Schirrmacher, Friedrich Wilhelm

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Friedrich Wilhelm Schirrmacher" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000597
(abgerufen am 24.06.2024)

Schirrmacher, Friedrich Wilhelm

Prof.
 
1866-1904 o. Professor für Geschichte
(Vorgänger, Nachfolger)
schirrmacher_friedrich_wilhelm_pic.jpg
schirrmacher_friedrich_wilhelm_pic2.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1866-1904 Philosophische Fakultät
Institut:
Historisches Seminar
Lehr- und Forschungsgebiete:
Deutsche Geschichte des Mittelalters und der Neuzeit
Fachgebiet:
15 Geschichte


Lebensdaten:
geboren am 28.04.1824 in Danzig
gestorben am 19.06.1904 in Rostock
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Carl Friedrich Schirrmacher (1790-1855), Oberlehrer
Mutter: Emilie Charlotte Schirrmacher (?-1827), geb. von Modrach

Kurzbiographie:
1845 Abitur, Danzig
1845-1848 Studium der Geschichte und Philosophie an den Univ. Bonn und Berlin
1849-1854 Hilfslehrer am Friedrich-Werdschen Gymnasium, Berlin
1854-1866 Oberlehrer, ab 1863 Professor für Geschichte an der Ritterakademie Liegnitz (Schlesien)
1866-1904 o. Professor für Geschichte, Univ. Rostock
akademische Abschlüsse:
Promotion 1848 Dr. phil., Univ. Berlin
Titel der Arbeit: Commentarii de rebus a Johanne rege Bohemiae gestis. Pars 1: Ab Henrico VII usque ad obitum Friderici Pulchri.

akademische Selbstverwaltung:
Institutsdirektor
1869-1904 Prüfungskommission für Kandidaten des höheren Schulamts
1871-1904 Direktor des Akademischen Münzkabinettes
1871-1872 Dekan
1874-1896 Zweiter, ab 1886 Erster (einziger) Univ.-Bibliothekar
1878-1879 Rektor
1893-1894 Dekan
1896-1904 Oberbibliothekar der Univ. Rostock
Ehrungen:
1871 Ritterkreuz 1. Klasse des Bayrischen Verdienstordens des Heiligen Michael
1897 Gedächnismedaille auf Friedrich Franz III. von Mecklenburg-Schwerin
1898 Komturkreuz des Mecklenburgischen Hausordens der Wendischen Krone

Werke (Auswahl):
Kaiser Friderich II., 4 Bde., Göttingen 1859-1864.
Die letzten Hohenstaufen, Göttingen 1871.
Geschichte von Spanien. Band 4-6. Gotha 1881-1902.
Briefe und Acten zu der Geschichte des Religionsgespräches zu Marburg 1529 und des Reichstages zu Augsburg 1530. Nach der Handschrift des Joh. Aurifaber nebst den Berichten der Gesandten Frankfurts a.M. und der Regesten zur Geschichte dieses Reichstages. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe Gotha 1876. Amsterdam 1968.
Die Entstehung des Kurfürstenkollegiums. Neudruck der Ausgabe Berlin 1874. Aalen 1977.

Quellen:
Personalakte Friedrich Wilhelm Schirrmacher, UAR (Zuarbeit von Christian Ebert)
Klüßendorf, Niklot: Schirrmacher, Friedrich Wilhelm. In: Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Bd. 2, Rostock 1999, S. 232-237.
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv III 798,404 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Schirrmacher wurde am 29. April 1824 in Danzig geboren. Er studierte von 1845 bis 1848 an den Universitäten Berlin und Bonn Philosophie und Geschichte, unter anderem bei Leopold von Ranke (gest. 1886), und wurde 1848 in Berlin zum Doktor der Philosophie promoviert. Nach längerem Schuldienst in Berlin und Liegnitz erhielt er zum Wintersemester 1866/67 den Ruf nach Rostock, wo er fast vier Jahrzehnte das gesamte Gebiet der Geschichte, mit Einschluß der historischen Geographie, vertrat. Für die moderne Aufgliederung der Geschichtswissenschaft nach Epochen und Sachgebieten fehlten der mecklenburgischen Landesuniversität damals noch die Mittel. In den frühen Rostocker Jahren intensivierte Schirrmacher, wie von der Universität bei seiner Berufung gewünscht, die Bemühungen um die Geschichte Mecklenburgs. Von seinen Forschungen sind zu nennen Arbeiten über die Geschichte der letzten Hohenstaufen, über die Entstehung des Kurfürstenkollegiums, ferner ein Liegnitzer Urkundenbuch und eine Edition zur Vorgeschichte des Marburger Religionsgesprächs von 1529 und des Augsburger Reichstages von 1530. Der Rolle Schirrmachers als "Polyhistor" entspricht sein vierbändiges Handbuch zur Geschichte von Spanien (1881-1902). Die programmatische Rektoratsrede zum Akademischen Jahr 1878/79, der Schirrmacher 1885 eine zweibändige Biographie folgen ließ, galt dem mecklenburgischen Herzog Johann Albrecht I. (15471576). Neben der Professur hatte er mehrere akademische Nebenämter inne, so das Direktorat des Münzkabinetts und seit 1874 die Stellung als Bibliothekar, zuletzt mit dem Titel eines Oberbibliothekars. Als ein Historiker, den souveräne Meisterschaft im Umgang mit den Quellen auszeichnete, war Schirrmacher ein charakteristischer Vertreter seiner Epoche in eher reichsgeschichtlicher, zum Teil im romantischen Stil der Zeit die Herrscherpersönlichkeiten verklärender Ausrichtung. Bis kurz vor seinem Tod lehrend, starb Schirrmacher am 19. Juni 1904 in Rostock.

Niklot Klüßendorf

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 158.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Friedrich Wilhelm Schirrmacher (Foto, ohne Jahr, UAR)
schirrmacher_friedrich_wilhelm_pic.jpg
(45.9 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Friedrich Wilhelm Schirrmacher (Foto, ohne Jahr, UAR)
schirrmacher_friedrich_wilhelm_pic2.jpg
(91.0 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
schirrmacher_friedrich_wilhelm_sig.jpg
(28.2 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 390 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0390.jpg
(490 KB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 158)
schirrmacher_friedrichwilhelm_bgur23.html
(2.36 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)