Chytraeus, Nathan

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Nathan Chytraeus" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001105
(abgerufen am 17.07.2024)

Chytraeus, Nathan

Prof.
 
1564-1565 Professor für Lateinische Sprache (herzoglich)
1567-1593 Professor der Poesie (herzoglich)
(Vorgänger, Nachfolger)
chytraeus_nathan_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1564-1593 Philosophische Fakultät
Lehr- und Forschungsgebiete:
Lateinische Klassiker, Pädagogik
Fachgebiet:
90 Gelehrte
18 Einzelne Sprachen und Literaturen
17 Sprach- und Literaturwissenschaft


Namensvarianten:
Kochhafe
Lebensdaten:
geboren am 15.03.1543 in Menzingen
gestorben am 25.02.1598 in Bremen
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Matthäus Kochhafe (1495-1559), Pastor
Mutter: Barbara Kochhafe, geb. Neuberger
Bruder: David Chytraeus (1530-1600), Professor für christliche Katechese, später der Theologie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
Ehefrau: Gertrud Prenger

Kurzbiographie:
Heimunterricht beim Vater, Menzingen
1553-1555 Besuch der Lateinschule in Straßburg
1555-1562 Studium unter anderem der Klassischen Philologie, Univ. Rostock und Univ. Tübingen
1564-1565 Professor der Lateinischen Sprache (herzoglich), Univ. Rostock
1565-1567 Bildungsreise durch Deutschland, England, Frankreich und Italien
1567-1593 Professor der Poesie (herzoglich), Univ. Rostock
1579-1593 Rektor der Rostocker Lateinschule (später Große Stadtschule), Rostock
1593-1598 Rektor des Gymnasium Illustre, Bremen
1598 Im Amt verstorben
akademische Abschlüsse:
Promotion 1562 Mag. art., Univ. Rostock

akademische Selbstverwaltung:
1569 Dekan
1569-1593 Oberbibliothekar
1573 Dekan
1577 Dekan
1578 Rektor
1581 Dekan
1585 Dekan
1589 Dekan
1592 Dekan
Funktionen:
1579-1593 Rektor der Rostocker Stadtschule
1593-1598 Rektor des Gymnasium Illustre, Bremen
weitere Informationen:
Gründete die Universitätsbibliothek Rostock.
Er wurde zum Poeta laureatus ernannt für seine neulateinischen Dichtungen.

Werke (Auswahl):
Lepidissimae Aliquot Epistolae Et Satyrae Praestantium Poetarum. Rostock 1571.
Hodoeporica Sive Itineraria A Diversis Clarissimis Doctissimisque Viris. Frankfurt am Main 1575.
Fastorum Ecclesiae Christianae. Rostock 1578.
Nomenclator Latino-Saxonicus. Rostock 1585, 19. Auflage.
Grammatica Latina. Lübeck 1621.

Quellen:
Personalakte Nathan Chytraeus, UAR
Fakultätsbuch der Philosophischen Fakultät, UAR
LHAS
weitere Literatur:
Biographisches Lexikon für Mecklenburg. Bd. 2, Rostock 1999, S. 69-81.
Glaser, Karl-Heinz; Lietz, Hanno; Rhein, Stefan: David und Nathan Chytraeus. Humanismus im konfessionellen Zeitalter. Ubstadt-Weiher 1993.
Elsmann, Thomas; Lietz, Hanno; Pettke, Sabine: Nathan Chytraeus 1543-1598. Ein Humanist in Rostock und Bremen. Bremen 1991.
Deutsches Biographisches Archiv I 190, 400-422 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Etwas von gelehrten Rostockschen Sachen 1738: S. 696 ; 1739: S. 209, S. 220, S. 248, S. 279, S. 311, S. 338, S. 371, S. 474, S. 737, S. 788 ; 1740: S. 703 ; 1741: S. 256 ; 1743: S. 143 ; 1744: S. 120
Krey, Joh. Bernh.: Andenken an hiesige Gelehrte 2. Stück (1815): S. 36-40 ; Anhang (1816): S. 30
Krey, Joh. Bernh.: Die Rostockschen Humanisten Zweite Hälfte (1818): S. 83-85, S. 88, S. 111-112
Krey, Joh. Bernh.: Beiträge zur mecklenburgischen Kirchen- und Gelehrtengeschichte Erster Band (1818): S. 54-55, S. 313-314 ; Zweiter Band (1821): S. 169-174, S. 243, S. 249
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1563-1827

eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Chytraeus, am 15. März 1543 in Menzingen geboren, besuchte mit zehn Jahren die Lateinschule Johannes Sturms in Straßburg. 1555 folgte er seinem Bruder David nach Rostock, wo er in der Artistenfakultät immatrikuliert wurde. 1562 erwarb er das Bakkalaureat und den Grad eines Magisters der Künste. 1564 berief ihn Herzog Ulrich III. von Mecklenburg-Güstrow (1555-1603) zum Professor für lateinische Sprache an die Rostocker Universität. Von 1565 bis 1567 unternahm er eine ausgedehnte Bildungsreise durch Europa. Nach seiner Rückkehr erhielt er die Professur für Poetik. 1569 erstmals mit dem Dekanat der Artistenfakultät betraut, bemühte er sich um die Anlage einer Bibliothek, die als Grundstock der Universitätsbibliothek gelten kann. Um 1575 zum Poeta laureatus gekrönt, wurde er im September 1579 neben seinem Professorenamt zum Rektor der Rostocker Lateinschule (später Große Stadtschule) berufen. Seit 1590 war er in verschiedene theologische Konflikte verstrickt; der Vorwurf, Anhänger des Kalvinismus zu sein, führte im Juli 1593 - nach mehrmaligen Versuchen der Rechtfertigung - zur Entlassung aus städtischen und herzoglichen Diensten. Im September 1593 übernahm er das Rektorat der Lateinschule in Bremen, wo er am 25. Februar 1598 starb.

Chytraeus stand lange Zeit im Schatten seines Bruders David; zugleich wirkte der Vorwurf nach, ein verkappter Kalvinist zu sein. Tatsächlich offenbarte er bereits in den 1580er Jahren Tendenzen, die ihn den Reformierten nahebrachten, ohne daß es sich um offene Parteinahme gehandelt hätte. Es gelang ihm in einer Phase der lutherischen und reformierten Konfessionalisierung jedoch nicht, seine Person den Konflikten zu entziehen. Er zählt zu den hervorragenden Vertretern einer Generation von protestantischen Schul-und Universitätshumanisten in der Tradition Melanchthons. Ein Teil seines Werkes bezog sich folglich auf schulische Belange, an der Spitze der "Nomenclator Latinosaxonicus", ein lateinisch-niederdeutsches Schulbuch, das bis ins 17. Jh. Verwendung fand, und eine "Grammatica latina".

Thomas Elsmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 85.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Nathan Chytraeus (In: Adolpho Clarmundo: Vitae clarissimorum in re literaria virorum [...], Teil III, Wittenberg 1710)
chytraeus_nathan_pic.jpg
(67.9 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Unterschrift
chytraeus_nathan_sig.jpg
(20.0 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 85)
chytraeus_nathan_bgur23.html
(2.56 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)