Diezel, Wolfgang

go to site content


Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Wolfgang Diezel" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002656
(abgerufen am 15.07.2024)

Diezel, Wolfgang

Prof. Dr. med. habil.
 
1989-1994 o. Professor für Dermatologie und Venerologie
(Vorgänger, Nachfolger)
diezel_wolfgang_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1989-1990 Bereich Medizin
1990-1994 Medizinische Fakultät
Institut:
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Lehr- und Forschungsgebiete:
Autoimmunkrankheiten; Psoriasis (Schuppenflechte); Entwicklung von Splenopentin
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Albin Manfred
Lebensdaten:
geboren am 29.11.1940 in Naitschau (Kr. Greiz)
gestorben am 26.11.1995
Familie:
Vater: Technischer Direktor des Webereikombinats VEB Novotex
Mutter: Sachbearbeiterin

Kurzbiographie:
1959 Abitur, Greiz
1959-1960 Praktisches Jahr (Hilfskrankenpfleger), Kreiskrankenhaus Greiz
1960-1966 Medizinstudium, Univ. Leipzig
1966-1972 Facharztausbildung am Biochemischen Institut der Univ. Leipzig
1972-1973 Facharzt für Biochemie an der Univ. Leipzig
1973-1976 Facharztausbildung für Dermatologie an der Univ.-Hautklinik der Charité (Berlin)
1985-1989 ao. Professor für Dermatologie, Humboldt-Univ. Berlin
1988 Visiting Professor, Department of Dermatologie, John-Hopkins-Univ., Baltimore (USA)
1989-1994 o. Professor für Dermatologie und Venerologie, Univ. Rostock
1995 bei einem Autounfall tödlich verunglückt
akademische Abschlüsse:
Promotion 1966 Dr. med., Univ. Leipzig
Titel der Arbeit: Die Atmung des Leberhomogenates von Meerschweinchen im prae- und postnatalen Leben.
Habilitation 1978 Dr. sc. med., Univ. Leipzig
Titel der Arbeit: Untersuchungen zur Pathogenese des Lupus erythematodes visceralis - Immunreaktivität und pathogenetische Bedeutung von UV-Licht.
anderer 1980 facultas docendi (Dermatologie und Venerologie), Humboldt-Univ. Berlin

akademische Selbstverwaltung:
1989-1994 Klinikdirektor
Ehrungen:
1981 Rudolf-Virchow-Preis
Parteimitgliedschaften:
ab 1975 SED


Quellen:
Personalakte Wolfgang Diezel, UAR; zusammengestellt von Sebastian Funke, Rostock
Gross, Gerd (Hg.): 100 Jahre Universitäts-Hautklinik und Poliklinik Rostock. Rostock 2002, S. 77-79. (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990
Epoche 1990-heute

eingestellt / geändert:
11.11.2009, mglasow / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Wolfgang Diezel erblickte als Sohn eines Technischen Direktors und einer Sachbearbeiterin am 29.11.1940 in Naitschau bei Greiz (Thüringen) das Licht der Welt. Sein schulischer Werdegang führte ihn über die Zentralschule in Naitschau, die er von 1944 bis 1955 besuchte, bis zur Oberschule in Greiz, wo er 1959 sein Abitur ablegte. Nach der Reifeprüfung folgte ein praktisches Jahr als Hilfskrankenpfleger im Greizer Kreiskrankenhaus.

Im Jahre 1960 nahm Wolfgang Diezel ein Medizinstudium an der Leipziger Universität auf. Sechs Jahre später schloss er dieses mit dem Staatsexamen ab und promovierte mit seiner Dissertation über "Die Atmung des Leberhomogenates von Meerschweinchen im prae- und postnatalen Leben" zum Doktor der allgemeinen Medizin. Seine Arbeit wurde mit der Note magna cum laude ausgezeichnet. Nach seinem Studium folgten weitere Bildungsjahre. So nahm Wolfgang Diezel im gleichen Jahr eine Facharztausbildung für Biochemie am Biochemischen Institut der Universität Leipzig auf. 1972 schloss er diese ab und arbeitete in dieser Position bis 1973 an der Leipziger Universität. Anschließend zog es ihn nach Berlin, wo er eine Facharztausbildung für Dermatologie an der Universitäts-Hautklinik der Charité aufnahm und 1976 abschloss. Die darauffolgenden Jahre arbeitete er als Fach- und Assistenzarzt und ab 1979 als Oberarzt an der Charité. Nach seiner Habilitation im Jahre 1978 mit dem Thema "Untersuchungen zur Pathogenese des Lupus erythematodes visceralis - Immunreaktivität und pathogenetische Bedeutung von UV-Licht", wurde Wolfgang Diezel 1981 zum Dozenten für den Bereich Dermatologie an die Humboldt-Universität zu Berlin berufen, nachdem ihm schon 1980 die facultas docendi (Dermatologie und Venerologie) verliehen wurde. Von 1981-1984 hatte er das Amt des stellvertretenden Forschungsdirektors für den Bereich Medizin inne. Wolfgang Diezels Arbeiten waren in der medizinischen Fachwelt sehr angesehen, so wurde er 1981 mit dem Rudolf-Virchow-Preis bezüglich seiner Arbeiten zu Pathogenese, Diagnostik und Therapie von Autoimmunkrankheiten geehrt. Ab 1984 bekleidete er den Posten des Leiters der neugeschaffenen Forschungsabteilung an der Hautklinik der Charité. 1985 wurde er zum außerordentlichen Professor für Dermatologie berufen.

Vier Jahre später, mit der Umberufung zum ordentlichen Professor für Dermatologie und Venerologie an die Universität Rostock, sollte es Wolfgang Diezel nach Rostock führen. Hier hatte er bis 1994 den Lehrstuhl für Dermatologie sowie das Direktorat der Dermatologischen Klinik und Poliklinik inne. Während seiner Zeit an der Universität Rostock kam es aber auch zu Konflikten mit seinem Arbeitgeber. Schon mit Ablauf des 31.12.1992 sollte das Arbeitsverhältnis aufgrund von Stellenabbaumaßnahmen von der Arbeitgeberseite aus gekündigt werden. Mittels eines Rechtsstreits konnte die Weiterbeschäftigung bis zum rechtskräftigen Abschluss des Kündigungsschutzverfahrens erzwungen werden. 1994 kam es jedoch zu einem außerordentlichen Vergleich, am Ende dessen die Auflösung des Arbeitsverhältnisses stand und die Karriere von Wolfgang Diezel an der Universität Rostock somit beendet war. Es zog ihn zurück nach Berlin. Am 26.11.1995 verunglückte Wolfgang Diezel, "als er vom Grab seiner Frau kommend, auf vereister Autobahn mit dem PKW ins Schleudern geriet"[1], tödlich.

Sebastian Funke, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

[1] Gross, Gerd (Hg.): 100 Jahre Universitäts-Hautklinik und Poliklinik Rostock. Rostock 2002, S. 77.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Wolfgang Diezel (Foto, um 1990, Personalakte, UAR)
diezel_wolfgang_pic.jpg
(52.9 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Dokument (Biographischer Artikel von Sebastian Funke, 2010)
diezel_wolfgang_bio.html
(4.86 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)