Ruickoldt, Ernst

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Ernst Ruickoldt" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000228
(abgerufen am 03.06.2026)

Ruickoldt, Ernst

Prof. Dr. med.
 
1934-1945 o. Professor für Pharmakologie
1954-1961 Professor mit Lehrstuhl für Pharmakologie
(Vorgänger, Nachfolger)
ruickoldt_ernst_pic.jpg

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1934-1945 Medizinische Fakultät
1954-1961 Medizinische Fakultät
Institut:
Pharmakologisches Institut
Lehr- und Forschungsgebiete:
Sportphysiologie, Pharmakologie, Toxikologie
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Emil Christian
Lebensdaten:
geboren am 09.09.1892 in Weimar
gestorben am 08.10.1972 in Rostock
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Dr. med. Wilhelm Ruickoldt (1849-1915), Arzt
Mutter: Marta Ruickoldt (1855-1940), geb. Schenk

Kurzbiographie:
1911 Abitur, Weimar
1911-1920 Studium der Humanmedizin, Univ. München und Göttingen
1914-1919 Kriegsfreiwilliger im Ersten Weltkrieg, zuletzt: Bataillonsarzt, ab 1918 englische Kriegsgefangenschaft
1920-1921 Volontärassistent, Univ.-Kinderklinik München
1921 Facharzt für Kinderheilkunde
1921-1930 Assistent am Pathologischen Institut, ab 1923 am Pharmakologischen Institut der Univ. Rostock
1923 Facharzt für Pharmakologie und Toxikologie
1930-1934 Assistenzarzt, ab 1931 Privatdozent und 1. Assistent am Pharmakologischen Institut der Univ. Göttingen
1934-1945 o. Professor für Pharmakologie, Univ. Rostock
ab 1939 Einsatz in Rostocker Reservelazaretten, 1940 Unfall bei einer Luftschutzübung, anschließend schwere Kinderlähmung und bis 1944 Klinikaufenthalte
1945-1954 wegen NS-Belastung entlassen, Gastarzt an der Univ.-Kinderklinik und beratender Arzt an der Beratungsärztlichen Dienststelle der Staatlichen Sozialversicherung, ab 1948 niedergelassener Kinderarzt in Rostock
1954-1961 nach Rehabilitierung [siehe Anhang] Professor mit Lehrstuhl für Pharmakologie, Univ. Rostock
1962 Ruhestand
akademische Abschlüsse:
Studium 1920 Medizinisches Staatsexamen, Univ. München
Promotion 1921 Dr. med., Univ. München
Titel der Arbeit: Über das Vorkommen hypertrophischer Muskulatur bei Hypothyreosen.
Habilitation 1931 (Pharmakologie), Univ. Göttingen

akademische Selbstverwaltung:
1934-1940 Institutsdirektor
1936-1937 Prorektor
1937-1941 Rektor
1944-1945 Institutsdirektor
1945 zweimonatige Vertretung des Rektors
1945 Mitglied des Akademischen Senats
1954-1961 Institutsdirektor
Funktionen:
1922-1930 Leiter der Sportärztlichen Beratungsstelle beim Amt für Leibesübungen der Stadt Rostock
ab 1924 Mitbegründer des Deutschen Sportärztebundes, ab 1932 Mitglied des Zentralvorstandes und anschließender Zweiter Vorsitzender
ab 1933 Mitglied der SA, dort verschiedene ärztliche Tätigkeiten, zuletzt: SA-Sanitätsobersturmbannführer
1934-1937 Landesgewerbearzt für Mecklenburg
ab 1935 beratender Sportarzt für "Kraft durch Freude"
Parteimitgliedschaften:
1937-1945 NSDAP


Quellen:
Personalakte Ernst Ruickoldt, UAR
Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 339-341.
weitere Literatur:
Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 214. [Anhang]
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1933-1945
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP / 17.11.2022, administrator

Biographie

Dokument:

Ernst Emil Christian Ruickoldt, geboren am 9. September 1892 in Weimar, studierte Medizin in München und Göttingen. Nach seiner Teilnahme am ersten Weltkrieg, Staatsexamen und Facharztausbildung für Kinderheilkunde in München ging er 1921 nach Rostock und war zunächst Assistent am Pathologischen Institut. 1923 wechselte er zum Pharmakologischen Institut über, dessen Direktor damals E. Frey (gest. 1960) war. 1930 ging Ruickoldt zurück an das Göttinger Pharmakologische Institut, wo er sich 1931 habilitierte und bis 1934 als Oberarzt blieb. Am 1. April 1934 als Professor für Pharmakologie und Toxikologie an die Universität Rostock berufen, wurde er 1937 zum Rektor gewählt und hielt im gleichen Jahr seine Rektoratsrede über "Wandlungen der Giftgefährdung". Seine Vorlesungen erfreuten sich bald großer Beliebtheit bei den Studierenden, so daß sie üblicherweise bis zum Schluß des Semesters bis auf den letzten Platz besetzt waren. Kurz nach Beginn des zweiten Weltkriegs verunglückte er und zog sich eine schwere Verletzung zu, der eine Poliomyelitiserkrankung folgte. Dadurch zum Schwerbeschädigten geworden, wurde er am 27. Oktober 1945 aus dem Universitätsdienst entlassen, weil er nach seiner Wahl zum Rektor Mitglied der NSDAP geworden war. Von 1948 bis 1954 war er als Facharzt für Kinderheilkunde in eigener Praxis in Rostock tätig. Im Jahr 1954 erneut als Professor für Pharmakologie und Toxikologie an die Universität Rostock berufen, konnte er bis 1962 wieder den pharmakologischen Unterricht erteilen. Besondere Verdienste erwarb sich Ruickoldt durch den Aufbau der forensischen Blut-Alkohol-Bestimmung für Mecklenburg. Er starb am 8. Oktober 1972 in Rostock.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 214.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Ernst Ruickoldt (Foto, 1954, UAR)
ruickoldt_ernst_pic.jpg
(57.0 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Lebenslauf (1954, Personalakte, UAR)
ruickoldt_ernst_cv.pdf
(368 KB) MD5 (keine Anzeige)
Schriftenverzeichnis (bis 1954, Personalakte, UAR)
ruickoldt_ernst_bib.pdf
(493 KB) MD5 (keine Anzeige)
Berufungsvorschlag (1954, Personalakte, UAR)
ruickoldt_ernst_berufungsvorschlag.pdf
(380 KB) MD5 (keine Anzeige)
Einschätzung der Kaderabteilung (1954, Personalakte, UAR)
ruickoldt_ernst_einschaetzung.pdf
(640 KB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 214)
ruickoldt_ernst_bgur23.html
(2.06 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)