Stieda, Wilhelm

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Wilhelm Stieda" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001267
(abgerufen am 19.06.2024)

Stieda, Wilhelm

Prof.
 
1884-1898 o. Professor der Staatswissenschaften
(Vorgänger, Nachfolger)
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(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1884-1898 Philosophische Fakultät
Lehr- und Forschungsgebiete:
Gewerbe- und Handelsgeschichte, Nationalökonomie, Sozialpolitik
Fachgebiet:
89 Politikwissenschaften
83 Volkswirtschaft


 weitere Vornamen:
Karl Wilhelm
Lebensdaten:
geboren am 01.04.1852 in Riga
gestorben am 21.10.1933 in Leipzig
Familie:
Vater: Johann Jacob Christian Stieda (1807-1881), Kaufmann
Mutter: Elmire Elisabeth Stieda, geb. Querfeldt von der Seedeck (1810-1894)
Bruder: Christian Hermann Ludwig Stieda (1837-1918), Professor der Medizin, Univ. Dorpat und Univ. Königsberg (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
Abitur, Riga
1869-1875 Studium der Nationalökonomie und Statistik, Univ. Dorpat, Univ. Berlin, Univ. Paris und Univ. Straßburg
1875-1876 Hilfsarbeiter am Königlich-Preußischen Statistischen Büro
1876-1878 Privatdozent für Staatswissenschaften, Univ. Straßburg
1878-1882 ao. Professor der Geographie, Ethnographie und Statistik, ab 1879 o. Professor der Nationalökonomie und Statistik, Univ. Dorpat
1882-1884 Regierungsrat am Kaiserlichen Statistischen Reichsamt, Berlin
1884-1898 o. Professor der Staatswissenschaften, Univ. Rostock
1890 Ablehnung eines Rufs nach Basel
1893 Ablehnung eines Rufs nach Kiel
1898-1924 o. Professor für Nationalökonomie und Finanzwirtschaft , Univ. Leipzig
1925 Emeritierung
akademische Abschlüsse:
Promotion 1875 Dr. rer. pol., Univ. Tübingen
Habilitation 1876 (Staatswissenschaften), Univ. Straßburg
Titel der Arbeit: Zur Entstehung des deutschen Zunftwesens.
Promotion 1879 Dr. phil., Univ. Dorpat

akademische Selbstverwaltung:
1888-1889 Dekan
1896-1897 Rektor
1897 Führung der Vizekanzellariatsgeschäfte
Funktionen:
1877-1883 Mitglied der Enquete zur Lage des Hausierergewerbes
1881 Regierungsrat am Kaiserlichen Statistischen Amt, Berlin
1891-1898 Vorstandsmitglied im Verein für Rostocks Altertümer
1898-1925 Mitglied des Landeskulturrats für Sachsen
1905 Leiter des Volkswirtschaftlichen Seminars, Univ. Leipzig
1909-1910 Dekan der Philosophischen Fakultät, Univ. Leipzig
1916-1917 Rektor, Univ. Leipzig
weitere Mitgliedschaften:
1887 Korrespondierendes Mitglied der Gesellschaft für Geschichte und Altertumskunde zu Riga (GGuA)
1904 o. Mitglied der Königlich-Sächsischen Akademie der Wissenschaften
Verein für Socialpolitik
Korrespondierendes Mitglied des Vereins für Hamburgische Geschichte
Korrespondierendes Mitglied der "Ehstländischen Literärischen Gesellschaft"
Ehrungen:
1879 Staatsrat
1919 Dr. h. c., Univ. Rostock
Königlich-Sächsischer Geheimer Hofrat
Dr. iur. h. c., Univ. Leipzig

Werke (Auswahl):
Revaler Zollbücher und -quittungen des 14. Jahrhunderts, Halle 1887.
Zur Entstehung des deutschen Zunftwesens, Jena 1876.
Grundriss zu Vorlesungen über Sozialpolitik, Rostock 1882.
Das Hausiergewerbe in Deutschland, Dresden 1899.
Die Nationalökonomie als Universitätswissenschaft, Leipzig 1906.

Quellen:
Personalakte Wilhelm Stieda, UAR (Zuarbeit von Maria Peter)
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv I 1227,166; II 1266,313-317 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Biermann, Wilhelm (Hrsg.): Volkswirtschaftliche und wirtschaftsgeschichtliche Abhandlungen: Wilhelm Stieda; als Festgruß zur sechzigsten Wiederkehr seines Geburtstages dargebracht. Leipzig 1912.
Bräuer, Karl: Wilhelm Stieda: Ein deutsches Gelehrtenleben. In: Schmollers Jahrbuch für Gesetzgebung, Verwaltung und Volkswirtschaft. Berlin 1937. Bd. 61, S. 1-42.
Hansen, Eckhard; Tennstedt, Florian: Wilhelm Stieda. In: Biographisches Lexikon zur Geschichte der deutschen Sozialpolitik. Kassel 2010. Bd. 1, S. 157.
Nekrolog Wilhelm Stieda. In: Hamburgische Geschichts- und Heimatblätter. Hamburg 1934. Bd. 8, S. 141.
Eintrag im Magdeburger Biographischen Lexikon (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Stieda hatte bereits mehrere Stationen wissenschaftlicher Arbeit hinter sich, als er 1884 zum Professor für Staatswissenschaften nach Rostock berufen wurde. Am 1. April 1852 in Riga geboren, studierte er in Dorpat Statistik und Wirtschaftsgeschichte und anschließend in Berlin, wo der Nationalökonom Adolf Wagner und der Statistiker Ernst Engel seine Lehrer waren. Er setzte sein Studium in Straßburg bei Gustav Schmoller fort und wurde 1875 in Tübingen zum Dr. phil. promoviert. Nach seiner Habilitation folgte er 1879 einem Ruf an seine Heimatuniversität Dorpat und war ab 1882 im Kaiserlichen Statistischen Amt in Berlin tätig. Der Schwerpunkt seiner Lehrtätigkeit in Rostock lag in der Allgemeinen Volkswirtschaftslehre sowie in der Finanzwirtschaft und Statistik. Als erster Nationalökonom an dieser Universität hielt er auch Vorlesungen zur Sozialpolitik. In seinen zahlreichen Publikationen behandelte Stieda, seiner Zugehörigkeit zur historischen Schule der Nationalökonomie entsprechend, ein breites Spektrum historischer Themen. Nachdem er an dem Werk Schmollers "Die Straßburger Tucher- und Weberzunft" (1879) mitgearbeitet hatte, behandelte er weitere Themen der älteren Gewerbe- und Handelsgeschichte, darunter auch der mecklenburgischen Gewerbegeschichte. Erwähnung verdienen seine Arbeiten zur hansischen Handelsgeschichte und zur mecklenburgischen Kulturgeschichte. Sein wichtigster Beitrag zur Wissenschaftsgeschichte ist eine Abhandlung zur Herausbildung der Nationalökonomie als Disziplin an den deutschen Universitäten (1906). In seiner Rektoratsrede "Die Lebensfähigkeit des deutschen Handwerks" nahm er auch zu aktuellen Problemen der Volkswirtschaft Stellung. 1898 folgte er einem Ruf an die Universität Leipzig, wurde im Jahr 1904 zum Mitglied der Sächsischen Akademie der Wissenschaften gewählt und 1925 emeritiert. Anläßlich der 500Jahrfeier 1919 verlieh ihm die Juristische Fakultät Rostock die Ehrendoktorwürde. Stieda arbeitete als Mitglied des Vereins für Socialpolitik an der Enquete zur Lage des Hausierergewerbes (1877-1883) mit und war Mitglied weiterer sozialreformerischer Organisationen.

Gerhard Heitz

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 177.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Wilhelm Stieda (Foto, ohne Jahr, UAR)
stieda_wilhelm_pic1.jpg
(85.3 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Wilhelm Stieda (Foto, ohne Jahr, UAR)
stieda_wilhelm_pic.jpg
(38.2 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
stieda_wilhelm_sig.jpg
(21.8 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 177)
stieda_wilhelm_bgur23.html
(2.5 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)