Degenkolb, Karl

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Karl Degenkolb" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002652
(abgerufen am 13.05.2026)

Degenkolb, Karl

Prof. Dr. rer. oec. habil.
 
1966-1968 Dozent für Organisation und Planung des sozialistischen Industriebetriebes
1968-1970 Professor mit Lehrauftrag für Sozialistische Betriebswirtschaft
degenkolb_karl_pic.jpg

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1966-1968 Ingenieurökonomische Fakultät
1968-1970 Sektion Sozialistische Betriebswirtschaft
Institut:
Institut für Ökonomik der Industrie
Lehr- und Forschungsgebiete:
Organisation und Planung des sozialistischen Industriegebietes; Ökonomie der chemischen Industrie; Planung der Umlaufmittelbestände im sozialistischen Industriegebiet
Fachgebiet:
85 Betriebswirtschaft


 weitere Vornamen:
Otto Heinrich
Lebensdaten:
geboren am 08.01.1920 in Pöllwitz (Kr. Zeulenroda)
gestorben am 30.01.1970 in Rostock
Familie:
Vater: Otto Degenkolb (1894-1966), Zugführer
Mutter: Milda Degenkolb (1892-1968), geb. Hoffmann, Strickerin

Kurzbiographie:
1938 Abitur, Zeulenroda (Thüringen)
1938-1940 Ausbildung als Steuerinspektor in Greiz und Gera
1940-1945 Wehrmacht, Kriegseinsatz in der Nachrichtentruppe, 1945 amerikanische Kriegsgefangenschaft
1945-1952 Hauptsachbearbeiter und Referent am Finanzamt Kölleda
1952-1957 Fernstudium der Ökonomie, Univ. Leipzig
1952-1960 Dozent für Betriebsökonomie an der Fachschule für Finanzwirtschaft Gotha
1960-1970 wiss. Mitarbeiter, ab 1963 mit Lehrauftrag, 1966 Dozent, 1968 Professor, Univ. Rostock
akademische Abschlüsse:
Studium 1957 Dipl.-Wirtschaftler, Univ. Leipzig
Promotion 1963 Dr. rer. oec., Univ. Rostock
Titel der Arbeit: Die Planung der Materialvorräte im Schiffbau der DDR.
Habilitation 1966 Dr. rer. oec. habil., Univ. Rostock
Titel der Arbeit: Methodische Wege der Bestandsplanung an unvollendeten Erzeugnissen im Maschinenbaubetrieb unter besonderer Berücksichtigung der langfristigen Fertigung des Großschiffbaus.

Ehrungen:
1959 Medaille für ausgezeichnete Leistungen
1964 Medaille für ausgezeichnete Leistungen
Parteimitgliedschaften:
1939-1945 NSDAP
ab 1946 SED

Werke (Auswahl):
Materialvorratsplanung in der sozialistischen Industrie. Berlin 1964, 2. Aufl. 1965.
Planung der Bestände an unvollendeten Erzeugnissen. Methodische Ziele und Wege. Berlin 1967.

Quellen:
Personalakte Karl Degenkolb, UAR; zusammengestellt von Ronny Kietzmann, Rostock
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
02.11.2009, mglasow / 24.11.2022, rstephan

Biographie

Dokument:

Karl Degenkolb wurde am 8.1.1920 als Sohn des Eisenbahnarbeiters Otto Degenkolb und seiner Ehefrau Milda geb. Hoffmann (Beruf Strickerin) in Pöllwitz/Thüringen geboren. Von 1926 bis 1930 besuchte er die Volksschule Zeulenroda und von 1930 bis 1938 die dortige Oberschule, an der 1938 das Abitur ablegte. Anschließend leistete er die Dienstpflicht im damaligen Reichsarbeitsdienst ab.

Nachdem ein Studium finanziell nicht möglich war, begann er im Dezember 1938 eine 2-jährige Ausbildung als Steuerinspektor im Finanzamt Greiz und absolvierte Ende 1940 die Abschlussprüfung an der Finanzschule Ilmenau. Einige Wochen später wurde er zum Kriegsdienst in der Nachrichtengruppe eingezogen, in die er wegen einer Handverletzung als bedingt tauglich eingestuft wurde. Sein höchster Dienstgrad war Obergefreiter. Im Jahr 1935 wurde er Mitglied der HJ und von dort, nach Erreichen der Altersgrenze Ende 1938 in die SA überwiesen wie auch 1939 in die NSDAP. Während des Krieges hatte Degenkolb seine Nominierung als Offiziersanwärter zweimal abgelehnt.

Nachdem er kurze Zeit in amerikanischer Kriegsgefangenschaft verbrachte, nahm Karl Degenkolb im Juni 1945 seine Tätigkeit im Finanzamt Kölleda auf. Dort arbeitete er als Hauptsachbearbeiter bzw. Referent im Besteuerungs- und Betriebsprüfungsdienst. Im Jahr 1950 erfolgte seine Delegierung zum Jahreslehrgang der Finanzen an der Deutschen Verwaltungsakademie "W. Ulbricht" in Forst Zinna. Danach arbeitete er in verschiedenen Funktionen der Finanzverwaltung und wurde im Mai 1952 vom Ministerium für Finanzen als Fachlehrer an die Fachschule für Finanzwirtschaft Gotha berufen. Dort war er von 1952 bis 1960 als Dozent für Betriebsökonomie bzw. als Leiter der Abteilung Finanzen der Volkseigenen Wirtschaft tätig.

In der Zeit von 1952 bis 1957 studierte Karl Degenkolb als Fernstudent an der Karl-Marx-Universität Leipzig und legte 1957 das Staatsexamen als Diplomwirtschaft-ler (Industrie) mit der Note "gut" ab. Im August 1960 nahm er seine Tätigkeit als wissenschaftlicher Mitarbeiter am "Institut für Ökonomik der Industrie" an der Universität Rostock auf. Er promovierte 1963 an der Ingenieurökonomischen Fakultät Rostock mit der Note "sehr gut", schloss 1966 seine Habilitation ab und wurde ab dem 1.9.1966 zum Dozenten für Organisation und Planung des sozialistischen Industriebetriebes berufen. Von 1968 bis 1970 war Degenkolb Professor mit Lehrauftrag für Sozialistische Betriebswirtschaft. Am Institut leitete er die Abteilung "Industrielle Absatz- und Versorgungswirtschaft (einschl. Preise und Rentabilität)". Zu seinen Lehr- und Forschungsgebieten gehörten die Organisation und Planung des sozialistischen Industriegebietes, die Ökonomie der chemischen Industrie sowie die Planung der Umlaufmittelbestände im sozialistischen Industriegebiet.

Karl Degenkolb war seit 1945 Mitglied der SED und des FDGB, seit 1950 Mitglied der Deutsch-Sowjetischen Freundschaft. In der Partei hatte er verschiedene Funktionen inne, wie etwa als Mitglied der Universitätsparteileitung. In der Gewerkschaft war er Vorsitzender der Fakultätsgewerkschaftsleitung, hauptamtlicher stellvertretender Vorsitzender der Universitätsgewerkschaftsleitung und Mitglied des Sekretariats der Universitätsgewerkschaftsleitung.

Karl Degenkolb verstarb am 30.1.1970.

Simon George, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

Dokumente/Anhang

Anhang:
Karl Degenkolb (Foto, um 1968, Personalakte, UAR)
degenkolb_karl_pic.jpg
(54.9 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Dokument (Biographischer Artikel von Ronny Kietzmann, 2009)
degenkolb_karl_bio.html
(4.54 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)