Klinge, Bartholemäus

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Bartholemäus Klinge" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000491
(abgerufen am 21.05.2024)

Klinge, Bartholemäus

 
 
1559-1595 Professor der Logik und Rhetorik (herzoglich)
1595-1610 Professor der Jurisprudenz (herzoglich)
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1559-1595 Philosophische Fakultät
1595-1610 Juristische Fakultät
Fachgebiet:
86 Recht


Namensvarianten:
Clingius
Lebensdaten:
geboren um 1535 in Koblenz
gestorben am 05.12.1610 in Rostock
 Konfession:
lutherisch
Familie:
Vater: Kaufmann
Ehefrau: Margareta Klinge, geb. Kron (1555-1618)
Sohn: Bernhard Klinge (1584-1648), Ratsherr und Bürgermeister zu Rostock

Kurzbiographie:
Schulbesuch (?)
1554-1557 Studium, Univ. Rostock
1559-1595 Professor der Logik und Rhetorik, Univ. Rostock
1595-1610 Professor der Jurisprudenz, Univ. Rostock
1610 im Amt verstorben
akademische Abschlüsse:
Promotion 1557 Mag. phil., Univ. Rostock
Promotion 1561 Lic. theol., Univ. Rostock
Promotion 1579 Dr. iur., Univ. Rostock

akademische Selbstverwaltung:
1565-1566 Dekan
1566 Dekan
1567 Dekan
1572 Rektor
1579 Rektor
1590 Rektor
1593 Rektor
1601 Rektor
1607 Rektor
1607-1608 Dekan
Funktionen:
ab 1570 Mitglied im herzoglichen Konsistorium
ab 1574 herzoglicher Kirchenrat
ab 1602 Mitglied im herzoglichen Hofgericht

Werke (Auswahl):
Oratio De Doctrina Physica. Rostock 1567.
De Origine Iuris, Et Studio Iurisprudentiae Recte Inchoando. Rostock 1569.
Axiomata Iuridica De Iurisdictione Et Imperio. Rostock 1605.

Quellen:
LHAS
weitere Literatur:
Etwas von gelehrten Rostockschen Sachen 1737: S. 252, S. 828 ; 1738: S. 665
Krey, Joh. Bernh.: Beiträge zur mecklenburgischen Kirchen- und Gelehrtengeschichte Erster Band (1818): S. 183
Krey, Joh. Bernh.: Die Rostockschen Humanisten Zweite Hälfte (1818): S. 107
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1419-1563
Epoche 1563-1827

eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Klinge, latinisiert Clingius, geboren um 1535 in Koblenz, bezog 1554 die Universität Rostock, wurde 1557 zum Bakkalar und anschließend zum Magister promoviert, worauf er 1559 die herzogliche Professur für Logik und Rhetorik und - vermutlich 1560 - die Professur für Dialektik erhielt. 1561 zum Licentiatus juris und 1579 zum Doktor der Jurisprudenz promoviert, behielt er zunächst seine Stellung in der Artes-Fakultät bei. Bereits 1578 hatten sich David Chytraeus und Simon Pauli dafür verwendet, ihm eine Professur für Römisches Recht (Pandekten) zu übertragen, doch erst der Tod von Laurentius Pankelow ermöglichte ihm 1595 die Übernahme der Professur für Institutionenrecht. Clingius´ Bedeutung liegt vor allem auf politisch-administrativem Feld. Durch vielfältige Tätigkeiten wirkte er im Spannungsfeld zwischen Herzog, Universität und Stadt. 1569 hat er in Wismar in einem Konflikt zwischen den Herzögen und der Stadt Rostock die Anliegen der Universität vertreten. 1570 wurde er Mitglied im herzoglichen Konsistorium, das als Beratungs- und Entscheidungsinstanz für Glaubensfragen ins Leben gerufen wurde. Seine engen Bindungen an das mecklenburgische Fürstenhaus werden durch die Ernennung zum herzoglichen Kirchenrat (1574), die Teilnahme an einer Gesandtschaft nach Schlesien (1591) und zum Augsburger Reichstag (1594) sowie die Berufung als Assessor am Hof- und Landgericht (1602) dokumentiert. Sein wissenschaftliches Profil wird in den Wirkungsjahren in der Artisten-Fakultät deutlich: Er war Vertreter einer von Melanchthon geprägten Gelehrtengeneration, dessen Lehrbücher für Rhetorik und Dialektik er im Unterricht verwendete; daneben waren ihm die Reden Ciceros wichtig. In der Dialektik legte er das "Organon", die Zusammenfassung der aristotelischen Schriften zur Logik, zugrunde. Als Autor trat er wenig in Erscheinung; eine ihm zugeschriebene Rostocker Chronik von 1555-1589 stammt vermutlich nicht von ihm. Dennoch muß er bei Studenten und Kollegen großes Ansehen genossen haben, wie zahlreiche ihm gewidmete Schriften belegen. Gestorben ist er am 5. Dezember 1610 in Rostock.

Thomas Elsmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 82.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 21 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0021.jpg
(486 KB) MD5 (keine Anzeige)
Unterschrift
klinge_bartholemäus_sig.jpg
(26.7 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Dokument (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 82)
klinge_bartholomaeus_bgur23.html
(2.61 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)