Fischer, Walther

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Fischer, Walther

Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult.
1922-1946 o. Professor für Anatomische Pathologie

Dokument:

Walther Conrad Johann Fischer wurde am 27. Dezember 1882 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur in Tübingen im Jahr 1900 und Studium in Tübingen, Leipzig und Kiel sowie der Promotion in Tübingen 1906 war er von 1907 bis 1913 Assistent an den Pathologischen Instituten in Königsberg, Tübingen, Freiburg und Göttingen, wo er sich 1911 habilitierte. Von 1913 bis 1919 war er an der Deutschen Medizinschule für Chinesen in Shanghai als Privatdozent tätig, von 1919 bis 1922 als Professor für Pathologie in Göttingen und Bonn, anschließend bis 1946 als Direktor des Rostocker Instituts für Pathologie. In Rostock, wo seine am 27. Februar 1926 gehaltene Rektoratsrede "Die Krankheitsanschauung der Romantik" große Aufmerksamkeit fand, lag sein wissenschaftliches Betätigungsfeld vor allem auf dem Gebiet der Geschwulstforschung. Anhand des umfangreichen statistischen Materials der "Rostocker Krebsstatistik" konnte er 1936 den Anteil der Krebstodesfälle erstmals mit 16% angeben - ein Wert, der sich seither kaum geändert hat. Mit seinen Mitarbeitern analysierte er Organ-, Alters- und Rassengebundenheit der Tumoren und studierte eingehend die Metastasierungsmechanismen. Auch wurde an seinem Institut in gewissem Umfang experimentelle Geschwulsterzeugung betrieben. Seinen berühmten Überblick über die Entwicklung der Onkologie in 100 Jahren legte Fischer 1948 bereits von Jena aus vor, wohin er mittlerweile gewechselt war. Daneben sind als weitere Arbeitsgebiete die Pathologie von Infektion und Entzündung sowie die Gefäß- und Nierenpathologie zu nennen. Auch des Gebiets der Zahnheilkunde hat er sich als erster Pathologe in Rostock angenommen. Mit einer Reihe allgemeinpathologischer und -medizinischer Abhandlungen wie "Ernährung als Krankheitsursache", "Über die Bedeutung von Diagnosen" und "Über die Grenzen der pathologisch-anatomischen Diagnose" schloß Fischer 1946 sein Wirken in Rostock ab, um den Lehrstuhl für Pathologie der Universität Jena zu übernehmen. Nach seiner Emeritierung 1953 war er noch jahrelang beim VEB Jenapharm als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Fischer starb am 27. Juli 1969 in Göttingen.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 206.


eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP  /  18.08.2015, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Walther Fischer" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00001175
(abgerufen am 20.07.2018)