Walther, Wilhelm

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Wilhelm Walther" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001271
(abgerufen am 18.07.2024)

Walther, Wilhelm

Prof.
 
1895-1921 o. Professor der Theologie/historische Theologie
(Vorgänger, Nachfolger)
walther_wilhelm_pic.jpg
walther_wilhelm_pic2.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1895-1921 Theologische Fakultät
Institut:
Kirchengeschichtliches Seminar
Lehr- und Forschungsgebiete:
Kirchen- und Dogmengeschichte
Fachgebiet:
11 Theologie, Religionswissenschaft


 weitere Vornamen:
Wilhelm Marcus
Lebensdaten:
geboren am 07.01.1846 in Ritzebüttel (bei Cuxhaven)
gestorben am 24.04.1924 in Gehlsdorf (bei Rostock)
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Heinrich Friedrich Walther (1797-1876), Pastor
Mutter: Emmi Walther, geb. Stoppel
Tochter: Emmy Köberle, geb. Walther
Schwiegersohn: Justus Köberle, Professor in Rostock (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
ab 1858 Besuch des Domgymnasiums in Verden an der Aller
Besuch des Akademischen Gymnasiums Hamburg
1865-1869 Studium der Theologie an den Univ. Erlangen, Marburg, Tübingen, Göttingen
1870-1895 Pastor adjunctus, ab 1873 Pfarrer in Ritzebüttel
1895-1921 o. Professor an der Univ. Rostock

akademische Selbstverwaltung:
1899-1920 Univ.-Prediger
1907-1908 Rektor
Funktionen:
1910 Theologisches Mitglied des Oberen Kirchengerichts Rostock
1912 Geheimer Konsistorialrath
Ehrungen:
1891 Dr. theol. h. c., Univ. Leipzig
1917 Dr. phil. h. c., Univ. Leipzig
1917 Dr. phil. h. c., Univ. Rostock

Werke (Auswahl):
Adolf Harnacks Wesen des Christentums für die Christliche Gemeinde geprüft. Leipzig 1901.
Luthers Charakter: Eine Jubiläumsgabe der Allgemeinen Evangelisch-Lutherischen Konferenz. 7. Aufl., Leipzig 1917.
Lehrbuch der Symbolik. Die Eigentümlichkeiten der vier christlichen Hauptkirchen - vom Standpunkt Luthers aus dargestellt. 3. erw. und verb. Aufl., Leipzig u.a. 1924.
Die deutsche Bibelübersetzung des Mittelalters. Nieuwkoop 1966 (Nachdr. der Ausgabe: Braunschweig, 1889-1892).
Luthers deutsche Bibel. Festschrift zur Jahrhundertfeier der Reformation. 2. Auflage, München 1978 (Nachdr. d. Ausg. Berlin, Mittler 1918).

Quellen:
Personalakte Wilhelm Walther, UAR (Zuarbeit von Eleonora Konradi)
Walther, Wilhelm: Lebenserinnerungen aus fünfzig Jahren. Schwerin 1922.
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv I 1331,237; II 1364,272-273 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918
Epoche 1918-1933

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Walther wurde am 7. Januar 1846 in Ritzebüttel bei Cuxhaven als Sohn des dortigen Pfarrers geboren, kam 1858 auf das Domgymnasium in Verden an der Aller und studierte 1865-1869 Theologie in Erlangen, Marburg, Tübingen und Göttingen. Im Jahr 1870 wurde er Pastor adjunctus bei seinem Vater, dessen Pfarrstelle er 1873 erhielt. Zum 400. Geburtstag Luthers 1883 fühlte sich Walther von katholischen Polemikern herausgefordert, die Luthers Leistung als Übersetzer der Bibel anzweifelten: Es gab im späten Mittelalter deutsche Übersetzungen der Bibel, denen Luther gefolgt sein sollte. 1889/92 schrieb Walther ein dreibändiges Werk: "Die deutsche Bibelübersetzung des Mittelalters". Sein Ergebnis ist bis heute gültig: Luther war in seiner Bibelübersetzung völlig eigenständig. 1895 wurde Walther Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte in Rostock. Zum 400. Reformationsjubiläum 1917 erhielt er in Leipzig und Rostock die Ehrendoktorwürde der Philosophischen Fakultät. Im Jahr 1920 emeritiert, starb er am 24. April 1924 in Rostock.

Walthers Arbeit galt der Reformationsgeschichte. Für die Weimarer Lutherausgabe hat er die Bände 19 (1897) und 23 (1901) bearbeitet, die als vorbildlich gelten. 1901 schrieb er eine Kritik: "Adolf Harnacks Wesen des Christentums für die Christliche Gemeinde geprüft", die 1901 auch in schwedischer Übersetzung in Uppsala gedruckt wurde. 1906 erschien sein Buch "Für Luther wider Rom. Handbuch der Apologetik und der Reformation den römischen Anklagen gegenüber". Es trug mit dazu bei, daß seitdem manche Vorwürfe gegen Luther verstummten. Das Verzeichnis seiner Schriften umfaßt 189 Nummern. In seinen Lebenserinnerungen erzählt er auch vom Rektoratsjahr 1907/08, in dem es unter anderem um die Zulassung von Frauen zum Studium ging.

Gert Haendler

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 193.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Wilhelm Walther (Ölzeichnung von Paul Moennich, 1905, Porträtsammlung, UAR)
walther_wilhelm_pic.jpg
(74.7 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Wilhelm Walther (Foto, ohne Jahr, UAR)
walther_wilhelm_pic2.jpg
(91.0 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
walther_wilhelm_sig.jpg
(41.5 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 454 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0454.jpg
(480 KB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 193)
walther_wilhelm_bgur23.html
(2.16 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)