Fabricius, Jacob

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Jacob Fabricius" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001026
(abgerufen am 19.04.2024)

Fabricius, Jacob

 
 
1612-1637 Professor der Medizin und höherer Mathematik (herzoglich)
(Vorgänger, Nachfolger)
fabricius_jakob_pic.jpg

(Dokumenteintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1612-1637 Medizinische Fakultät
Fachgebiet:
44 Medizin
90 Gelehrte


Namensvarianten:
Schmidt
Schmied
Lebensdaten:
geboren am 28.08.1576 in Rostock
gestorben am 14.08.1652 in Kopenhagen (begraben in Rostock)
Familie:
Vater: Bäcker
Sohn: Philipp Jacob Fabricius, Professor der Eloquenz an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)

akademische Abschlüsse:
Promotion 1602 Dr. med., Univ. Jena

Funktionen:
herzoglicher Leibarzt
Physikus


Quellen:
LHAS
weitere Literatur:
Etwas von gelehrten Rostockschen Sachen 1737: S. 314 ; 1738: S. 238, S. 266, S. 299 ; 1741: S. 334, S. 871
Krey, Joh. Bernh.: Andenken an hiesige Gelehrte 6. Stück (1815): S. 35-37
Krey, Joh. Bernh.: Beiträge zur mecklenburgischen Kirchen- und Gelehrtengeschichte Erster Band (1818): S. 57, S. 379
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1563-1827

eingestellt / geändert:
23.09.2009, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Als Sohn des Rostocker Bäckers und Hundertmanns Heinrich Schmidt am 28. August 1576 geboren, studierte Jacobus Fabricius seit 1595 in seiner Heimatstadt. Bei einer nächtlichen Mensur fungierte er als "Paukdoktor", als dem Paukanten Tycho Brahe die Nasenspitze abgeschlagen wurde, die der junge unerfahrene Studiosus nicht wieder zum Anheilen bringen konnte. Obwohl Brahe, der berühmte Astronom (1546-1601) nun eine goldene Nasenspitze tragen mußte, befreundete er sich mit Fabricius, der vier Jahre bei ihm als Famulus in Uranienborg auf der dänischen Insel Fyn verbrachte. Nach Aufenthalten in Holland, England und der Schweiz, Promotion 1602 in Jena und praktischer Tätigkeit wurde Fabricius 1612 als Professor der Medizin und höheren Mathematik nach Rostock berufen. Er hielt von 1620 bis 1634 Anatomievorlesungen; in dieser Zeit fanden vier feierliche Anatomien, wie man Sektionen damals nannte, statt. Als Arzt war er sehr geachtet, wie bei der großen Pestepidemie 1603, als er sich für seine Patienten aufopferte. Seine therapeutischen Erfahrungen veröffentlichte er beispielsweise in der Schrift "De apoplexia". Seiner Autorität ist die erfolgreiche Behandlung Wallensteins im Jahr 1628 zu danken, des damals in Güstrow residierenden Herzogs von Mecklenburg. Wegen heftiger Kopfschmerzen hatte er ihm Majoran verordnet. Obwohl Wallenstein abwehrte, daß sich solch niederträchtige Arznei für Leute hinter der Mauer schicke, aber nicht für ihn, überredete Fabricius ihn zur Einnahme. Für die Heilung erhielt er 200 Dukaten und wurde in einer Staatskarosse mit vier weißen Pferden nach Rostock zurückgefahren. Von 1634 an widmete sich Fabricius ganz der Praxis. Sein Ruf verbreitete sich so, daß König Christian IV. von Dänemark ihn 1637 als Leibarzt nach Kopenhagen berief. Fabricius überzeugte den König auch von der Notwendigkeit guten anatomischen Unterrichts zur besseren Ausbildung der Feldchirurgen. Er legte aber Wert darauf, Professor emeritus der Rostocker Universität zu bleiben und wurde, am 14. August 1652 in Kopenhagen gestorben, doch in Rostock beerdigt.

Gisela Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 101.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Jacob Fabricius (In: Westphalen, Ernst Joachim von: Monumenta Inedita Rerum Germanicarum Praecipue Cimbricarum Et Megapolensium ..., T. 3. Leipzig 1743, nach Sp. 1451.)
fabricius_jakob_pic.jpg
(71.9 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Unterschrift
fabricius_jacob_sig.jpg
(21.8 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 58f (UAR).
falkenberg_albumprof__p0058f.jpg
(813 KB) MD5 (keine Anzeige)
Dokument (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 101)
fabricius_jakob_bgur23.html
(2.58 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)