklinik weitgehend zerstört. Dennoch hielt Frieboes bis zur Besetzung der Reichshauptstadt in seiner Klinik aus und schied dann im Charit‚-Gelände am 2. Mai 1945 freiwillig aus dem Leben. Seine letzte, unvollendete Arbeit, der "Atlas der Haut- und Geschlechtskrankheiten" wurde von seinem Nachfolger Walther Schönfeld (gest. 1977) fertiggestellt und 1949 unter beider Namen veröffentlicht.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 209.


eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP  /  16.10.2018, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Walter Frieboes" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00001170
(abgerufen am 21.10.2018)