Merkel, Friedrich

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Friedrich Merkel" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000588
(abgerufen am 21.06.2024)

Merkel, Friedrich

Prof.
 
1872-1883 o. Professor der Medizin/Anatomie
(Vorgänger, Nachfolger)
merkel_friedrich_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1872-1883 Medizinische Fakultät
Lehr- und Forschungsgebiete:
Anatomie, Histologie, Mikroskopie und Anthropologie
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Siegmund
Lebensdaten:
geboren am 05.04.1845 in Nürnberg
gestorben am 28.05.1919 in Göttingen
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Sigmund Merkel (1806-1880), Apotheker und Magistratsrat, Nürnberg
Mutter: Clara Merkel, geb. Osterhausen (1816-1877)
Schwiegervater : Jacob Henle (1809-1885), Professor der Anatomie, Univ. Göttingen
Sohn: Paul Merkel (1872-1943), Professor der Rechte, Univ. Greifswald
andere: Vetter: Johannes Merkel (1852-1909), o. Professor der Rechte, Univ. Rostock und Univ. Göttingen (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1845 Abitur, Nürnberg
1864-1869 Studium der Medizin, Univ. Erlangen, Univ. Greifswald und Univ. Göttingen
ab 1869 Prosektor am Anatomischen Institut, Univ. Göttingen
1870-1872 Privatdozent, Univ. Göttingen
1872-1883 o. Professor der Medizin/Anatomie, Univ. Rostock
1883-1885 o. Professor der Anatomie, Univ. Königsberg
1885-1919 o. Professor der Anatomie, Univ. Göttingen
akademische Abschlüsse:
Promotion 1869 Dr. med., Univ. Erlangen
Titel der Arbeit: Über die Macula lutea des Menschen und die Ora serrata einiger Wirbeltiere.
Habilitation 1870 (Anatomie), Univ. Göttingen
Titel der Arbeit: Die Zonula ciliaris.

akademische Selbstverwaltung:
1875-1876 Dekan
1881-1882 Rektor
1882-1883 Rektor
Funktionen:
1892-1893 Prorektor, Univ. Göttingen
weitere Mitgliedschaften:
1880 Deutsche Akademie der Naturwissenschaften Leopoldina
weitere Informationen:
Entdeckung der freien Nervenendigungen die man als "Merkelsche Tastzellen", "Merkel-Tastscheiben" oder "Merkel-Körperchen" bezeichnet.
Entwicklung der Methode zum Vergleich verschiedener Schädel, die "Deutsche oder Frankfurter Horizontale".

Werke (Auswahl):
Die Anatomie des Menschen. 6 Bände, Hamburg 1845-1919.
Bemerkungen eines Anatomen über die Gruppe des Laokoon. 1876.
Über die Endigungen der sensiblen Nerven in der Haut der Wirbeltiere. Rostock 1880.
Handbuch der topographischen Anatomie. 3 Bände, Braunschweig 1885-1907.
Jacob Henle, Ein deutsches Gelehrtenleben. Braunschweig 1891.

Quellen:
Personalakte Friedrich Merkel, UAR
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv I 829,452-457; II 879,262-265; III 618,278-282,333 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Jensen, Paul: Friedrich Merkel. In: Nachrichten von der Gesellschaft der Wissenschaften zu Göttingen. Göttingen 1920, S. 1-11.
Kallius, Erich: Friedrich Merkel. In: Anatomischer Anzeiger: Centralblatt für die gesamte wissenschaftliche Anatomie, Jena, Bd. 54.1921, S. 40-54.
Schumacher, Gert-Horst; Wischhusen, Heinzgünther: Anatomie Rostochiensis. Die Geschichte der Anatomie an der 550 Jahre alten Universität Rostock, Berlin 1970, S. 115-120.
Thiel, Ursula: Friedrich Merkel. In: Biographie und wissenschaftliches Werk der Ordinarien am Anatomischen Institut zu Rostock von 1789 bis 1921. Rostock 1966, S. 38-42.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Am 5. April 1845 in Nürnberg geboren, studierte Johann Friedrich Siegmund Merkel ab 1864 Medizin an den Universitäten Erlangen, Greifswald und Göttingen, promovierte 1869 in Erlangen und begann seine akademische Laufbahn im gleichen Jahr als Prosektor bei Jacob Henle (gest. 1885) am Anatomischen Institut in Göttingen, wo er sich 1870 für Anatomie habilitierte. Zu Michaelis 1872 wurde er als Ordinarius und Direktor des Anatomischen Instituts an die Universität Rostock berufen, wo er elf wissenschaftlich fruchtbare Jahre verbrachte. 1883 folgte er einem Ruf nach Königsberg, ging aber bereits 1885 als Nachfolger seines Lehrers J. Henle nach Göttingen, wo er bis zu seinem Tode am 28. Mai 1919 lehrte.

Merkel arbeitete vor allem über anatomische und histologische Themen, machte sich aber auch um die mikroskopische Technik verdient. In die Rostocker Zeit fallen seine Bearbeitung der makroskopischen Anatomie des Auges in Graefe-Saemisch"s "Handbuch der gesamten Augenheilkunde" (1874) und die Publikation über "Das Mikroskop und seine Anwendung" (1875). Große Bedeutung hatte seine Entdeckung der Form der freien Nervenendigungen, die er in der Arbeit "Über die Endigungen der sensiblen Nerven in der Haut der Wirbeltiere" (1880) beschrieb und die seitdem als "Merkelsche Tastzellen", "Merkel-Tastscheiben" oder "Merkel-Körperchen" bezeichnet werden. Er galt auch als hervorragender Anthropologe und beschäftigte sich mit der Urgeschichte des Menschen ("Deutschlands Ureinwohner", 1873). Die von ihm entwickelte Methode zum Vergleich verschiedener Schädel, auf deren Grundlage er später zwei prähistorische Schädel rekonstruierte, ging als "Deutsche oder Frankfurter Horizontale" (1884) in die Anthropologie ein. In Anerkennung seiner wissenschaftlichen Verdienste wurde Merkel 1880 in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen.

Isolde Schmidt

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 162.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Friedrich Merkel (Foto, ohne Jahr, UAR)
merkel_friedrich_pic.jpg
(73.8 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 400 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0400.jpg
(456 KB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 162)
merkel_friedrich_bgur23.html
(2.24 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Bild (Unterschrift)
merkel_friedrich_sig.jpg
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