Josephi, Johann Wilhelm

go to site content


Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Johann Wilhelm Josephi" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001255
(abgerufen am 23.06.2024)

Josephi, Johann Wilhelm

Prof.
 
1789-1792 ao. Professor der Medizin und Prosektor
1792-1845 Professor der Medizin (2. herzogliche Professur)
(Vorgänger, Nachfolger)
josephi_wilhelm_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1789-1845 Medizinische Fakultät
Lehr- und Forschungsgebiete:
Anatomie, Pathologie
Fachgebiet:
44 Medizin


Lebensdaten:
geboren am 08.03.1763 in Braunschweig
gestorben am 31.08.1845 in Hohen-Sprenz (Mecklenburg)
Familie:
Vater: Rudolf Christian Josephi, Hofarzt
Mutter: Henriette Josephi, geb. Liberti
Schwiegersohn: Gustav Peter Samuel Mähl (1789-1833), Professor der Chemie und Pharmazie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
Schwiegersohn: Heinrich Friedrich Link (1767-1851), Professor der Naturgeschichte, Botanik und Chemie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)
andere: Schwager: Heinrich Valentin Becker (1732-1796), Professor der Niederen Mathematik und Astronomie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1781-1782 Besuch des Carolinums in Braunschweig
ab 1782 Studium, Univ. Göttingen
1784-1785 Prosector am Königlichen Anatomischen Theater in Göttingen
1785 praktischer Arzt in Braunschweig
1785-1788 Privatdozent und Prosector am Theatrum Anatomicum, Univ. Göttingen
ab 1788 praktischer Arzt in Braunschweig, danach in Peine
1789-1792 ao. Professor der Medizin und Prosektor, Univ. Rostock
1792-1845 Professor ordinarius der Medizin, Univ. Rostock
1845 im Amt verstorben, Hohen Sprenz
akademische Abschlüsse:
Promotion 1785 Dr. med., Univ. Helmstedt
Titel der Arbeit: Observationem ad anatomiam et artem obstetriciam spectantum satura.

akademische Selbstverwaltung:
ab 1793 neunzehnmal Dekan (1793-1794, 1796-1797, 1799-1800, 1802-1803, 1805-1806, 1807-1808, 1809-1810, 1812-1813, 1815-1816, 1818-1819, 1821-1822, 1824-1825, 1826-1827, 1829-1830, 1832-1833, 1835-1836, 1837-1838, 1840-1841, 1843-1844)
1805-1806 Rektor
1819-1820 Rektor
1830 Mitglied der Medizinalkommission
Funktionen:
1793 öffentlicher Hebammenlehrer
1806-1813 Regimentsarzt
1808 Generalchirurg
1818-1819 Meister vom Stuhl der Loge zu den drei Sternen
Provinzialgroßmeister der Provinzialloge Mecklenburg- Schwerin und -Strelitz
weitere Mitgliedschaften:
ab 1788 Freimaurer
Ehrungen:
1839 Geheimer Medizinalrat
Ritter des hessischen Ludwigsordens

Werke (Auswahl):
Anatomie der Säugetiere. Göttingen 1787-1792.
Ueber die Vortheile öffentlicher anatomischer Lehranstalten. Rostock 1790.
Bruchstücke einer physisch-medizinischen Beschreibung von Rostock. Rostock 1805-1806.
Chirurgisch-medicinische Beobachtungen. Rostock 1820.
Lehrbuch der Geburtshülfe für Hebammen im Großherzogthum Mecklenburg-Schwerin. Leipzig 1833.

Quellen:
Personalakte Johann Wilhelm Josephi, UAR
weitere Literatur:
Eschenbach, Johann Christian: Annalen der Rostockschen Academie 2 (1791), S. 121-123. (RosDok-Dokument öffnen interner Link)
Fischer, Eberhard. Johann Wilhelm Josephi, Geheimer Medizinalrat, Prof. Dr. med. In: Chronik der Freimaurerei in Mecklenburg und Vorpommern: Festschrift zum 250. Jubiläum der Johannis-Loge Zu den Drei Sternen Nr. 38 i. Or. Rostock. Templin 2011, S. 251-252.
Passig, Willi: Aus dem Medizinerleben: Johann Wilhelm Josephi (1763-1845). In: Stadt meines Lebens: 22 Rostocker Lebensbilder. Rostock 2008, S. 52-59.
Schumacher, Gert-Horst; Wischhusen, Heinzgünther: Anatomie Rostochiensis. Die Geschichte der Anatomie an der 550 Jahre alten Universität Rostock, Berlin 1970, S. 86-92.
Keubke, Klaus-Ulrich: Josephi, Johann Wilhelm (1763 - 1846), Mecklenburg-Schweriner Generalchirurg. Soldaten aus Mecklenburg: Lebensbilder von 1701 bis 1871. Schwerin 2004, S. 30-31.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1563-1827
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
23.09.2009, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Johann Wilhelm Josephi, am 8. März 1763 in Braunschweig geboren, wurde nach der Promotion 1785 in Helmstedt am Göttinger Theatrum anatomicum Privatdozent, dann Arzt und Geburtshelfer. Als außerordentlicher Professor und Prosektor 1789 nach Rostock berufen, bemühte er sich, den trockenen anatomischen Lehrbetrieb zu überwinden durch praktischen Unterricht mit Präparierübungen. Als "Zergliederungshaus" wurde ihm zunächst das ehemalige "Collegium juridicum" am Alten Markt zur Verfügung gestellt. Am 3. November 1790 konnte er das erste Anatomische Institut Rostocks eröffnen mit bewegenden Worten "Über die Vorteile öffentlicher anatomischer Lehranstalten". 1792 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt, 1793 zum Hebammenlehrer. Seine auf eigene Kosten eröffnete Chirurgisch-klinische Anstalt zum Abhalten des praktisch-medizinischen Unterrichts mußte mangels finanzieller Mittel wieder geschlossen werden. Infolge unzulänglicher Seziermöglichkeiten wegen fehlender Bereitstellung von Leichen wandte sich Josephi seit 1805 von der Anatomie ab. Er war 1806 bis 1813 Regimentsarzt und Generalchirurg. Danach machte er sich besonders um die Entwicklung der Geburtshilfe verdient. Entsprechend waren seine Vorlesungen über Anatomie, Pathologie, Physiologie, Hygiene, Chirurgie, Militärarzneikunde, Ophthalmologie und Geburtshilfe. Letztere traten, auch mit Übungen am Phantom, immer mehr in den Vordergrund und wurden in Anlehnung an sein Hebammenlehrbuch (1797) gehalten. Von seinen zahlreichen Veröffentlichungen ist die bedeutendste eine Abhandlung über Extrauteringraviditäten. Zahlreiche populärwissenschaftliche Arbeiten zeugen von seiner aufklärenden Tätigkeit. Als Rektor verfaßte er 1805 eine Einladungsschrift zum Weihnachtsfest "Bruchstücke einer physischmedizinischen Beschreibung von Rostock", die Schilderungen enthält über die Entwicklung der Stadt, den Einfluß der Luft und die Ernährungsgewohnheiten der 13.556 Einwohner, ferner gab er "Rektoratsprogramme" über chirurgischmedizinische Beobachtungen heraus. Am 31. August 1845 ist Josephi in Rostock gestorben.

Gisela Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 134.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Wilhelm Josephi (Bild, ohne Jahr, Porträtsammlung, UAR)
josephi_wilhelm_pic.jpg
(60.5 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 306 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0306.jpg
(472 KB) MD5 (keine Anzeige)
Dokument (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 134)
josephi_wilhelm_bgur23.html
(2.46 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Unterschrift
josephi_wilhelm_sig.jpg
(31.9 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)