Schilling, Viktor

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Schilling, Viktor

Prof. Dr. med. Dr. med. h. c.
1941-1946 o. Professor für Innere Medizin
1948-1957 Professor mit Lehrstuhl für Innere Medizin

Fakultät:
1941-1946 Medizinische Fakultät
1948-1957 Medizinische Fakultät
Institut:
Medizinische Univ.-Klinik
Lehr- und Forschungsgebiete:
Hämatologie: Erythrocyten, Erythrokonten, Erythromiten, erythrozytäre Parasiten, Eperythrozoon, Bartonella muris musculi, Anämieformen, Genese und Therapie der Perniziosa, Leukozyten, Monozyten
Fachgebiet:
44 Medizin

weitere Vornamen:
Theodor Adolf Georg
Lebensdaten:
geboren am 28.08.1883 in Torgau (Preußen)
gestorben am 30.05.1960 in Rostock
Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater Dr. Rudolf Schilling (1850-1890),  Generalarzt
Mutter Ernestine Schilling (1856-1927), geb. Blech

Kurzbiographie:
1903 Abitur, Allenstein (Ostpreußen)
1904-1909 Studium der Medizin, militärärztliche Kaiser-Wilhelm-Akademie, Univ. Berlin
1909-1910 Einjährig-Freiwilliger
1909-1914 Militärarzt, Hannover
1910-1913 wiss. Assistent, Schiffs- und Tropeninstitut, Hamburg
1913-1914 Ausbildung zum Korps-Hygieniker, Hannover
1914-1918 Kriegseinsatz als Stabsarzt: Chefarzt, Metz (Frankreich), Korps-Hygieniker, Galizien und Russland, Armee-Etappen-Hygieniker, Aleppo (Syrien)
1921-1934 Privatdozent für Innere Medizin, ab 1922 ao. Professor, ab 1933 o. Professor, I. Medizinische Univ.-Klinik, Charité Berlin
1934-1941 o. Professor für Innere Medizin, Medizinische Univ.-Klinik Münster
1937-1939 Disziplinarverfahren, Entbindung von leitender Tätigkeit, Einstellung des Verfahrens, schließlich Verweis aus Münster als Strafe, 1941 Zwangsversetzung nach Rostock [siehe Anhang]
1939-1945 Oberstabsarzt, Wehrmacht, bis 1941 Leiter, Zentrallaboratorium für Bluttransfusionen, Institut Robert Koch und Lehrer, Militärärztliche Akademie, Berlin
1941-1946, 1948-1957 Professor, Medizinische Univ.-Klinik Rostock
1946 aufgrund NSDAP-Mitgliedschaft entlassen, 1947 Ausstellung der politischen Unbedenklichkeitsbescheinigung [siehe Anhang]
1957 Emeritierung
akademische Abschlüsse:
Promotion 1909 Dr. med., Univ. Berlin
Titel der Arbeit: Zur Morphologie, Biologie und Pathologie der Kupferschen Sternzellen, besonders der menschlichen Leber.
Habilitation 1921 (Innere Medizin), Univ. Berlin
Titel der Arbeit: Die Zelltheorie des Erythrocyten als Grundlage der klinischen Wertung anämischer Blutbefunde.

akademische Selbstverwaltung:
1941-1946 Klinikdirektor
1946-1948 kommissarischer Klinikdirektor
1948-1957 Klinikdirektor
Funktionen:
1932-1934 stellv. Klinikdirektor, ab 1933 Klinikdirektor, Charité Berlin
1934-1941 Klinik- und Poliklinikdirektor, Univ. Münster
ab 1938 Mitherausgeber "Folia Haematologica"
1949-1952 Vorsitzender, Medizinische Gesellschaft, Rostock
1951-1959 Vorsitzender, Medizinisch-Wissenschaftliche Gesellschaft für Innere Medizin und Kinderheilkunde, Rostock
ab 1951 Mitglied im Wiss. Senat, Gesundheitsministerium, Berlin
1952-1960 Mitbegründer und Vorsitzender, Deutsche Hämatologische Gesellschaft der DDR
1955-1957 Mitglied im Wiss. Beirat für Medizin, Staatssekretariat für Hochschulwesen der DDR
Mitglied im Wiss. Senat des Heeressanitätswesens
wissenschaftliche Mitgliedschaften:
Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin
Nordwestdeutsche Gesellschaft für Innere Medizin
Fachausschuss für Geschwulstbekämpfung
Deutsche Gesellschaft für Kreislaufforschung
Deutsche Tropenmedizinische Gesellschaft
Ehrungen:
1953 Hervorragender Wissenschaftler des Volkes
1955 Vaterländischer Verdienstorden in Bronze
1958 Vaterländischer Verdienstorden in Silber (für hervorragende wiss. Leistungen auf dem Gebiet der Hämatologischen Forschung und Tropenmedizin)
1957 Bernhard-Nocht-Medaille
1960 Ehrenpräsident, Deutsche Hämatologische Gesellschaft
1968 Dr. med. h. c., Univ. Rostock

Werke (Auswahl):
Das Blutbild und seine klinische Verwertung (mit Einschluß der Tropenkrankheiten und der Organpunktionsbefunde). Kurzgefaßte technische, theoretische und praktische Anleitung zur mikroskopischen Blutuntersuchung, Jena 1912, 12. Aufl. 1943.
Angewandte Blutlehre für die Tropenkrankheiten, Leipzig 1914.
Blut und Trauma. Praktische und gutachtliche Anwendung der Blutuntersuchungen auf dem Gebiete der Unfall-, Gewerbe-, Versicherungs- und Versorgungsmedizin, Jena 1932.
Blut und Erbe. Über die Eigenschaften des Blutes, seine Aufgaben im menschlichen Körper und über seine Rolle als Vererbungsträger mit Einschluß der erblichen Blutkrankheiten, Hamburg 1936.
Anleitung zur Diagnose im dicken Blutstropfen. Für Ärzte und Studierende, Jena 1917, 6. Aufl. 1951.
Praktische Blutlehre. Ein Ausbildungsbuch für prinzipielle Blutbildverwertung in der Praxis, Jena 1922, 16. Aufl. 1959.
Das Guttadiaphot. Nach Meyer-Bierast-Schilling. Ein neues Verfahren zum Nachweis von krankem Blut für Klinik und Praxis. Mit 4 Abbildungen im Text und 2 farbigen Tafeln, Jena 1929.

Quellen:
Personalakte Viktor Schilling, UAR
Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 351-354.
weitere Literatur:
Hirscher, Herbert: Festschrift zum 70. Geburtstag von Prof. Dr. Viktor Schilling, Leipzig 1955.
Dutz, Harald: Victor Schilling, in: Das deutsche Gesundheitswesen Bd. 15 (1960) 26, S. 1390-1391.
Bast, Günter: Viktor Schilling 1883-1983. Selbstzeugnisse und Erinnerungen an den Altmeister der morphologischen Hämatologie, in: Folia haematologica Leipzig. Internationales Magazin für klinische und morphologische Blutforschung Bd. 110 (1983) 5, S. 617-629.
Bast, Günter: Prof. Dr. h. c. Viktor Schilling. 28.8.1883-30.5.1960. Zum Gedenken, in: Folia haematologica Leipzig. Internationales Magazin für klinische und morphologische Blutforschung Bd. 77 (1960) 4, S. 393-395.
Westphal, Otto-Rudolf: In memoriam Victor Schilling, in: Forschungen und Fortschritte Bd. 34 (1960) 11, S. 347-348.
Meisel, Stefan: Prof. Dr. Dr. h. c. Viktor Schilling (1883-1960). Leben und Werk unter besonderer Beachtung der Rostocker Periode. Diss., Univ. Rostock 1999.
Teichmann, Werner: Art. Schilling, Viktor. In: Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Bd. 2, Rostock 1999, S. 227-231.
Deutsches Biographisches Archiv II 1146, 366-373; III 797, 154-155.
Internet-Ressourcen:

eingestellt / geändert:
06.04.2011, nhapp  /  12.06.2014, mschabacker
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Viktor Schilling" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00003110
(abgerufen am 12.12.2017)