Nasse, Otto

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Otto Nasse" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001122
(abgerufen am 26.06.2026)

Nasse, Otto

Prof.
 
1880-1898 o. Professor der Medizin/Pharmakologie und physiologischen Chemie
(Vorgänger, Nachfolger)
nasse_otto_pic1.jpg
nasse_otto_pic.jpg

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1880-1898 Medizinische Fakultät
Institut:
Institut für Pharmakologie und Physiologische Chemie
Lehr- und Forschungsgebiete:
Geburtshilfe, Physiologie und Pharmakologie
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Johann Friedrich
Lebensdaten:
geboren am 02.10.1839 in Marburg
gestorben am 26.10.1903 in Freiburg (Breisgau)
 Konfession:
evangelisch
Familie:
andere: Großvater: Prof. Dr. Christian Friedrich Nasse (1778-1851), Professor der Inneren Medizin an den Univ. Halle und Bonn
andere: Onkel: Prof. Dr. Erwin Nasse (1829-1890), Professor der Nationalökonomie an den Univ. Basel, Rostock und Bonn (Link öffnen Link)
Vater: Prof. Dr. Karl Friedrich Werner Nasse (1822-1889), Direktor der Heilanstalt Bonn und Honorarprofessor der Univ. Bonn
Mutter: Auguste Nasse, geb. Velhagen

Kurzbiographie:
1857 Abitur, Marburg
1857-1866 Studium der Medizin an den Univ. Genf, Bonn, Marburg und Berlin
1866-1872 Privatdozent, Univ. Halle
1870 Lazarettarzt
1872-1880 ao. Professor, Univ. Halle
1880-1898 o. Professor der Medizin/Pharmakologie und physiologischen Chemie, Univ. Rostock
1898 Emeritierung aus Krankheitsgründen
1902 Übersiedlung nach Freiburg
akademische Abschlüsse:
Promotion 1862 Dr. med., Univ. Marburg
Titel der Arbeit: Die Schleimhaut der inneren weiblichen Geschlechtsteile im Wirbeltierreich.
Habilitation 1864 Univ. Halle
Titel der Arbeit: De materiis amylaceis num in sanguine mammalium inveniantur disquisito.

akademische Selbstverwaltung:
1883-1884 Dekan
1886-1887 Rektor
1892-1893 Dekan
Funktionen:
Gründer der Rostocker Naturforschenden Gesellschaft
ab 1880 Mitglied der Prüfungskommission für die pharmazeutische Staatsprüfung
ab 1882 Mitglied der Prüfungskommission für die ärztliche Staatsprüfung
Ehrungen:
Ehrenmitglied der Rostocker Naturforschenden Gesellschaft

Werke (Auswahl):
Beiträge zur Physiologie der Darmbewegungen. Leipzig 1866.
Zur Anatomie und Physiologie der quergestreiften Muskelsubstanz. Leipzig 1882.
Chemie und Stoffwechsel der Muskeln. In: Handbuch der Physiologie der Bewegungsapparate. Leipzig 1879.

Quellen:
Personalakte Otto Johann Friedrich Nasse, UAR
Willgeroth, Gustav: Die mecklenburgischen Aerzte von den ältesten Zeiten bis zur Gegenwart. Schwerin 1929, S. 273.
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv I 884,159-160; II 935,418-423; III 655,444 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Langendorff, Oskar: Zur Erinnerung an Otto Nasse. In: Archiv für die gesamte Physiologie des Menschen und der Tiere, Bd. 101. Bonn 1904.
Pagel, Julius: Nasse, Otto Johann Friedrich. In: Biographisches Jahrbuch und deutscher Nekrolog, Bd. 8. S.82, 80 Berlin 1905.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

Biographie

Dokument:

Otto Johann Friedrich Nasse wurde in Marburg am 2. Oktober 1839 geboren. Nach einem Medizinstudium in Genf, Bonn, Marburg und Berlin folgte im Jahr 1862 die Promotion in Berlin und 1866 in Halle an der Saale die Habilitation. 1880 wurde er als Professor für Pharmakologie und physiologische Chemie an die Universität Rostock berufen, wo die Kombination beider Fächer über Jahrzehnte Bestand hatte. In dieser Stellung hat er gelehrt, bis 1897 ein apoplektischer Insult, der Sprachstörungen hinterließ, den Forscher zwang, um Enthebung von Lehrauftrag und Institutsleitung nachzusuchen. Er starb dann in Freiburg am 20. Oktober 1903.

Nasses Untersuchungen konzentrierten sich auf die Chemie der Muskulatur, den Kohlenhydratabbau, die Fermentwirkung und die Physiologie des Darmes. Ihm gelang der Nachweis von Glykogen als Bestandteil des Muskels; auch konnte er zeigen, daß Stärke und Glykogen durch Speichel und Pankreassekret nicht bis zu den Monosacchariden abgebaut werden, wie früher angenommen worden war. Ferner vermochte er als erster, zwei verschiedene Bindungsarten (locker/schwer abspaltbar) von Schwefel im Eiweißmolekül nachzuweisen. Zu seinen bedeutendsten Schülern gehörten der Pharmakologe Arthur Heffter (gest. 1925) und der physiologische Chemiker Hans Thierfelder (gest. 1930). Großes Verdienst erwarb sich Nasse schließlich durch die Gründung der Rostocker Naturforschenden Gesellschaft.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 170.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Otto Nasse (Ölgemälde, von Paul Moennich, 1904, Porträtsammlung, UAR)
nasse_otto_pic1.jpg
(92.2 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Otto Nasse (Foto, ohne Jahr, UAR)
nasse_otto_pic.jpg
(54.7 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 421 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0421.jpg
(504 KB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 170)
nasse_otto_bgur23.html
(1.8 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Bild (Unterschrift)
nasse_otto_sig.jpg
(20.2 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)