Chytraeus, David

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "David Chytraeus" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000220
(abgerufen am 25.06.2024)

Chytraeus, David

 
 
1551-1561 Professor für christliche Katechese am Pädagogium
1561-1600 Professor der Theologie (Primarius, herzoglich)
(Vorgänger, Nachfolger)
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(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1551-1561 Pädagogium
1561-1600 Theologische Fakultät
Fachgebiet:
90 Gelehrte
11 Theologie, Religionswissenschaft


Namensvarianten:
Kochhafe
Lebensdaten:
geboren am 26.02.1530 in Ingelfingen
gestorben am 25.06.1600 in Rostock
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Matthäus Kochhafe (1495-1559), Pastor
Mutter: Barbara Kochhafe, geb. Nelberg
Bruder: Nathan Chytraeus (1543-1598), Professor für Lateinische Sprache, später der Poesie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
Tochter: Margarete Freder, geb. Chytraeus
Schwiegervater : Konrad Pegel (1487-1567), Professor der Pädagogik, Rhetorik und Mathematik an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
andere: Schwager, Magnus Pegel (1547-1615), Professor der Mathematik und Astronomie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
Schwiegersohn: Johannes Freder (1544-1604), Professor der Theologie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
Schwiegersohn: Johann Georg Godelmann (1559-1611), Professor der Rechte an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1537 Besuch der Lateinschule bei Franciscus Irenicus, Gemmingen
1539-1544 Studium der Rechtswissenschaften, später Philologie, Philosophie und Theologie, Univ. Tübingen
1544-1546 Lehrtätigkeit, Besuch von Vorlesungen Martin Luthers und Paul Ebers, wohnhaft im Haushalt von Philipp Melanchthon, 1546 Flucht aufgrund des Schmalkaldischen Krieges, Univ. Wittenberg
1546-1547 philologische und historische Studien, Univ. Heidelberg
1547-1548 mathematische und astronomische Studien, Univ. Tübingen
1548-1550 Vorlesungen über Rhetorik, Astronomie und Melanchton's Loci communes, Univ. Wittenberg
1550 Bildungsreise durch die Schweiz und Italien
1551-1600 Professor für christliche Katechese am Pädagogium, ab 1561 Professor der Theologie, Univ. Rostock
Ablehnung zahlreicher Rufe, u. a. an die Univ. Heidelberg, Königsberg, Wittenberg, Frankfurt/Oder, Kopenhagen, Helmstedt sowie die Gymnasien in Straßburg, Augsburg und Pernau.
1555 Teilnahme an den Religionsgesprächen zu Worms
1561 Teilnahme mit Herzog Ulrich zu Mecklenburg am Fürstentag in Naumburg
1566 Begleitung des Herzogs Ulrich zu Mecklenburg zum Reichstag nach Augsburg
1568 Ordnung des Österreichischen Religionswesens nach der Augsburgischen Confession
1573 Entwurf einer Kirchenordnung der Steiermark
1574 Teilnahme am Convent zu Torgau
1576 zusammen mit Martin Chemnitz, Timotheus Kirchner und Herzog Julius zu Braunschweig-Lüneburg Ausarbeitung einer Verfassung für die neu zu gründende Univ. Helmstädt, Kloster Riddagshausen
1578 Teilnahme am Convent zu Tangermünde
1579 Teilnahme am Convent zu Jüterbogk
1600 im Amt verstorben
akademische Abschlüsse:
Promotion 1544 Mag. art., Univ. Tübingen
Promotion 1561 Dr. theol., Univ. Rostock

akademische Selbstverwaltung:
1556 Neugestaltung der Statuten der Theologischen Fakultät
1563-1597 fünfmal Rektor (1563, 1567, 1573, 1585, 1597)
1563 Mitarbeit an der Reorganisation der Universität (Formula Concordiae)
Funktionen:
Gutachter für Schweden im Liquoristischen Streit
Gutachter für Antwerpen
1569 Verfasser der Agende
1570 erster geistlicher Rat des Rostocker Consistoriums

Werke (Auswahl):
Catechesis. Rostock 1554.
Regulae vitae. Wittenberg 1555.
De Lectione Historiarum recte instituenda. Rostock 1563.
Regulae studiorum. Wittenberg 1572.
Chronicon Saxoniae. Leipzig 1593.

Quellen:
Personalakte David Chytraeus, UAR
Krabbe, Otto: David Chytraeus. Rostock 1870.
weitere Literatur:
Bollbuck, Harald: Albert Krantz und David Chytraeus: Akademischer Unterricht und Historiografie zwischen Humanismus und Reformation. In: Boeck, Gisela Lammel, Hans-Uwe (Hg.): Rostocker gelehrte Köpf. Referate der interdisziplinären Ringvorlesung des Arbeitskreises "Rostocker Universitäts- und Wissenschaftsgeschichte" im Wintersemester 2009/2010, S. 55-79. (RosDok-Dokument öffnen interner Link)
Czaika, Otfried: David Chytraeus und die Universität Rostock in ihren Beziehungen zum schwedischen Reich. Helsinki 2002.
Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Bd. 3, Rostock 2001, S. 36-42.
Deutsches Biographisches Archiv I 190, 315-380; 1427, 22-32; II 226, 229-244; III 147, 68-74 (WBIS). (Link öffnen externer Link)
Etwas von gelehrten Rostockschen Sachen 1737: S. 188, S. 264 ; 1738: S. 305, S. 493, S. 683, S. 729 ; 1739: S. 61, S. 116, S. 421, S. 484, S. 740 ; 1740: S. 63, S. 85, S. 120, S. 145, S. 181, S. 219, S. 249, S. 312, S. 347, S. 509, S. 631, S. 830 ; 1741: S. 733, S. 855 ; 1742: S. 836 ; 1744: S. 15
Krey, Joh. Bernh.: Andenken an hiesige Gelehrte 3. Stück (1813): S. 13-35 ; Anhang (1816): S. 29-30
Krey, Joh. Bernh.: Beiträge zur mecklenburgischen Kirchen- und Gelehrtengeschichte Erster Band (1818): S. 29-32, S. 54, S. 101-104, S. 225-228, S. 251, S. 302, S. 379 ; Zweiter Band (1821): S. 199-202, S. 202-210, S. 243
Krey, Joh. Bernh.: Die Rostockschen Theologen seit 1523 (1817) : S. 6-13, S. 63
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1419-1563
Epoche 1563-1827

eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Am 26. Februar 1530 in Ingelfingen geboren, nahm Chytraeus (eigentlich Kochafe) 1539 an der Universität Tübingen das Studium auf und ging 1544 an die Universität Wittenberg, wo er im Hause Philipp Melanchthons wohnte. 1551 wurde er nach Rostock an das Pädagogium der Universität berufen, wo er für die Verbesserung der humanistischen Studien und den Katechismusunterricht verantwortlich war; er las über klassische Autoren, besonders über Herodot und Thukydides, und veranstaltete grammatische und rhetorische Übungen. 1561 folgte die Promotion zum Doktor der Theologie und 1563 die Ernennung zum Professor. Über die Grenzen Mecklenburgs hinaus wurde Chytraeus durch sein umfangreiches Schrifttum bekannt, das theologische Werke, wie seine "Catechesis" und seine "Regulae vitae", ein moraltheologisches Lehrbuch, und didaktische und historische Schriften umfaßte. Weit verbreitet war seine Studienanleitung, die "Regulae studiorum". Einen Namen als Historiker machte er sich mit dem "Chronicon Saxoniae" und der Geschichte der Augsburgischen Konfession, mit der er die Reformationsgeschichtsschreibung begründete. Besondere Bedeutung erlangte Chytraeus als Universitäts-und Kirchenorganisator. Mit anderen Melanchthonschülern zusammen entwarf er 1556 ein Reformprogramm für die Universität Rostock und neue Statuten für die Theologische Fakultät, die auf lutherischen Grundsätzen fußten. Maßgeblich beteiligt war er auch am Abschluß der "Formula Concordiae" von 1563, einer Vereinbarung zwischen den Landesherren und dem Rat der Stadt über Struktur und finanzielle Absicherung der Universität. Seine Erfahrungen in der Universitätsreform kamen der im Jahr 1575 gegründeten Universität Helmstedt zugute. Auch als Kirchenorganisator und Reformator genoß er hohes Ansehen: 1569 konzipierte er eine Kirchenordnung für Österreich, 1574 für die Steiermark. Bis zu seinem Tod am 25. Juni 1600 in Rostock zählte Chytraeus damit zu den führenden protestantischen Universitätslehrern und -reformern.

Elisabeth Brosig

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 78.


Dokumente/Anhang

Anhang:
David Chytraeus (In: Westphalen, Ernst Joachim von: Monumenta Inedita Rerum Germanicarum Praecipue Cimbricarum Et Megapolensium ..., T. 3. Leipzig 1743, nach Sp. 1194.)
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David Chytraeus (Holzschnitt, 1554/1584, Porträtsammlung, UAR)
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David Chytraeus (Ölgemälde, 19. Jh., Aula im Hauptgebäude der Univ. Rostock)
chytraeus_david_pic2.jpg
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Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 78)
chytraeus_david_bgur23.html
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Bild (Unterschrift)
chytraeus_david_sig.jpg
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