Körner, Otto

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Otto Körner" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001113
(abgerufen am 17.07.2024)

Körner, Otto

Prof.
 
1894-1897 ao. Professor der Medizin
1897-1901 o. Honorarprofessor der Medizin
1901-1929 o. Professor der Medizin/Ohren-, Nasen-, Kehlkopfkrankheiten
(Vorgänger, Nachfolger)
koerner_otto_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1894-1929 Medizinische Fakultät
Institut:
Klinik und Poliklinik für Ohren- und Kehlkopfkranke
Lehr- und Forschungsgebiete:
Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Forschungsschwerpunkt Otologie
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Maximilian Ferdinand
Lebensdaten:
geboren am 18.05.1858 in Frankfurt am Main
gestorben am 09.10.1935 in Rostock
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Wilhelm Körner, Landgerichtsdirektor
Mutter: Elise Körner

Kurzbiographie:
1878 Abitur, Frankfurt am Main
1878-1882 Studium der Medizin an den Univ. Marburg, Freiburg und Straßburg
1882-1886 im Anschluss an Promotion und ärztliche Staatsprüfung Assistent an den Univ.-Kliniken in Straßburg und ab 1885 in Frankfurt am Main
1886-1894 Niederlassung als praktischer Arzt in Frankfurt
1894 Berufung auf das freigewordene Extraordinariat für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten in Rostock
1899 Eröffnung des Neubaus der ersten deutschen Univ.-Klinik für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten
1901 Ernennung zum ersten deutschen Ordinarius für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten, Univ. Rostock
1929 Emeritierung
akademische Abschlüsse:
Promotion 1882 Dr. med., Univ. Straßburg
Titel der Arbeit: Beiträge zur vergleichenden Anatomie und Physiologie des Kehlkopfes der Säugetiere und des Menschen.

akademische Selbstverwaltung:
1899-1929 Klinikdirektor
1904-1905 Dekan
1913-1914 Rektor
1914-1915 Prorektor
1915-1916 Dekan
Funktionen:
1895-1935 Redakteur der "Zeitschrift für Ohren- und Kehlkopfheilkunde"
ab 1900 Mitglied des Vorstandes der Deutschen Otologischen Gesellschaft, Vorsitzender 1903
1914 Ausrichtung der Jahresversammlung der niederdeutschen Hals-, Nasen- und Kehlkopfärzte in Rostock
weitere Mitgliedschaften:
1926 Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
Ehrungen:
1913 Geheimer Medizinalrat
1929 Dr. h. c., Univ. Rostock
Ehrenmitglied der Oto-laryngologischen Gesellschaften in Berlin, Moskau und Budapest, der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, der Gesellschaft deutscher Hals-, Nasen- und Ohrenärzte und des Rostocker Ärztevereins, korrespondierendes Mitglied der Laryngologisch-rhinologischen Gesellschaft in Wien und der Oto-laryngologischen Gesellschaft in Kopenhagen

Werke (Auswahl):
Die otitischen Erkrankungen des Hirns, der Hirnhäute und der Blutleiter. Frankfurt am Main 1894, 5. vollständig neu bearb. Aufl. München 1925.
Lehrbuch der Ohrenheilkunde und ihrer Grenzgebiete. Wiesbaden 1906, weitere Auflagen unter dem Titel: Lehrbuch der Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten, 1909, 16. Aufl. 1969.
Gutachten über die Notwendigkeit einer Prüfung der Ohrenheilkunde im ärztlichen Staatsexamen. Wiesbaden 1896.

Quellen:
Angaben durch Prof. Burkhard Kramp, Rostock
Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 240.
Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 198. [siehe Anhang]
weitere Literatur:
Otto Körner: Erinnerungen eines deutschen Arztes und Hochschullehrers 1858-1914. München, Wiesbaden 1920.
Kramp, Burkhard; Dommerich, Steffen: Die Einrichtung der ersten deutschen Universitäts-HNO-Klinik in Rostock am 25.10.1899 durch Otto Körner - Erstes Ordinariat für das Fach Otologie 1901, Klinikdirektor, Rector magnificus in der Zeit von 1894-1929. In: Kramp, Burkhard (Hg.): 100 Jahre Universitäts-HNO-Klinik und Poliklinik Rostock. Roggentin (u.a.) 1999, S. 47-71.
Kramp, Burkhard: Otto Körner als Hochschullehrer. In: Rostocker medizinische Beiträge 10 (2001), S. 13-22.
100 Jahre Lehrstuhl für Ohren- und Kehlkopfheilkunde. Rostock 2001 (BGUR 24).
Grüschow, Antje: Otto Körners Bedeutung als Arzt, Hochschullehrer und Forscher, erster deutscher Ordinarius für Ohren- und Kehlkopfkrankheiten und Erbauer der ersten norddeutschen Klinik in Rostock. Diss. med., Univ. Rostock 2007.
Kramp, Burkhard; Jerecinski, Antje: Otto Körner. Arzt, Hochschullehrer und Forscher; erster deutscher Ordinarius für Ohren- und Kehlkopfkrankheiten und Gründer der ersten HNO-Fachklinik Nord- und Mitteleuropas. Roggentin 2010.
Deutsches Biographisches Archiv I 686,128; II 736,44-49; III 508,328-332 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918
Epoche 1918-1933

eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Maximilian Otto Ferdinand Körner, am 18. Mai 1858 in Frankfurt am Main geboren, studierte Medizin in Marburg, Freiburg und Straßburg und war nach Promotion im Jahr 1882 und Staatsexamen 1883 Assistent an den Universitätskliniken in Straßburg und Frankfurt. 1886 ließ er sich in Frankfurt als praktischer Arzt nieder. Nachdem er einen Ruf nach Marburg abgelehnt hatte, nahm Körner 1894 den Ruf auf das freigewordene Extraordinariat für Hals-Nasen-Ohrenkrankheiten in Rostock an. Er war damals der einzige Otologe im Ostseeraum, der Operationen am Ohr durchführte. Da er außerdem gerade sein wissenschaftliches Hauptwerk “Die otitischen Erkrankungen des Hirns, der Hirnhäute und der Blutleiter” veröffentlicht hatte, das die operative Therapie der bis dahin als unheilbar geltenden otogenen Hirnabszesse, Sinus- und Hirnhautentzündungen darstellte, da die Anzahl seiner Patienten ständig anstieg von 870 (1894) auf 2023 (1898) und da er Rufe an die Universitäten Breslau, Heidelberg und Leipzig abgelehnt hatte, konnte er den Neubau der ersten deutschen Universitätsklinik für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten, der “Otto-Körner-Klinik”, durchsetzen, die 1899 eröffnet wurde. Er wurde 1901 zum ersten deutschen Ordinarius für HNO-Krankheiten ernannt. Im Jahr 1906 gab er das erste deutsche Lehrbuch für Ohren-, Nasen- und Kehlkopfkrankheiten heraus, das in zahlreiche Sprachen - auch ins Japanische - übersetzt wurde. Nachdem er mehrere Rufe abgelehnt hatte, wurde er zum Rektor gewählt und hat in diesem Zusammenhang die vielbeachteten Reden “Brauchen wir neue Universitäten?” und “Geist und Methode der Natur- und Krankheitsbeobachtung im griechischen Altertum” gehalten. 1926 wurde er zum Mitglied der Leopoldina in Halle gewählt und erhielt 1929 die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät Rostock, war korrespondierendes Mitglied der Wiener laryngologisch-rhinologischen und der Dänischen otolaryngologischen Gesellschaft sowie Ehrenmitglied der Russischen und der Ungarischen otolaryngologischen Gesellschaft. Auch die Medizingeschichte gedenkt seiner dankbar, war er doch einer der besten Kenner der Medizin zur Zeit Homers, denn in der Erforschung der Antike fand er Erholung und Freude. 1929 ließ Körner sich emeritieren; er starb am 9. Oktober 1935 in Rostock.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 198.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Otto Körner (Foto, 1913/1914, befindet sich in der Klinik und Poliklinik für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Kopf- und Halschirurgie "Otto Körner", Doberaner Str. 137/139, Rostock)
koerner_otto_pic.jpg
(46.5 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 198)
koerner_otto_bgur23.html
(2.67 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 459 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0459.jpg
(473 KB) MD5 (keine Anzeige)