Stannius, Hermann

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Hermann Stannius" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000997
(abgerufen am 27.05.2024)

Stannius, Hermann

Prof.
 
1837-1863 o. Professor für Vergleichende und Pathologische Anatomie und Physiologie
(Vorgänger, Nachfolger)
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stannius_hermann_pic2.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1837-1863 Medizinische Fakultät
Institut:
Zootomisch-Physiologisches Institut
Lehr- und Forschungsgebiete:
Zootomie, Entomologie, Physiologie, Pathologie, Geschichte der Medizin und Histologie
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Friedrich
Lebensdaten:
geboren am 15.03.1808 in Hamburg
gestorben am 15.01.1883 in Sachsenberg (bei Schwerin)
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Johann Wilhelm Julius Stannius (1777-1813), Kaufmann
Mutter: Johanna Stannius, geb. Flügge (1782-1862)
Tochter: Ottilie Stannius, verheiratet mit dem Rostocker Professor August Wilhelm Dieckhoff (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1825 Abitur, Hamburg
1825-1828 Studium der Medizin, Akademisches Gymnasium, Hamburg
1828-1831 Studium der Medizin, Univ Heidelberg, Univ. Berlin und Univ. Breslau
1831-1837 praktischer Arzt und Assistent am Friedrichstädtischen Krankenhaus Berlin
1837-1863 o. Professor für Vergleichende und Pathologische Anatomie und Physiologie, Univ. Rostock
1838 Forschungsreisen nach Helgoland, Hamburg und Kopenhagen
1851 Forschungsreise nach Dänemark
1857 Forschungsreise nach Holland
1863 Rückzug aus der Lehre aufgrund eines Nervenleidens
akademische Abschlüsse:
Promotion 1831 Dr. med., Univ. Breslau
Titel der Arbeit: De speciebus nonnulis generis Mycetophilia vel novis vel minus cognitis.
Habilitation 1837 (Pathologie), Univ. Berlin
Titel der Arbeit: Lehrbuch der Allgemeinen Pathologie Band 1.

akademische Selbstverwaltung:
1838-1863 Gründer und Leiter des Zootomisch-Physiologischen Instituts
1846-1847 Dekan
1849-1850 Rektor
1850-1851 Rektor
1851-1852 Dekan
1854-1855 Dekan
1858-1859 Dekan
1861-1862 Dekan
Funktionen:
1838 Mitglied der Großherzoglichen Medizinalkommission
weitere Mitgliedschaften:
Königliche Akademie der Wissenschaften zu Berlin und Turin
Königliche Societät der Wissenschaften in Göttingen
Biologische Gesellschaft zu Paris
Königlich-Medizinische Gesellschaft zu Stockholm
1850 Göttinger Akademie der Wissenschaften
1860 Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
Ehrungen:
1860 Obermedizinalrat

Werke (Auswahl):
Lehrbuch der Anatomie der Wirbelthiere. Berlin 1846.
Das peripherische Nervensystem der Fische: Anatomisch und physiologisch untersucht. Rostock 1849.
Zwei Reihen physiologischer Versuche. Rostock 1851.
Beobachtungen über Verjüngungsvorgänge im thierischen Organismus. Rostock 1853.
Handbuch der Zootomie. Berlin 1854.

Quellen:
Personalakte Hermann Friedrich Stannius, UAR
Stieda, Wilhelm: Hermann Stannius und die Universität Rostock 1837-1854. In: Jahrbücher des Vereins für Mecklenburgische Geschichte und Altertumskunde, Band 93 (1929), S. 1-320.
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv I 1211,262-266; II 1250,152; III 874,201-203 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Braun, Max: Zoologie, vergleichende Anatomie und die entsprechenden Sammlungen bei den Universitäten Bützow und Rostock seit 1775. Rostock 1891, S. 33 ff. (RosDok-Dokument öffnen interner Link)
Stannius, Hermann Friedrich. In: Biographisches Lexikon der hervorragenden Ärzte aller Zeiten und Völker, Bd. 5 (1962), S.390.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Friedrich Hermann Stannius, am 15. Januar 1808 in Hamburg geboren, studierte Medizin in Heidelberg und Breslau, wo er 1831 zum Dr. med. promoviert wurde. Während seiner Tätigkeit in Berlin als praktischer Arzt und Assistent am Friedrichstädtischen Krankenhaus veröffentlichte er grundlegende Arbeiten auf dem Gebiet der Pathologie. 1837 wurde er zum Professor der Medizin an die Universität Rostock berufen, wo er Vorlesungen über vergleichende Anatomie, Physiologie, Pathologie, Geschichte der Medizin und Histologie hielt. 1838 gründete er das "Zootomisch-physiologische Institut", eines der ersten in Deutschland. Von diesem Institut ging später in Rostock die Trennung von Anatomie, Pathologie, Physiologie und Zoologie aus. Ebenfalls im Jahr 1838 wurde Stannius Mitglied der Großherzoglichen Medizinalkommission. Die größte Bedeutung erlangte er durch seine 1852 veröffentlichten Versuche zur Automatie und Lokalisation der Erregungszentren des Herzens. Unter dem Titel "Zwei Reihen physiologischer Versuche" beschrieb er das Legen von Ligaturen aus Seidenfäden an die Stelle der Einmündung des Hohlvenensinus in den Vorhof und an die Grenze von Vorhof und Herzkammer. Seine am Froschherzen durchgeführten "1. und 2. Stanniusschen Ligaturen" wurden zu Grundlagen der späteren Entdeckung des Erregungsbildungs- und Leitungssystems des Herzens. Seine Tierversuche über Herz und Nervensystem bei Amphibien und Fischen beruhten auf der Erkenntnis, daß Lebensvorgänge und Kranksein des Menschen an Tieren zugänglich gemacht werden können. Von diesen zoologischen Arbeiten haben besondere Bedeutung jene zur vergleichenden Anatomie der Wirbeltiere. Die "Stanniusschen Körperchen" der innersekretorischen Organe bei den Fischen erhielten seinen Namen. Seit 1863 litt er an einer schweren Nervenkrankheit und starb am 15. Januar 1883 in der Nervenheilanstalt Sachsenberg bei Schwerin.

Gisela Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 145.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Hermann Stannius (Ölgemälde, Porträtsammlung, UAR)
stannius_hermann_pic.jpg
(38.9 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Hermann Stannius (In: Braun, Max, 1850-1930: Zoologie, vergleichende Anatomie und die entsprechenden Sammlungen bei den Universitäten Bützow und Rostock seit 1775. Rostock 1891, S. 34)
stannius_hermann_pic2.jpg
(81.3 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Kinzelbach, Ragnar: Hermann Friedrich Stannius: Stanius'sche Körperchen und Stanniocalcin. In: Biol. Unserer Zeit 1 (2010), S. 58
beitrag_kinzelbach.pdf
(1.39 MB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 145)
stannius_hermann_bgur23.html
(2.26 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 351 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0351.jpg
(484 KB) MD5 (keine Anzeige)
Bild (Unterschrift)
stannius_hermann_sig.jpg
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