Fischer, Walther

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Walther Fischer" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00001175
(abgerufen am 18.05.2026)

Fischer, Walther

Prof. Dr. med. Dr. h. c. mult.
 
1922-1946 o. Professor für Anatomische Pathologie
(Vorgänger, Nachfolger)
fischer_walther_pic.jpg

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1922-1946 Medizinische Fakultät
Institut:
Pathologisches Institut
Lehr- und Forschungsgebiete:
Parasitologie, Protozoologie, geographische Pathologie, Probleme der Krebsforschung und Krebsstatistik, Geschwulstforschung
Fachgebiet:
44 Medizin


 weitere Vornamen:
Conrad Johann
Lebensdaten:
geboren am 27.12.1882 in Stuttgart
gestorben am 27.07.1969 in Göttingen
 Konfession:
evangelisch-lutherisch
Familie:
Vater: Prof. Dr. Hermann Fischer (1851-1920), Professor der Univ. Tübingen
: Julie Fischer, geb. Schmitz (1854-?)

Kurzbiographie:
1900 Abitur, Tübingen
1900 1. Militärhalbjahr, Infanterie-Regiment, Tübingen
1900-1907 Studium der Medizin, Univ. Tübingen, Leipzig, Kiel
1906-1910 Assistent, Pathologisches Institut, Königsberg, 1908 Tübingen, ab 1908 Freiburg im Breisgau
1907 2. Militärhalbjahr, Infanterie-Regiment, Tübingen
1910-1912 1. Assistent und Privatdozent für Pathologie, Pathologisches Institut, Univ. Göttingen
1912 Ausbildung, Institut für Schiffs- und Tropenkrankheiten, Hamburg
1913-1919 Privatdozent für Pathologie, Deutsche Medizinschule für Chinesen, Univ. Schanghai
1919-1921 Professor, Pathologisches Institut, Univ. Göttingen
1921-1922 Professor (zur Vertretung), Pathologisches Institut, Univ. Bonn
1922-1946 Professor, Univ. Rostock
1939-1940 Professor für Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie (nebenamtlich), Univ. Jena
1940-1945 Wehrmacht, zuletzt: Oberfeldarzt
1946-1953 Professor mit Lehrstuhl für Pathologie, Univ. Jena
1953 Emeritierung
ab 1953 wiss. Mitarbeiter, VEB Jenapharm
akademische Abschlüsse:
Studium 1906 Medizinisches Staatsexamen, Univ. Tübingen
Promotion 1907 Dr. med., Univ. Tübingen
Titel der Arbeit: Über großknotige tumorähnliche Tuberkulose der Leber, wahrscheinlich kombiniert mit Syphilis.
Habilitation 1911 (Allgemeine Pathologie und pathologische Anatomie), Univ. Göttingen

akademische Selbstverwaltung:
1922-1946 Institutsdirektor
1926-1927 Rektor
1927-1928 Prorektor
1928-1929 Dekan
1945-1946 Dekan
Funktionen:
1920-1921 kommissarischer Direktor, Pathologisches Institut, Univ. Bonn
ab 1938 Leiter, Pathologisch-anatomische Anstalt (zur Vertretung), Univ. Jena
ab 1940 Direktor des Museums für gerichtliche Medizin, Rostock
ab 1946 Direktor, Pathologisches Institut und Institut für Geschichte der Medizin, Univ. Jena
ab 1947 Direktor, Gerichtsmedizinisches Institut, Univ. Jena
ab 1947 Prodekan, Univ. Jena
ab 1949 Dekan, Univ. Jena
2. Gerichtsarzt, Landgericht Rostock
Leiter, Bezirksarbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung Mecklenburg
Herausgeber des Zentralblattes für allgemeine Pathologie
Direktor, Akademie-Institut für Mikrobiologie
weitere Mitgliedschaften:
ab 1952 Deutsche Akademie der Naturforscher (Leopoldina)
ab 1955 Mitglied der Akademie der Wissenschaften zu Berlin
Ehrungen:
1952 Dr. med. h. c., Univ. Rostock
1957 Hervorragender Wissenschaftler des Volkes
1965 Dr. med. dent. h. c., Univ. Rostock
Ehrenmitglied, Ungarische Stomatologische Gesellschaft

Werke (Auswahl):
Zusammen mit Gerlach, Werner; Gruber, Georg B.: Verdauungsdrüsen, 2 Teile. Berlin 1929. (= Bd. 5 Handbuch der speziellen pathologischen Anatomie und Histologie)
Krebsfragen. Zur Ätiologie, Pathogenese, Diagnostik, Heilung und Prophylaxe des Krebses. Jena 1949.
Zusammen mit Gruber, Georg B.: Fünfzig Jahre Pathologie in Deutschland. Ein Gedenkbuch zum 50 jährigen Bestehen der Deutschen Pathologischen Gesellschaft (1897-1947). Stuttgart 1949.
Zusammen mit Kühl, Ilse: Geschwülste der Laboratoriumsnagetiere. Dresden, Leipzig 1958.

Quellen:
Personalakte Walther Fischer, UAR
Buddrus, Michael; Fritzlar, Sigrid: Die Professoren der Universität Rostock im Dritten Reich. München 2007, S. 126-127.
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv II 374, 29-32; III 244, 321-323. (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1918-1933
Epoche 1933-1945
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
01.06.2006, editorCP / 17.11.2022, administrator

Biographie

Dokument:

Walther Conrad Johann Fischer wurde am 27. Dezember 1882 in Stuttgart geboren. Nach dem Abitur in Tübingen im Jahr 1900 und Studium in Tübingen, Leipzig und Kiel sowie der Promotion in Tübingen 1906 war er von 1907 bis 1913 Assistent an den Pathologischen Instituten in Königsberg, Tübingen, Freiburg und Göttingen, wo er sich 1911 habilitierte. Von 1913 bis 1919 war er an der Deutschen Medizinschule für Chinesen in Shanghai als Privatdozent tätig, von 1919 bis 1922 als Professor für Pathologie in Göttingen und Bonn, anschließend bis 1946 als Direktor des Rostocker Instituts für Pathologie. In Rostock, wo seine am 27. Februar 1926 gehaltene Rektoratsrede "Die Krankheitsanschauung der Romantik" große Aufmerksamkeit fand, lag sein wissenschaftliches Betätigungsfeld vor allem auf dem Gebiet der Geschwulstforschung. Anhand des umfangreichen statistischen Materials der "Rostocker Krebsstatistik" konnte er 1936 den Anteil der Krebstodesfälle erstmals mit 16% angeben - ein Wert, der sich seither kaum geändert hat. Mit seinen Mitarbeitern analysierte er Organ-, Alters- und Rassengebundenheit der Tumoren und studierte eingehend die Metastasierungsmechanismen. Auch wurde an seinem Institut in gewissem Umfang experimentelle Geschwulsterzeugung betrieben. Seinen berühmten Überblick über die Entwicklung der Onkologie in 100 Jahren legte Fischer 1948 bereits von Jena aus vor, wohin er mittlerweile gewechselt war. Daneben sind als weitere Arbeitsgebiete die Pathologie von Infektion und Entzündung sowie die Gefäß- und Nierenpathologie zu nennen. Auch des Gebiets der Zahnheilkunde hat er sich als erster Pathologe in Rostock angenommen. Mit einer Reihe allgemeinpathologischer und -medizinischer Abhandlungen wie "Ernährung als Krankheitsursache", "Über die Bedeutung von Diagnosen" und "Über die Grenzen der pathologisch-anatomischen Diagnose" schloß Fischer 1946 sein Wirken in Rostock ab, um den Lehrstuhl für Pathologie der Universität Jena zu übernehmen. Nach seiner Emeritierung 1953 war er noch jahrelang beim VEB Jenapharm als wissenschaftlicher Mitarbeiter tätig. Fischer starb am 27. Juli 1969 in Göttingen.

Werner Teichmann

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 206.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Walther Fischer (Foto, ohne Jahr, UAR)
fischer_walther_pic.jpg
(87.2 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
fischer_walther_sig.jpg
(27.2 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Schriftenverzeichnis (bis 1957, Personalakte, UAR)
fischer_walther_bib.pdf
(985 KB) MD5 (keine Anzeige)
Tätigkeit in Rostock und Jena (Personalakte, UAR)
fischer_walther_taetigkeit_rostock_jena.pdf
(520 KB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 206)
fischer_walther_bgur23.html
(2.51 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Tätigkeit im Ausland (Personalakte, UAR)
fischer_walther_taetigkeit_ausland.pdf
(321 KB) MD5 (keine Anzeige)