Boehm, Hermann

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Boehm, Hermann

Prof. Dr. med.
1938-1943 o. Honorarprofessor für Erb- und Rassenpflege sowie Vererbungslehre

Fakultät:
1938-1943 Medizinische Fakultät
Fachgebiet:
44 Medizin

weitere Vornamen:
Hermann Alois
Lebensdaten:
geboren am 27.10.1884 in Fürth (Franken)
gestorben am 07.06.1962 in Gießen
Konfession:
katholisch
Familie:
Vater Arzt

Kurzbiographie:
1903-1910 Studium der Humanmedizin, Univ. München
1903-1904 Einjährig-Freiwilliger
1911-1915 Assistenzarzt an Pathologischen Instituten der Univ. München, Jena, Göttingen
1915-1919 Teilnahme am Ersten Weltkrieg als Lazarett-, Truppen- und Zivilarzt
ab 1919 Assistenzarzt, Pathologisches Institut, Univ. München
1923 Beteiligung am Hitler-Putsch in München
ab 1933 Leiter der Abteilung für Vererbungslehre und Rassenhygiene beim NS-Reichsausschuss für Volksgesundheit
1934-1937 o. Honorarprofessor für Rassenpflege, Univ. Leipzig
ab 1935 Reichsamtsleiter im Hauptamt für Volksgesundheit der Reichsleitung der NSDAP
1937-1943 Schulungsleiter für Erb- und Rassefragen sowie Rassenhygiene sowie Vorstand/Leiter des Erbbiologischen Forschungsinstituts, Führerschule der Deutschen Ärzteschaft in Alt Rehse/Waren (Mecklenburg) [siehe Anhänge]
1938-1943 Professor, Univ. Rostock
1943-1945 o. Professor für Erb- und Rassenpflege, Univ. Gießen
ab 1945 Betreiben einer Privatpraxis, Gießen
akademische Abschlüsse:
Promotion 1911 Dr. med., Univ. München
Titel der Arbeit: Über einen Fall von akuter hämorrhagischer disseminierter Myelitis im Anschluß an einen paranephritischen Abzeß.

Funktionen:
ab 1923, ab 1931 Mitglied der SA, zuletzt SA-Sanitäts-Gruppenführer
1931-1933 Gründungsmitglied, Referent für Rassenhygiene, Reichsleitung des NS-Ärztebundes
ab 1934 Mitglied des Sachverständigenbeirates für Bevölkerungs- und Rassenpolitik, Reichsministerium des Innern
ab 1934 Direktor des Pathologisch-anatomischen Instituts, Rudolf-Hess-Krankenhaus Dresden
1934-1937 Vorsitzender des Disziplinargerichtshofes des NS-Ärztebundes des Gaues Sachsen der NSDAP
1934-1937 Mitglied des Erbgesundheitsobergerichts Dresden
ab 1935 Mitglied des Ehrenführerringes des Reichsbundes der Kinderreichen

Werke (Auswahl):
Darf ich meine Base heiraten? Berlin 1935, 2. Aufl. 1942.
Erbkunde. Berlin 1936.
Erbgesundheit - Volksgesundheit. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses in Grundsatz und Anwendung. Eine Einführung für Ärzte. Berlin 1939.

Quellen:
Personalakte Hermann Boehm, UAR
Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 71-72.
weitere Literatur:
Oehler-Klein, Sigrid: Professor Hermann Alois Boehm. Ein Wissenschaftler im Dienst der nationalsozialistischen Rassenhygiene. In: Boeck, Gisela Lammel, Hans-Uwe (Hg.): Die Universität Rostock in den Jahren 1933-1945, S. 205-225. (RosDok-Dokument öffnen interner Link)
Heidel, Caris-Petra; Lienert, Marina: Hermann Jensen und Alois Boehm. Personelle Vorhut zur Umsetzung der "Neuen Deutschen Heilkunde" am Johannstädter Stadtkrankenhaus Dresden. In: Pieper, Christine (Hg.): Braune Karrieren. Dresdner Täter und Akteure im Nationalsozialismus. Dresden 2012, S. 144-153.
Schwager, Matthias: Die Versuche zur Etablierung der Rassenhygiene an der Leipziger Universität während des Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung des Lebens und Wirkens von Hermann Alois Boehm. Diss., Leipzig 1993.
Deutsches Biographisches Archiv II 145, 21. (WBIS)
Internet-Ressourcen:

eingestellt / geändert:
01.02.2013, mglasow  /  07.02.2013, mglasow
Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Hermann Boehm" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
URL: http://purl.uni-rostock.de/cpr/00003502
(abgerufen am 20.11.2017)