Liebe, Siegfried

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Siegfried Liebe" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002023
(abgerufen am 27.05.2026)

Liebe, Siegfried

Prof. Dr. med. habil.
 
1959-1961 Professor mit Lehrstuhl für Kinderheilkunde
(Vorgänger, Nachfolger)
liebe_siegfried_pic.jpg

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1959-1961 Medizinische Fakultät
Institut:
Univ.-Kinderklinik und Poliklinik
Fachgebiet:
44 Medizin


Lebensdaten:
geboren am 18.08.1906 in Dresden
gestorben am 03.09.1993 in Leipzig
Familie:
Vater: Paul Liebe, Architekt
Sohn: Stefan Liebe, Professor für Gastroenterologie an der Univ. Rostock (Link öffnen Link)

Kurzbiographie:
1925 Abitur, Dresden
1925-1930 Medizinstudium, Univ. Göttingen, Bonn, Wien, Leipzig
1930-1931 Medizinalpraktikantenjahr an der Univ.-Klinik Leipzig
1931-1932 Ausbildung am Pharmakologischen Institut, Univ. Halle
1932-1933 Assistent an der Univ.-Kinderklinik der Charité Berlin
1933-1949 Assistent, 1940 Oberarzt, 1941 Dozent, Univ.-Kinderklinik Leipzig
1939-1945 Wehrmacht
1949-1954 Leitung der Städtischen Säuglingsklinik Chemnitz, 1950 Leitung der Säuglings- und Kinderklinik Leipzig, 1950 Begründer und Leiter der Kinderklinik Erfurt
1954-1959 Professor mit Lehrstuhl an der Medizinischen Akademie Erfurt
1959-1961 Professor für Kinderheilkunde, Univ. Rostock
1961-1973 Professor mit Lehrstuhl für Kinderheilkunde, Univ. Leipzig
1973 Emeritierung
akademische Abschlüsse:
Promotion 1930 Dr. med., Univ. Leipzig
Titel der Arbeit: Beiträge zur Epidemiologie der Infektionskrankheiten. Scharlach, Masern, Diphtherie und Keuchhusten.
Habilitation 1940 Dr. med. habil. (Kinderheilkunde), Univ. Leipzig
Titel der Arbeit: Zur Diagnose und Prognose geburtstraumatischer, intracranieller Blutungen.

akademische Selbstverwaltung:
1959-1961 Klinikdirektor
Funktionen:
ab 1959 Erster Vorsitzender der Sächsisch-Thüringischen medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaft für Kinderheilkunde
1961-1973 Direktor der Klinik und Poliklinik für Pädiatrie, Univ. Leipzig
Herausgeber der "Kinderärztlichen Praxis"
Mitherausgeber der "Monatsschrift für Kinderheilkunde"
Mitherausgeber "Pädiatrie und Grenzgebiete"
weitere Mitgliedschaften:
Deutsche Akademie der Wissenschaften Berlin
Ehrungen:
1959 Hufeland-Medaille
Parteimitgliedschaften:
ab 1947 SED

Werke (Auswahl):
Die Ernährung des gesunden und des kranken Kindes. Potsdam 1963, 4. Aufl. 1980.
(Hg.): Lehrbuch für die Kinderpflegerin und Kinderkrankenschwester. Bd. 1, Leipzig 1965, 3. Aufl. 1965.
(Hg.): Anatomie und Physiologie. Kinderkrankenpflege, Krippenpädagogik. Berlin 1977.
Psychologie - Kinderkrankenpflege. Berlin 1980.
Begründer der dreibändigen Ausgabe von "Kinderkrankenpflege - spezielle Krankheitslehre". Berlin 1980-1988.

Quellen:
Personalakte Siegfried Liebe, UAR; zusammengestellt von Änne Harms, Rostock
weitere Literatur:
Die Geschichte der Kinderheilkunde und der Kinderklinik an der Universität Rostock. Rostock 1993 (BGUR 18), S. 32-33.
Bock, Karl: Siegfried Liebe (geb. 1906). In: Namhafte Hochschullehrer der Karl-Marx-Universität Leipzig. Bd. 8, Leipzig 1986, S. 40-44.
Ocklitz, H. W.: Prof. Siegfried Liebe 75 Jahre. In: Monatsschrift Kinderheilkunde 129 (1981), S. 606.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
26.02.2008, klabahn / 24.11.2022, rstephan

Biographie

Dokument:
 

Siegfried Liebe wurde am 18.08.1906 in Dresden als Sohn des Architekts Paul Liebe geboren. 1925 erhielt er das Abitur am König-Georg-Gymnasium, ebenfalls in Dresden. In den folgenden vier Jahren studierte er Medizin, zunächst in Göttingen, dann in Bonn, Wien und Leipzig. Dort promovierte er am 14.7.1930 mit seiner Dissertation mit dem Titel "Beiträge zur Epidemiologie der Infektionskrankheiten. Scharlach, Masern, Diphtherie und Keuchhusten" und legte anschließend die Approbation ab. In den Jahren 1930/31 absolvierte Liebe sein Medizinalpraktikantenjahr an der Universitäts-Kinderklinik in Leipzig und beendete bis 1932 seine Ausbildung am Pharmakologischen Institut der Universität Halle, sodass er ab diesem Zeitpunkt eine Stelle als Assistentsarzt an der Universitäts-Kinderklinik der Charité Berlin erhielt. Schon ein Jahr später jedoch ging er zurück nach Leipzig, um dort Assistent an der Universitäts-Kinderklinik zu werden.
Am 7.2.1940 habilitierte Siegfried Liebe mit seiner Arbeit "Zur Diagnose und Prognose geburtstraumatischer, intracranieller Blutungen" für das Fach der Kinderheilkunde. Kurz darauf übernahm er die Position des Oberarztes an der Universitäts-Kinderklinik in Leipzig. Ein Jahr später erhielt er die Möglichkeit, als Dozent in den universitären Betrieb einzusteigen, indem er Lehrveranstaltungen im Fach Kinderheilkunde in Form von Vorlesungen vor Studenten und Fortbildungskursen für praktizierende Ärzte sowie Unterricht an der Säuglings- und Kinderkrankenschwesterschule an der Universität Leipzig durchführte.

Unterbrochen wurde die medizinische Tätigkeit Liebes durch seine Einberufung zur Wehrmacht am 3.9.1939. Auch hier wurde er längere Zeit als Arzt eingesetzt. Seit Juli 1945 arbeite er wieder an der Universitäts-Kinderklinik Leipzig in seiner alten Stellung als Oberarzt. Ab 1949 übernahm Siegfried Liebe dann die Leitung der Städtischen Säuglingsklinik in Chemnitz und ab 1950 die ihm angebotene Leitung neueröffneten Säuglings- und Kinderklinik in Erfurt, welche er selbst mit gegründet hatte. Nebenher hielt er eine Vorlesung über "Pharmakotheraphie im Kindesalter" an der Universität Leipzig. Seit Einführung der Fortbildungskurse für Ärzte in Erfurt hatte er zudem die Vorträge aus dem Gebiet der Kinderheilkunde übernommen.

Siegfried Liebe blieb 9 Jahre lang an der Säuglings- und Kinderklinik. Parallel zu dieser Tätigkeit wurde er am 22.4.1954 als Professor mit Lehrstuhl an der Medizinischen Akademie Erfurt berufen, bis er 1959 als ordentlicher Professor für Kinderheilkunde an der Medizinische Fakultät und als Direktor der Kinderheilklinik der Universität Rostock gewonnen werden konnte. Jedoch verließ er Rostock schon 1961 wieder, um an der Universität Leipzig den Lehrstuhl für Kinderheilkunde einzunehmen. Zeitgleich wurde Prof. Liebe die Leitung der Kinderklinik der Universität Leipzig angetragen. In diesen Positionen blieb er bis zu seinem Ruhestand 1973.

Professor Liebe wurde im Jahr 1959 mit der Hufeland-Medaille für seine Verdienste um den Gesundheitsschutz, in der Organisation und Durchführung der medizinischen Betreuung geehrt. Zudem war er Mitglied der Deutschen Akademie der Wissenschaften in Berlin, des FDGB und seit 1959 Erster Vorsitzender der Sächsisch-Thüringischen medizinisch-wissenschaftlichen Gesellschaft für Kinderheilkunde. Er war Herausgeber der Zeitschrift "Kinderärztlichen Praxis" und Mitherausgeber der "Monatsschrift für Kinderheilkunde" und der Zeitschrift "Pädiatrie und Grenzgebiete". Seit Oktober 1947 war Siegfried Liebe Mitglied der SED, beteiligte sich aber nach Einschätzungen von Parteigenossen in keiner Weise an politischen Tätigkeiten.

 
Änne Harms, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

Dokumente/Anhang

Anhang:
Siegfried Liebe (Foto, 1960, UAR)
liebe_siegfried_pic.jpg
(59.2 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
liebe_siegfried_sig.jpg
(28.6 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Dokument (Biographischer Artikel von Änne Harms, 2010)
liebe_siegfried_bio.html
(4.91 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)