Fleck, Franz

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Franz Fleck" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002660
(abgerufen am 19.06.2024)

Fleck, Franz

Prof. Dr. med. habil.
 
1957-1959 Dozent für Haut- und Geschlechtskrankheiten
1959 Professor mit Lehrauftrag für Haut- und Geschlechtskrankheiten
(Vorgänger, Nachfolger)
fleck_franz_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1957-1959 Medizinische Fakultät
Institut:
Dermatologische Klinik und Poliklinik
Lehr- und Forschungsgebiete:
Endokrinologie
Fachgebiet:
44 Medizin


Lebensdaten:
geboren am 11.12.1909 in Kosel (Kr. Dux, Nordböhmen)
gestorben am 16.01.1995 in Jena
 Konfession:
römisch-katholisch
Familie:
Vater: Wenzel Fleck, Landwirt
Mutter: Anna Fleck, geb. Richter, Landwirtin

Kurzbiographie:
1931 Abitur, Dux
1931-1938 Studium der Humanmedizin, Deutsche Univ. Prag
1938-1940 Assistenzarzt an der Univ.-Hautklinik Prag
1940-1941 Praktischer Arzt, Kosel
1941-1945 Wehrmacht, Sanitätsoffizier, Dienst in unterschiedlichen Lazaretten
1945-1948 Arzt in der Stadtgemeinde Watenstedt-Salzgitter
1948-1949 wiss. Mitarbeiter der Firma Schering A.G., Braunschweig
1950-1957 nebenamtliche Tätigkeit an der Regierungspoliklinik und der sowjetischen Poliklinik in Berlin
1954-1957 Dozent für Dermatologie und Venerologie, Humboldt-Univ. Berlin
1957-1959 Dozent und Professor für Haut- und Geschlechtskrankheiten, Univ. Rostock
1959-1974 Chefarzt und Direktor der Hautklinik und Hautambulanz am Bezirkskrankenhaus Gera
1975 Ruhestand
akademische Abschlüsse:
Promotion 1938 Dr. med., Deutsche Univ. Prag
Habilitation 1954 Dr. med. habil. (Dermatologie und Venerologie), Humboldt-Univ. Berlin
Titel der Arbeit: Klinische und experimentelle Erfahrungen mit hormonalen Wirkstoffen an der gesunden und kranken Haut.

akademische Selbstverwaltung:
1958-1959 kommissarischer Klinikdirektor
Mitglied des Fakultätsrates
Funktionen:
1950-1956 Leiter der Univ.-Hautpoliklinik und endokrinologischen Abteilung, Berlin
Ehrungen:
1974 Verdienter Arzt des Volkes

Werke (Auswahl):
Gemeinsam mit Fleck, Margarete: Die Haarkrankheiten des Menschen. Ihre Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlung. Berlin 1962.
Dies.: Lehrbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten. Berlin 1962, 4. Aufl. 1973.
Dies.: Organische und funktionelle Sexualerkrankungen. Berlin 1968, 2. Aufl. 1974.

Quellen:
Personalakte Franz Fleck, UAR; zusammengestellt von Sebastian Funke, Rostock
Heise, Helmut: Das Kommissariat von Franz Fleck. In: 100 Jahre Universitäts-Hautklinik und Poliklinik Rostock. Rostock 2002, S. 65-66.
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv II 376,284. (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
17.11.2009, mglasow / 24.11.2022, rstephan

bibliography

Dokument:

Franz Fleck wurde als Sohn einer alteingesessenen Erbbauerfamilie am 11.12.1909 in Kosel im Kreis Dux (Nordböhmen) geboren. Dort begann 1916 seine schulische Ausbildung, welche er am Staatsrealgymnasium in Dux 1923 fortsetzte und mit der Reifeprüfung 1931 abschloss. Im gleichen Jahr begann er mit einem Studium der Humanmedizin an der Deutschen Universität in Prag, welches er 1938 abschloss. Im gleichen Jahr promovierte er zum Doktor der Medizin. Zwei weitere Jahre verbrachte er als Assistenzarzt an der Universitäts-Hautklinik in Prag bis er Ende 1939 an seinen Geburtsort zurückkehrte und dort als Arzt praktizierte. Franz Fleck wurde 1941 zum Kriegsdienst einberufen. Als Sanitätsoffizier war er in unterschiedlichen Lazaretten tätig und wurde 1943 schwer verwundet.

1945 nahm er seine Tätigkeit wieder auf und arbeitete bis 1948 als Arzt in der Stadtgemeinde Watenstedt-Salzgitter. Im Anschluss bewarb sich Franz Fleck als wissenschaftlicher Mitarbeiter bei der Schering A.G. in Braunschweig, wo er bis zur Auflösung der dortigen Forschungsabteilung 1949 arbeitete. Nach seiner Entlassung ging er nach Berlin und fand dort eine Anstellung als wissenschaftlicher Assistent und Stationsarzt an der Univ.-Hautklinik der Charité. Franz Fleck wusste zu überzeugen. Ein Jahr nach der Anstellung übernahm er die Leitung der dortigen Universitäts-Hautklinik, die er für fünf Jahre innehatte. Neben seiner Arbeit an der Universität war er von 1950 an für sieben Jahre nebenamtlich an der Regierungspoliklinik und der sowjetischen Poliklinik in Berlin tätig. 1952 wurde er Oberarzt und zwei Jahre später erfolgte die Habilitation für Dermatologie und Venerologie mit dem Thema "Klinische und experimentelle Erfahrungen mit hormonalen Wirkstoffen an der gesunden und kranken Haut". Im gleichen Jahr – 1954 – wurde er Dozent.

1957 folgte die Umhabilitation an die Rostocker Universität, was das Ende seines Engagements an der Charité bedeutete. In Rostock übernahm Franz Fleck die Aufgaben eines Oberarztes an der Universitäts-Hautklinik und als Dozent für Haut- und Geschlechtskrankheiten. Ein Jahr später wurde er vom Rektor der Universität Rostock "mit Wirkung vom 1. Mai 1958 mit der kommissarischen Leitung der Dermatologischen Klinik beauftragt".[1] Trotz des Wissens, dass Franz Fleck 1959 freiwillig aus dem Universitätsdienst ausscheiden und eine Stelle als Chefarzt und Direktor der Hautklinik und Hautambulanz am Bezirkskrankenhaus Gera annehmen würde, wurde er aufgrund seiner Leistungen zum Professor mit Lehrauftrag für das Fachgebiet Haut- und Geschlechtskrankheiten an der Medizinischen Fakultät der Universität Rostock ernannt. Trotz der Ernennung schied er am 30.05.1959 aus dem universitären Dienst aus und übernahm eine leitende Stelle in Gera. Der Dekan der Medizinischen Fakultät, Professor Dr. Mehlan, beschrieb Franz Fleck in einem Brief an den ärztlichen Direktor des Bezirkskrankhauses in Gera als einen "außerordentlich erfahrenen Klinikdirektor und einen befähigten Wissenschaftler […] der durch seine jahrelange Tätigkeit auf seinem Fachgebiet in bester Weise dieser Abteilung vorstehen kann". Darüberhinaus hat er sich "während seiner kommissarischen Tätigkeit in Rostock hinsichtlich der Klinikleitung und der Ausübung seiner Lehrtätigkeit bestens bewährt".[2] Sein Ausscheiden wurde mit Bedauern aber gleichzeitig mit Verständnis zur Kenntnis genommen: "Wir bedauern es außerordentlich, Herrn Doz. Dr. Fleck zu verlieren, leider war dies im Zusammenhang mit der Berufung seiner Frau auf einem Lehrstuhl in Thüringen notwendig, da man schlecht verlangen kann, daß eine Familie über Jahre und Kilometer ständig getrennt lebt."[3]

In Gera war Franz Fleck bis 1974 tätig und schrieb mit seiner Frau Magarete in diesem Zeitraum zahlreiche Bücher. Von diesen hervorzuheben sind u.a. das "Lehrbuch der Haut- und Geschlechtskrankheiten" welches 1962 beim Verlag Volk und Gesundheit erschien und vier Auflagen umfasste. Im gleichen Jahr erschien ihr Buch "Die Haarkrankheiten des Menschen. Ihre Ursachen, Erscheinungsformen und Behandlung. Eine Haarkunde für Klinik und Praxis". 1968 wurde von den Flecks unter dem Titel "Organische und funktionelle Sexualerkrankungen" ein weiteres Buch veröffentlicht. Nach seiner Tätigkeit in Gera trat er seinen Ruhestand an. Am Ende seiner Karriere wurde er für seine Leistungen als "Verdienter Arzt des Volkes" ausgezeichnet.

Er verstarb im Alter von 83 Jahren am 16.01.1995 in Jena.

Sebastian Funke, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

[1] Personalakte Franz Fleck, UAR, Bl. 65.

[2] Personalakte Franz Fleck, UAR, Bl. 69.

[3] Ebenda.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Franz Fleck (Foto, um 1959, UAR)
fleck_franz_pic.jpg
(56.7 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
fleck_franz_sig.jpg
(35.6 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Dokument (Biographischer Artikel von Sebastian Funke, 2010)
fleck_franz_bio.html
(6.19 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)