Geboren am 7. Juni 1813 zu Nürnberg als Sohn des Philosophen G.W.F. Hegel (1770-1831), studierte er von 1831 bis 1836 Theologie, Philosophie und Geschichte in Berlin und Heidelberg. Im Jahr 1837 wurde er in Berlin aufgrund einer Arbeit über Alexander den Großen und Aristoteles zum Dr. phil. promoviert. Anschließend unternahm er eine Bildungsreise nach Italien, die ihm die Basis für das die Lehrmeinung umstoßende Werk zur "Geschichte der Städteverfassung von Italien" (1847) lieferte. Der Ruf nach Rostock als Professor für Geschichte zum Wintersemester 1841/42 ermöglichte ihm den Abschied aus dem höheren Schuldienst Preußens. Zum Sommersemester 1849 wurde er, unter Erweiterung des Lehrgebiets um die Politik, Ordinarius. In der mecklenburgischen Verfassungsdiskussion auf konstitutioneller Seite engagiert, übernahm er 1848/49 auf Wunsch der Regierung die Herausgabe der "Mecklenburgischen Zeitung" in Schwerin. Am Erfurter Unionsreichstag im Jahr 1850 nahm Hegel als Abgeordneter für Schwerin teil. Die Aufhebung des Mecklenburg-Schwerinschen Staatsgrundgesetzes von 1849 und die Rückkehr zur Landständischen Verfassung trafen Hegels liberale Grundpositionen. Wegen seiner Stellung zur Revolutionszeit fühlte er sich mißachtet. So nahm er 1856 den Ruf auf ein Ordinariat in Erlangen an und kehrte in die fränkische Heimat seiner Vorfahren zurück. Aufschluß über seine Haltung gibt sein "Abschiedsgruß" an Rostock, die Rektoratsrede zur "Geschichte der Mecklenburgischen Landstände bis 1555". Die genannte italienische Arbeit prädestinierte Hegel zur Städteforschung. Als Lebensleistung, neben etlichen Monographien, rangieren die "Chroniken der deutschen Städte": Die 1858 begründete Editionsreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften umfaßte bei Hegels Tod (Erlangen 6. Dezember 1901) 28 Bände. Als Mitglied mehrerer Akademien und der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae historica gehörte der 1891 geadelte, 1893 zum Geheimrat ernannte Gelehrte zu den angesehensten Historikern seiner Zeit.
Niklot Klüßendorf
aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 149.