Walden, Paul

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Walden, Paul

Prof.
1919-1934 o. Professor für Anorganische Chemie

Fakultät:
1919-1934 Philosophische Fakultät
Institut:
Chemisches Institut
Lehr- und Forschungsgebiete:
Physikalische und Organische Stereochemie; Elektrolyse-, Osmose-, Oberflächenspannungsforschung; Chemie der freien Radikale
Fachgebiet:
35 Chemie

Lebensdaten:
geboren am 26.07.1863 in Vorwerk Pipen in Rosenbeck (Livland)
gestorben am 22.01.1957 in Gammertingen (Württemberg)
Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater Johann Walden (1816-1867),  Bauer
Mutter Anna Kreischmann (1818-1870(?))

Kurzbiographie:
1882 Abitur, Riga
1882-1889 Studium der Chemie, Physik und Mathematik am Polytechnikum Riga
1890-1891 Studium der Chemie, Univ. Leipzig
1893 Studium der Chemie, Univ. München
1896-1919 o. Professor für Allgemeine Chemie, Baltische Hochschule Riga
1915-1918 Leitung der Evakuierung der Hochschule Riga nach Moskau, 1918 Rückführung; gleichzeitig Dozent für Chemie, Univ. Moskau
1919 Auflösung der Reichsdeutschen Baltischen Hochschule Riga
1919-1934 o. Professor für Anorganische Chemie, Univ. Rostock
1927-1928 Gastprofessor, Univ. Ithaca (New York, USA)
1933 Emeritierung, mit Weiterführung der Amtsgeschäfte bis 1934 betraut
1942 ausgebombt, Umzug von Rostock nach Berlin, 1943 Umzug nach Bühl (Schwarzwald)
1942-1944 Gastvorlesungen zur Geschichte der Chemie, Univ. Frankfurt am Main und ab 1944 Tübingen
1947, 1950-1953 Gastprofessor, Univ. Tübingen
in den Vorlesungsverzeichnissen der Univ. Rostock bis zu seinem Tod als Mitglied des Lehrkörpers gezählt [siehe Anhang]
akademische Abschlüsse:
Studium 1889 Dipl.-Ing.-Chemiker, Baltische Hochschule Riga
Promotion 1891 Dr. phil., Univ. Leipzig
Titel der Arbeit: Über die Affinitätsgrößen einiger organischer Säuren und ihre Beziehungen zur Konstitution derselben.
Studium 1893 Magister chem., Univ. Odessa
Promotion 1898 Dr. chem., Univ. St. Petersburg
Titel der Arbeit: Materialien zum Studium der optischen Isometrie.

akademische Selbstverwaltung:
1919-1934 Institutsdirektor
1919-1934 Leiter der Anorganischen und Pharmazeutischen Abteilung des Chemischen Instituts
1919-1934 Leiter der Physiko-Chemischen Abteilung des Chemischen Instituts
1922-1923 Dekan
Funktionen:
1899-1919 Direktor des Chemischen Instituts, Baltische Hochschule Riga
1901-1906, 1916-1918 Rektor, Baltische Hochschule Riga
ab 1910 Direktor des Chemischen Laboratoriums der Kaiserlichen Akademie der Wissenschaften St. Petersburg
1919 stellv. Rektor, Reichsdeutsche Baltische Hochschule Riga
1919 Leiter des Departements für Wissenschaft und Hochschulen des Ministeriums für Aufklärung der Republik Lettland
ab 1940 Vertrauensmann des Reichserziehungsministeriums für deutsch-russische Wissenschaftsbeziehungen auf dem Gebiet der Chemie
Vizepräsident der Deutschen Chemischen Gesellschaft
wissenschaftliche Mitgliedschaften:
ab 1928 Königliche Akademie der Wissenschaften Stockholm
ab 1932 Akademie der Naturforscher Leopoldina
Kaiserliche Akademie der Wissenschaften St. Petersburg
korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften Paris
korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften Genf
korrespondierendes Mitglied der Akademie der Wissenschaften Göttingen
Ehrungen:
1907 Wirklicher Staatsrat
1907 Russische Exzellenz
1912 Ehrenmitglied der Chemical Society London
1928 Ehrenmitglied der Akademie der Wissenschaften Leningrad
1929 Ehrenmitglied des Vereins Deutscher Chemiker
1929 Dr.-Ing. h. c., TH Stuttgart
1929 Leblanc-Medaille der Französischen Chemischen Gesellschaft
1931 Ehrenmitglied der Gesellschaft für Geschichte der Naturwissenschaften, Medizin und Technik Berlin
1932 Ehrenmitglied der finnischen Akademie der Wissenschaften
1932 Dr. med. h. c., Univ. Rostock
1933 Ehrenmitglied der Naturforschenden Gesellschaft Rostock
1933 Ehrenmitglied der Deutschen Bunsen-Gesellschaft
1934 Dr. sc. h. c., Univ. Madrid
1934 Goethe-Medaille für Wissenschaft und Kunst
1943 Ehrenmitglied der Akademie der Naturforscher Leopoldina
1950 Dr. rer. nat. h. c., Univ. Tübingen
sechsmalige Nominierung für den Nobelpreis (1914, 1918, 1920, 1927, 1928, 1934)

Werke (Auswahl):
Mitarbeit an: Bischoff, Carl Adam (Hg.): Handbuch der Stereochemie. Frankfurt am Main 1894.
Wilhelm Ostwald - mit zwei Heliogravüren und einer Bibliographie. Leipzig 1904.
Die Lösungstheorien in ihrer geschichtlichen Aufeinanderfolge. Stuttgart 1910.
(Hg.): Handbuch der allgemeinen Chemie. Leipzig 1914.; Teil 4: Das Leitvermögen der Lösungen (2 Teile). Leipzig 1924.
Optische Umkehrerscheinungen. Waldensche Umkehrung. Braunschweig 1919.
Molekulargrößen von Elektrolyten in nichtwässerigen Lösungsmitteln. Zur Kenntnis der Polymerie, Assoziation und Autokomplexbildung von Salzen, Säuren und Basen. Dresden 1923.
Chemie der freien Radikale. Entwicklungsgang und gegenwärtiger Zustand der Lehre von den freien Radikalen. Leipzig 1924.
Elektrochemie nichtwässriger Lösungen. Leipzig 1924. (= Band 13 Handbuch der angewandten physikalischen Chemie in Einzeldarstellungen)
Geschichte der organischen Chemie seit 1880. Berlin 1941. (= Band 2 Geschichte der organischen Chemie) Reprint Berlin 1972, 1990, 1991.
Drei Jahrtausende Chemie. Berlin 1944.
Geschichte der Chemie. Bonn 1947, 2. Aufl. 1950. Französische Ausgabe Paris 1953.

Quellen:
Personalakte Paul Walden, UAR
Walden, Paul: Wege und Herbergen - mein Leben. Wiesbaden 1974.
Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 422-423.
Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Bd. 5, Rostock 2009, S. 308-310.
weitere Literatur:
Lockemann, Georg: Paul von Walden zum neunzigsten Geburtstag am 26. Juli 1953. In: Chemiker-Zeitung 77 (1953) 14, S. 467-494.
Zott, Regine (Hg.): Wilhelm Ostwald und Paul Walden in ihren Briefen. Berlin 1994.
Deutsches Biographisches Archiv II 1359, 270-288; III 960, 243-251. (WBIS)
Internet-Ressourcen:

eingestellt / geändert:
12.01.2010, mglasow  /  29.09.2015, relhs
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Paul Walden" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00002667
(abgerufen am 24.11.2017)