Neseni, Raimund

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Neseni, Raimund

Prof. Dr. med. vet. Dr. h. c.
1952-1955 Professor mit Lehrstuhl für Anatomie und Physiologie der Haustiere

Dokument:

Raimund Neseni wurde am 19.4.1888 in Böhmisch-Kamnitz (Kreis Tetschen-Bodenbach) als Sohn des Landwirtes Raimund Neseni und seiner Ehefrau Amalia (geb. Weigel) geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule 1894–1902 war er seit 1902 Schüler an der Staatsrealschule in Leitmeritz und legte dort 1906 die Reifeprüfung ab. Anschließend ging er nach Wien, um dort bis 1910 an der Tierärztlichen Hochschule zu studieren. Hier erhielt er das tierärztliche Diplom am 10.3.1911. Zwei Monate später trat Neseni seinen aktiven Militärdienst in der österreichisch-ungarischen Armee an, hatte aber dennoch die Möglichkeit, 1913 mit seiner Arbeit "Über Glukuronsäuren im Rinderharn" an der Tierärztlichen Hochschule in Wien zu promovieren.

Im Februar 1919 kehrte Neseni als Kreistierarzt nach Tartlau (Rumänien, Kom. Kronstadt) zurück, übersiedelte aber umgehend mit seiner Familie in seine Heimatstadt Böhm.Kamnitz, um dort die Stelle des Gemeindetierarztes und ab 1920 die des Schlachthofdirektors zu übernehmen, welche er bis Ende September 1942 inne hatte. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Publikationen über Probleme der Seuchenbekämpfung und Lebensmittelhygiene. Am 1.7.1942 wurde Neseni zum ordentlichen Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Tetschen-Liebwerd (landwirtschaftliche Abteilung der Technischen Hochschule in Prag) ernannt und hielt dort die Vorlesungen über Anatomie und Physiologie der Haustiere, Tierheilkunde, Tierernährung und Fütterungslehre sowie vertretungsweise über Milchwirtschaft ab. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits 10 Jahre als Lehrbeauftragter an der Landwirtschaftlichen Hochschule Tetschen-Liebwerd tätig gewesen.

Am 1.6.1945 schloss die Hochschule, so dass Raimund Neseni seines Dienstes enthoben wurde. Zunächst betrieb er eine Privatpraxis in Böhm.Kamnitz, wurde dann jedoch evakuiert und wanderte nach Bützow/Meckl. aus. Im Jahre 1948 berief ihn die damalige Zentralforschungsanstalt für Tierzucht in Dummerstorf als Leiter der Abteilung für Ernährungsphysiologie und Veterinärwesen. Nach der Übernahme von Lehraufträgen für Milchwirtschaft 1949 und Physiologie 1951 an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Rostock folgte er 1952 der Berufung zum Professor mit Lehrstuhl für Anatomie und Physiologie der Haustiere und wurde 1953 zum Direktor des Instituts für Anatomie und Physiologie der Haustiere der Universität Rostock ernannt, so dass er seine Tätigkeit in Dummerstorf lediglich nebenamtlich ausführte.

Prof. Raimund Neseni wurde am 1.9.1955 emeritiert, dennoch leitete er bis 1962 das Institut für Anatomie und Physiologie der Haustiere kommissarisch weiter und nahm die Ausbildung der Studenten als Lehrbeauftragter für Anatomie und Physiologie der Haustiere und Lehrauftrag für Milchwirtschaft wahr.
Raimund Neseni verstarb am 23.12.1970 im Alter von 82 Jahren in Rostock. Aus seiner Feder stammen 118 wissenschaftliche Publikationen, Handbucheinträge und Fortschrittsberichte, die eine erstaunliche Vielseitigkeit dokumentieren. Der Hauptteil seiner Arbeiten ist den Problemen der Milchgewinnung, der Ernährungsphysiologie und der Lebensmittelhygiene gewidmet.

1959 wurde Raimund Neseni mit dem Titel "Verdienter Tierarzt" geehrt. 1961 erhielt er den Titel des Oberveterinärarztes. Ebenfalls 1961 verlieh ihm seine Wiener Lehrstätte das Goldene Tierärztediplom und 1963 das Goldene Doktor-Diplom. Im selben Jahr zeichnete ihn die Universität Rostock mit dem Ehrendoktortitel Dr. agr. aus.
Neseni war von 1939 bis 1945 Mitglied der NSDAP, sowie im NSKK (Nationalsozialistischer Kraftfahrkorps) als Referent für Verkehr und im NSDB (Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund) als Referent für Nachwuchsförderung tätig. Ab 1946 war er Mitglied des FDGB und seit 1947 Mitglied der LDP.

 
Änne Harms, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

eingestellt / geändert:
22.02.2010, mglasow  /  13.08.2018, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Raimund Neseni" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00002679
(abgerufen am 23.05.2019)