Eschenbach, Christian Ehrenfried

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Christian Ehrenfried Eschenbach" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000522
(abgerufen am 15.07.2024)

Eschenbach, Christian Ehrenfried

Prof.
 
1742-1756 Privatdozent
1756-1762 Professor der Niederen Mathematik (rätlich)
1762-1788 Professor der Medizin (rätlich)
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1756-1762 Philosophische Fakultät
1762-1788 Medizinische Fakultät
Fachgebiet:
90 Gelehrte
44 Medizin


Lebensdaten:
geboren am 21.08.1712 in Rostock
gestorben am 23.03.1788 in Rostock
Familie:
Vater: Ehrenfried Christian Eschenbach (1677-1741), Kaufmann
Mutter: Catharina Margaretha Eschenbach, geb. Eibelührs (1685-1762), Kaufmannstochter
Ehefrau: Anna Catharina Maria Niemann (1722-1775), Ratsherrentochter
Bruder: Johann Christian Eschenbach der Ältere (1719-1759), Professor der Poesie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
Sohn: Johann Christian Eschenbach der Jüngere (1746-1823), Professor der Rechte an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1727-1732 Apothekerausbildung, Leipzig
1732-1736 Studium der Medizin, Univ. Rostock
1735 Reise nach St. Petersburg
1736-1740 praktizierender Arzt in Dorpat und Rostock
1740-1742 chirurgische und anatomische Weiterbildung in Paris (Frankreich) und den Niederlanden
1742-1756 Arzt, Geburtshelfer und Privatdozent in Rostock
1756-1788 rätlicher Professor der niederen Mathematik, ab 1762 rätlicher Professor der Medizin, Univ. Rostock
1788 im Amt verstorben
akademische Abschlüsse:
Promotion 1736 Dr. med., Univ. Rostock
Titel der Arbeit: De Scorbuto, Maris Balthici Accolis non Endemio.
Promotion 1756 Mag. art., Univ. Rostock
Titel der Arbeit: Commentatio de Algebrae primordiis.

akademische Selbstverwaltung:
1762-1787 zehnmal Rektor (1762-1763, 1765-1766, 1768-1769, 1771-1772, 1774, 1774-1775, 1777-1778, 1780-1781, 1783-1784, 1786-1787)
1761 Aufseher über die akademischen Gräber
Funktionen:
1761 Inspektor des Pommerschen Chores
1766 Stadtphysikus

Werke (Auswahl):
Commentatio vulnerum ut plurimum lethalium dictorum nullitatem demonstrans. Rostock 1748.
Medicinae legalis brevissimus comprehensa thesibus. Rostock 1746 (2. Auflage 1778).
Bericht von dem Erfolge der Operationen des englischen Oculisten Ritters Taylor in verschiedenen Städten Deutschlands, besonders in Rostock. Rostock 1751.
Chirurgie. 2 Bd. Rostock 1757.
Grundlage zum Unterricht einer Hebamme. Rostock 1765 (2. Auflage 1767).

Quellen:
Personalakte Christian Ehrenfried Eschenbach, UAR
Jügelt, Karl-Heinz: Christian Ehrenfried Eschenbach (1712-1788). Vom Apothekerlehrling zum Medizinprofessor. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock 25 (2002), S. 41-90.
weitere Literatur:
Wegener, Rudolf; Jügelt, Karl-Heinz: Christian Ehrenfried Eschenbach (1712-1788) - Ein verdienstvoller Rostocker Hochschullehrer und bedeutender Gerichtsmediziner. In: Beiträge zur Geschichte der Stadt Rostock 27 (2005), S. 68-86.
Koppe, Johann Christian: Jetztlebendes gelehrtes Mecklenburg. 1. Stück, Rostock, Leipzig 1783, S. 32-42. (Link öffnen externer Link)
Woithe, Gerhard: Christian Ehrenfried Eschenbach: Erinnerungen an einen deutschen Anatomen und Chirurgen zum 200. Todestag. In: WZUR, 38 (1989), S. 41-46.
Krey, Joh. Bernh.: Andenken an hiesige Gelehrte 1. Stück (1814): S. 54-58 ; Anhang (1816): S. 38
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1563-1827

eingestellt / geändert:
23.09.2009, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Weil Eschenbach, geboren am 20. August 1712 in Rostock, auf Wunsch seines Vaters Apotheker werden sollte, ging er 1727 nach Leipzig in die Lehre, studierte jedoch später Medizin an der Universität Rostock, wo er mit einer Dissertation über den Skorbut am 1736 promoviert wurde. Da ihm die erhoffte Niederlassung in St. Petersburg verwehrt wurde, ließ er sich in Dorpat als praktischer Arzt nieder und kehrte 1737 über Riga, Danzig und Stettin nach Rostock zurück. Hier praktizierte er drei Jahre und ging dann über Hamburg, Amsterdam, Antwerpen und Brüssel zur chirurgischen Weiterbildung nach Paris, wo er Schüler des Chirurgen Nicolas la Serre (gest. 1751) war. Daneben betrieb er anatomische, geburtshilfliche sowie mathematische und andere naturwissenschaftliche Studien. Mit der Absicht, sich in Amsterdam niederzulassen, reiste er dorthin, wurde aber durch den Tod seines Vaters 1742 zur Heimkehr nach Rostock bewogen, wo er eine Praxis eröffnete und nebenher chirurgische und medizinische Vorlesungen hielt. Im März 1756 berief ihn der Rat der Stadt zum Professor der Mathematik und wählte ihn 1766 zum Stadtphysikus mit Verleihung des Professorentitels. Damit übernahm er die Aufsicht über die medizinische Versorgung der Einwohner Rostocks und umliegender Gemeinden. Ihm oblag sowohl die Begutachtung ungewöhnlicher Todesfälle und der Unfalltoten als auch die Beurteilung psychisch Kranker und die hygienische Kontrolle aller ein- und auslaufenden Schiffe. Eschenbach veröffentlichte 17 Monographien, darunter ein lateinisches "Handbuch der gerichtlichen Medizin", ferner das erste in deutscher Sprache geschriebene Studentenlehrbuch der Chirurgie, sowie 21 in lateinischer Sprache gehaltene Reden und 26 allgemeinverständliche Aufsätze in deutscher Sprache. Er forderte frühzeitig eine prophylaktische Tätigkeit des Arztes; so trat er bereits 1766 und damit 130 Jahre vor Edward Jenner (gest. 1823) für die iatrogene Inokulation der Blattern ein. Eschenbach ist am 23. März 1788 in Rostock gestorben.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 121.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Dokument (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 121)
eschenbach_christianehrenfried_bgur23.html
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Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 206 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0206.jpg
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Bild (Unterschrift)
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