Strempel, Johann Karl Friedrich

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Johann Karl Friedrich Strempel" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001073
(abgerufen am 25.05.2024)

Strempel, Johann Karl Friedrich

Prof.
 
1825 Privatdozent
1826-1872 Professor der Medizin (rätliche Professur)
(Vorgänger, Nachfolger)
strempel_karl_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1825-1872 Medizinische Fakultät
Lehr- und Forschungsgebiete:
Chirurgie
Fachgebiet:
44 Medizin


Lebensdaten:
geboren am 20.08.1800 in Bössow (Mecklenburg)
gestorben am 29.08.1872 in Ludwigslust
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Friedrich Gabriel Strempel (1757-1831), Pastor
Mutter: Magdalena Maria Strempel, geb. Gröning (1759-1842)
Ehefrau: Julie Elisabeth Strempel, geb. Roeper (1802-1872)
Sohn: Karl Johann Christian Strempel (1833-1905), Lehrer, Rostock
Tochter: Elisabeth Emilie Hermine Auguste Strempel (1840-1912), Kunstmalerin
andere: Schwager: Johannes August Christian Roeper (1801-1885), o. Professor der Naturgeschichte und Botanik, Univ. Rostock (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1818 Abitur, Rostock
1818-1822 Studium der Medizin, Univ. Rostock, ab 1819 Univ. Berlin
1824-1825 praktischer Arzt, Schwerin
1825 Privatdozent, Univ. Rostock
1826-1872 o. rätlicher Professor der Medizin, Univ. Rostock
1831 Reorganisation und Neuordnung der Naturhistorischen Sammlung
1872 im Amt verstorben
akademische Abschlüsse:
Promotion 1822 Dr. med., Univ. Berlin
Titel der Arbeit: Filicum Berolinensium synopsis.
Habilitation 1825 Univ. Rostock

akademische Selbstverwaltung:
ab 1830 Direktor der medizinisch-chirurgischen Klinik
1832-1833 Rektor
1839-1840 Dekan
1842-1843 Dekan
1845-1846 Dekan
1849-1850 Dekan
1853-1854 Dekan
Funktionen:
1825 Stadtphysikus
weitere Mitgliedschaften:
1830 Mitglied der Medizinalkommission
Ehrungen:
1838 Obermedizinalrat
weitere Informationen:
Sorgte 1838 dafür, dass das Vermögen der abgebrochenen Johanneskirche zum Bau eines städtischen Krankenhauses genutzt wurde. Was zu dem 1852-1855 erbauten Mittelteiles des Universitäts-Krankenhauses führte.

Werke (Auswahl):
Observationes de morbo qui delirium tremens appellatur. Rostock 1826.
Kurzer Bericht über das medizinisch-chirurgische Klinikum in Rostock. In: Freimüthiges Abendblatt, Bd. 12.1830, Schwerin 1830, Sp. 405-406.
Untersuchungen über Arznei-Taxen mit besonderer Hinsicht auf die ältere Preussische, Hannöversche und auf die neue Preussische Arznei-Taxe. Rostock 1833.

Quellen:
Personalakte Johann Karl Friedrich Strempel, UAR (Zuarbeit von Maria Petter)
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv I 1240,26-27; II 1279,326; III 897,302 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Krabbe, Johannes: Am Sarge des ... Carl Friedrich Strempel den 3. September 1872 im Universitätsgebäude zu Rostock vom ... Krabbe gesprochene Trost- und Erinnerungs-Worte. Rostock 1872.
Teichmann, Werner: Zur 200. Wiederkehr des Geburtstages von Johann Carl Friedrich Strempel am 20. August 2000. In: Ärzteblatt Mecklenburg-Vorpommern, Bd. 10.2000, Leipzig 2000, S. 311-312.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1563-1827
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Geboren am 20. August 1800 in Bössow bei Grevesmühlen, studierte Johann Karl Friedrich Strempel Medizin in Rostock und Berlin, wo er 1822 promoviert wurde. Zunächst ließ er sich in Schwerin als praktischer Arzt nieder, siedelte dann nach Rostock über, wo er sich rasch großes Ansehen vor allem als Operateur des Schielens erwarb. 1826 übertrug ihm der Rat der Stadt eine Professur für Medizin. Da im darauffolgenden Jahr der Landesherr das alleinige Patronat der Universität übernahm, war Strempel der letzte "rätliche" Professor. Im Jahr 1828 gründete er in der Pädagogienstraße eine medizinisch-chirurgische Privatklinik, die er für die Ausbildung der Studenten nutzte und die 1836 in zwei beim Jakobikirchhof gelegene Häuser verlegt wurde. Als 1846 das von Heinrich Spitta gegründete Armenkrankenhaus an der "Grube" abgerissen werden mußte, wurden in Strempels Klinik auch Arme untergebracht, und nach Erweiterung auf 60 Betten übernahm diese dann alle Aufgaben des alten Krankenhauses. Darüber hinaus erreichte Strempel es, daß die großherzogliche Regierung das säkularisierte Vermögen der abgebrochenen Johanniskirche von 20.000 Talern und die Stadt das Gelände des ehemaligen Gertrudenfriedhofs vor dem Kröpeliner Tor für ein neues Krankenhaus zur Verfügung stellten. Diese "Medicinische und Chirurgisch-Ophtalmiatrische Klinik" wurde 1855 eröffnet, wobei die Leitung der Medizinischen Abteilung an Theodor Thierfelder überging. Krankheitshalber mußte Strempel die ihm verbliebene Chirurgische Klinik 1862 abgeben. Er starb am 29. August 1872 in Ludwigslust. An seinem Grab erklärte Konsistorialrat Krabbe: "Er wußte, welchen mächtigen Aufschwung die naturwissenschaftlichen und medizinischen Disziplinen genommen hatten und wie an unserer Hochschule auch noch nicht die Anfänge derjenigen Institute sich fanden, welche ihrer Förderung und praktischen Verwertung dienen sollten. Da hat er es zur Arbeit seines amtlichen Lebens gemacht, diese hervorzurufen und immer wieder die eingehende Pflege der Hochschule und ihrer Notwendigkeit und Unerläßlichkeit zu befürworten und zu vertreten".

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 138.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Johann Karl Friedrich Strempel (Ölgemälde von Elisabeth Strempel, 1875, Porträtsammlung UAR)
strempel_karl_pic.jpg
(51.3 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 138)
strempel_karl_bgur23.html
(2.48 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 337 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0337.jpg
(526 KB) MD5 (keine Anzeige)
Bild (Unterschrift)
strempel_johann-karl-friedrich_sig.jpg
(19.3 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)