Link, Heinrich Friedrich

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Heinrich Friedrich Link" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000604
(abgerufen am 07.03.2026)

Link, Heinrich Friedrich

Prof.
 
1792-1811 Professor der Naturgeschichte, Botanik und Chemie (herzoglich)
(Vorgänger, Nachfolger)
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(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1792-1810 Philosophische Fakultät
1810-1811 Medizinische Fakultät
Lehr- und Forschungsgebiete:
Polyhistorie, physikalische Geographie, Pharmakognosie, Toxikologie, Philosophie
Fachgebiet:
90 Gelehrte
42 Biologie
35 Chemie
44 Medizin


Lebensdaten:
geboren am 02.02.1767 in Hildesheim
gestorben am 01.01.1851 in Berlin
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: August Heinrich Link (1738-1783), Pastor
Mutter: Elisabeth Sophia Link geb. von Wulffen (1736-1814)
Ehefrau: Charlotte Juliane Link, geb. Josephi (1768-1829)
andere: Schwager: Wilhelm Josephi (1763-1845), Professor der Medizin an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1786 Abitur, Hildesheim
1786-1790 Studium der Medizin und Naturwissenschaften, Univ. Göttingen
1789 Privatdozent für Medizin und Naturwissenschaften, Göttingen
1792-1811 herzoglicher Professor der Naturgeschichte, Botanik und Chemie, Univ. Rostock
1797-1799 Reisen durch Frankreich, Spanien und Portugal
1799 Ablehnung eines Rufs an die Univ. Halle
1811-1815 Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Gartens, Univ. Breslau
1815-1851 Professor der Botanik und Direktor des Botanischen Gartens, Univ. Berlin
akademische Abschlüsse:
Promotion 1790 Dr. med., Univ. Göttingen
Titel der Arbeit: Florae Goettingensis specimen, sistens Vegetabilia saxo calcario propria.
Promotion 1792 Mag. art., Univ. Rostock

akademische Selbstverwaltung:
1799-1780 Dekan
1806-1807 Rektor
1807-1808 Rektor
1808-1809 Dekan
Funktionen:
Beisitzer der Wissenschaftlichen Deputation im Preußischen Ministerium
Direktor des Botanischen Gartens, Breslau und Berlin
Direktor der Pharmakognostischen Sammlung, Berlin
Direktor des Universitätsgartens, Berlin
Mitbegründer der Deutschen Gartenbau-Gesellschaft
1801 Medizinische- und Pharmazeutische Prüfungskommission
1814-1815 Rektor, Univ. Breslau
1816-1817 Rektor, Univ. Berlin
1819-1851 Direktor des Königlichen Herbariums, Berlin
1834 Präsident der Gesellschaft für Natur- und Heilkunde
weitere Mitgliedschaften:
Gesellschaft Naturforschender Freunde zu Berlin
Linnaean Society
Royal Society of London
1801 Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina
1815 Königliche Akademie der Wissenschaften zu Berlin
1829 Bayrische Akademie der Wissenschaften
1840 Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften
Ehrungen:
Ehrenmitglied der Mecklenburgischen Landwirtschaftlichen Gesellschaft
1788 Erster Preis der Göttinger Societät, zusammen mit dem Greifswalder Prof. Rudolphi zum Thema "Commentatio de analysi urinae et origine calculi"
1792 Korrespondierendes Mitglied der Göttinger Akademie der Wissenschaften
1823 Geheimer Obermedizinalrat
1845 Orden Pour le Merité
weitere Informationen:
Gilt als einer der letzten Universalgelehrten. Eine Straße in Berlin führt seinen Namen.

Werke (Auswahl):
Beyträge zur Naturgeschichte, 2 Bde. Rostock 1794-1801.
Flore Portugaise: ou description de toutes les plantes qui croissent naturellement en Portugal, 2 Bde. Berlin 1809 und 1820. Zusammen mit Johann C. de Hoffmansegg.
Die Grundwahrheiten der neuern Chemie: Nach Fourcroy's Philosophie chimique. Rostock 1815.
Grundlehren der Kräuterkunde, 2 Bde. Berlin 1837.
Die Philosophie der gesunden Vernunft. Berlin 1850.
Nachweis von Publikationen:

Quellen:
Personalakte Heinrich Friedrich Link, UAR
weitere Literatur:
Sens, Ingo: Der Naturforscher Heinrich Friedrich Link und sein theoretisches Werk in seiner Rostocker Zeit (1792-1811). In: Jakubowski, Peter; Münch, Ernst (Hg.): Wissenschaftliche Tagung Universität und Stadt anlässlich des 575. Jubiläums der Eröffnung der Universität Rostock. Rostock 1995, S. 189-202.
Guntau, Martin: Chemische Ideen im wissenschaftlichen Werk von Heinrich Friedrich Link (1767-1851). In: BGUR 13 (1989), S. 71-79.
Boll, Ernst: Nekrolog Heinrich Friedrich Link. In: Archiv des Vereins der Freunde der Naturgeschichte in Mecklenburg. Bd. 5, S. 217-219. Neubrandenburg 1851.
Pommer, Christine-Kai: Heinrich Friedrich Link. Die Reise eines Naturforschers und Mediziners nach Frankreich, Spanien und Portugal. Lübeck 2008.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1563-1827

eingestellt / geändert:
23.09.2009, klabahn / 15.09.2025, cfruehauf

bibliography

Dokument:

Am 2. Februar 1767 in Hildesheim geboren, wuchs er in der geistig anregenden Atmosphäre seiner Familie auf, der Vater war Prediger und Lehrer. Früh formte sich sein Interesse für die Natur und Naturerkenntnis. Seit 1786 studierte er Medizin und Naturwissenschaften in Göttingen, wo er 1789 nach der Promotion zum Dr. med. Privatdozent wurde. 1790 erschienen erste Arbeiten mit botanischen, geologisch-mineralogischen Themen sowie zum Verhältnis von Natur und Philosophie. 1792 nahm Link den Ruf auf die neugeschaffene Professur für Naturgeschichte, Chemie und Botanik in Rostock an. Das war hier der Beginn der Lehrstuhlgründungen für naturwissenschaftliche Disziplinen innerhalb der Philosophischen Fakultät. Er machte sich um die Begründung der Chemie an der Rostocker Universität verdient, nahm Partei für die Oxidationstheorie von Antoine Laurent Lavoisier und wandte sich gegen die Annahme der eigenständigen Existenz von Wärme, Licht, Elektrizität und Magnetismus im stofflichen Sinn, setzte sich für die neue chemische Nomenklatur ein und würdigte die Bedeutung der von J. B. Richter entwickelten Stöchiometrie für die quantitative chemische Analyse. In Rostock veröffentlichte er mehr als 30 Beiträge zu Problemen der Botanik, Zoologie, Chemie, Physik und Mineralogie. Wie seine Bemühungen um ein chemisches Labor zeigen, waren experimentelle Erfahrung, exakte Beobachtung und Messungen seine Forschungsgrundlagen und theoretische Interpretationen und Erklärungen ihm unerläßlich. Mehrfach behandelte er naturphilosophische Fragen der Wissenschaft, wobei er sich an den Ideen Immanuel Kants orientierte. Mit diesen Arbeiten begründete Link eine Tradition an der Rostocker Universität, die bis in die zweite Hälfte des 20. Jhs. reichte. Welch große Bedeutung Naturbeobachtungen für ihn hatten, belegt seine Reise 1797-1799 durch Frankreich, Spanien und Portugal zum Studium der Flora, Fauna und Mineralwelt dieser Länder. 1811 ging er an die Universität Breslau, 1815 als Professor nach Berlin, wo er zugleich Direktor des Botanischen Gartens wurde. Dort ist Link am 1. Januar 1851 gestorben.

Martin Guntau

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 137.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Heinrich Friedrich Link (Ölgemälde, 19. Jh., Aula im Hauptgebäude der Univ. Rostock)
link_heinrichfriedrich_pic2.jpg
(38.8 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Dokument (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 137)
link_heinrichfriedrich_bgur23.html
(2.49 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Heinrich Friedrich Link (Punktiermanier von Ambroise Tardieu, 1815/1841, Porträtsammlung, UAR)
link_heinrich_friedrich_pic.jpg
(60.6 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 307 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0307.jpg
(483 KB) MD5 (keine Anzeige)
Bild (Unterschrift)
link_heinrich-friedrich_sig.jpg
(18 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)