Mark, Robert

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Robert Mark" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002650
(abgerufen am 20.05.2024)

Mark, Robert

Prof. Dr. med.
 
1948-1950 Professor mit vollem Lehrauftrag für Innere Medizin (mit den Rechten eines persönlichen Ordinariats)
1950-1957 Professor mit Lehrstuhl für Innere Medizin
(Vorgänger, Nachfolger)
mark_robert_pic.jpg
mark_robert_pic2.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1948-1957 Medizinische Fakultät
Institut:
Medizinische Poliklinik
Lehr- und Forschungsgebiete:
Fragen des Stoffwechsels, Nierenkrankheiten, vegetative Dystonie, Infektionskrankheiten, Hämatologie
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Emil
Lebensdaten:
geboren am 27.06.1898 in Wien
gestorben am 12.05.1981 in Münster
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Dr. iur. Emil Mark, Eisenbahnbeamter, Hofrat
Mutter: Toni Mark, geb. Strial

Kurzbiographie:
1916 Matura, Wien
1916-1918 Reserveleutnant in der österreichischen Armee
1918-1922 Studium der Humanmedizin, Univ. Wien
1923-1924 Forschungsaufenthalt in Morristown (USA)
1924-1932 Assistententätigkeiten an den Univ. Wien, 1926 Halle, 1927 Würzburg und 1930 Köln
1932-1936 Dozententätigkeit in Köln und ab 1934 Breslau, aus rassischen Gründen entlassen
1936 Arztstellen an den Kliniken in Glogau und Weimar
1937-1948 nichtbeamteter ao. Professor, Univ. Münster
1939-1946 Wehrmacht (zuletzt: Oberfeldarzt) und Kriegsgefangenschaft
1948-1957 Professor für Innere Medizin, Univ. Rostock
1957-1962 Professor mit Lehrstuhl für Innere Medizin, Univ. Halle
1962 vorzeitige Emeritierung, Übersiedlung nach Recklinghausen
akademische Abschlüsse:
Promotion 1922 Dr. med., Univ. Wien
Habilitation 1931 (Pathologische Physiologie), Univ. Köln
Titel der Arbeit: Zur normalen und pathologischen Stoffwechselphysiologie der Milz.

akademische Selbstverwaltung:
1948-1957 Klinikdirektor
1951-1953 Dekan
1953-1955 Prodekan
Funktionen:
1946-1948 Leiter der Poliklinik, Univ. Münster
1957-1962 Klinikdirektor, Univ. Halle
weitere Mitgliedschaften:
Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
Deutsche Akademie der Wissenschaften zu Berlin
Ehrungen:
1930 Preis der Österreichischen Akademie der Wissenschaften

Werke (Auswahl):
Mikroskopisch-chemischer Kurs. Hamburg 1949.
Wege vergleichender Therapie in der inneren Medizin. Berlin 1950-1952.
Klinik und Therapie der vegetativen Dystonie. Wien 1954.
Normoglykämie und Aglykosurie in der Diabetesbehandlung. Leipzig 1974.

Quellen:
Personalakte Robert Mark, UAR; zusammengestellt von Manuela Hartmann, Rostock
Eintrag im Catalogus Professorum Halensis (Link öffnen externer Link)
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv II 855, 348-349. (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
02.11.2009, mglasow / 24.11.2022, rstephan

bibliography

Dokument:

Der am 27. September 1898 in Wien als Sohn eines Hofrats geborene Robert Mark diente nach dem Abitur bis zum Ende des 1. Weltkrieges als Reserveleutnant in der österreichischen Armee. In den folgenden vier Jahren studierte er Medizin an der Universität seiner Geburtsstadt und promovierte im November 1922 zum Doktor med. und trat darauf folgend eine Hilfsarztstelle in Wien an. Diese gab er kurze Zeit später wieder auf um sich in Morristown/USA ganz der Forschungsarbeit zu widmen.
1924 kehrte er in seine Heimat zurück und arbeitete als Assistenzarzt in Wien. In den nächsten Jahren folgten weitere Assistenzstellen in Halle, Würzburg und Köln. An der Universität der Rheinmetropole hielt er auch erstmals Vorlesungen. Dort habilitierte Mark 1931 im Fachbereich der pathologischen Physiologie.

1936 verlor er seine erst zwei Jahre zuvor erhaltene Assistentenstelle in Breslau, da ihn die Nationalsozialisten aufgrund jüdischer Vorfahren als nicht geeignet für die Hochschullaufbahn eingeschätzt hatten. Nach kleineren Tätigkeiten in verschiedenen Krankenhäusern ging Mark nach Münster und wurde 1937 zum nichtbeamteten außerordentlichen Professor für Innere Medizin ernannt. Die Überprüfung seiner Abstammung durch die NS-Behörden muss wohl, anders als noch in Breslau, zu seinen Gunsten ausgefallen sein.

Einen Monat vor Kriegsbeginn trat er aus freien Stücken in die Wehrmacht ein und war bis zur Kapitulation in der Armee als Internist tätig und wurde mit dem Kriegsverdienstkreuz 2. Klasse ausgezeichnet. 1945 geriet Mark in Kriegsgefangenschaft, kehrte aber ein Jahr später zurück nach Münster und leitete als Oberarzt die dortige Poliklinik. Obgleich er auf mehreren Berufungslisten gestanden hatte, bekam er kein Ordinariat.
1948 erhielt Mark den Ruf auf ein persönliches Ordinariat für Innere Medizin in Rostock und leitete die Universitätspoliklinik. Drei Jahre später folgte die Ernennung zum Professor mit Lehrstuhl für den Fachbereich "Innere Medizin". In den kommenden Jahren war Mark maßgeblich am Wiederaufbau der im Krieg stark zerstörten Klinik beteiligt.

Die Weigerung Marks, für den verstorbenen Diktator Stalin in seiner Klinik eine Trauerfeier abzuhalten, führte dazu, dass er die Leitung der Fakultät verlor. 1957 folgte er dem Ruf an die Martin-Luther-Universität in Halle. Er bot trotz der Schwierigkeiten zwischen ihm und der Universitätsleitung an, an zwei Wochentagen nach Rostock zu kommen und weiterhin Vorlesungen zu halten, da er seine Arbeit in der Hansestadt zu Ende bringen wollte.
Auch in Halle kam es zu Unstimmigkeiten. Die Universität verweigerte Mark aufgrund seiner Doppelstaatbürgerschaft die formale Bestätigung seines Lehrstuhls. 1962 bat er um seine Emeritierung und zog nach Recklinghausen.
Robert Mark starb 82jährig im Mai 1981 in Münster.

 
Manuela Hartmann, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2009.

Dokumente/Anhang

Anhang:
Robert Mark (Foto, 1952, UAR)
mark_robert_pic.jpg
(53.1 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Robert Mark (Foto, 1957, UAR)
mark_robert_pic2.jpg
(44.4 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Dokument (Biographischer Artikel von Manuela Hartmann, 2009)
mark_robert_bio.html
(4.08 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)