Neseni, Raimund

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Raimund Neseni" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002679
(abgerufen am 16.06.2026)

Neseni, Raimund

Prof. Dr. med. vet. Dr. h. c.
 
1952-1955 Professor mit Lehrstuhl für Anatomie und Physiologie der Haustiere
(Vorgänger, Nachfolger)
neseni_raimund_pic.jpg

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1952-1955 Landwirtschaftliche Fakultät
Institut:
ab 1953 Institut für Anatomie und Physiologie der Haustiere
Lehr- und Forschungsgebiete:
Tierernährung, Milcharten verschiedener Nutztiere, Konstitution der Haustiere
Fachgebiet:
46 Tiermedizin
48 Land- und Forstwirtschaft


 weitere Vornamen:
Wilhelm
Lebensdaten:
geboren am 19.04.1888 in Böhmisch Kamnitz (Kr. Tetschen)
gestorben am 23.12.1970 in Rostock
Familie:
Vater: Raimund Neseni (1862-1943), Landwirt
Mutter: Amalia Neseni (1868-?), geb. Weigel

Kurzbiographie:
1906 Abitur, Leitmeritz (Böhmen)
1906-1910 Studium der Veterinärmedizin, Tierärztliche Hochschule Wien
1911-1918 Militärtierarzt in der österreichisch-ungarischen Armee
1919-1920 Gemeindetierarzt, Tartlau (Siebenbürgen)
1920-1942 Stadttierarzt und Schlachthofdirektor, Böhmisch Kamnitz
1942-1945 o. Professor, Landwirtschaftliche Hochschule Tetschen-Liebwerd
1945-1946 niedergelassener Tierarzt, Böhmisch Kamnitz
1946-1948 niedergelassener Tierarzt, Bützow (Mecklenburg)
1948-1953 Abteilungsleiter "Ernährungsphysiologie und Veterinärwesen" im Institut für Tierzuchtforschung, Dummerstorf; ab 1949 Lehrbeauftragter, Univ. Rostock
1952-1955 Professor mit Lehrstuhl für Anatomie und Physiologie der Haustiere (ab 1953 hauptamtlich), Univ. Rostock
1955 Emeritierung, bis 1962 weitere Vorlesungstätigkeit an der Univ. Rostock
akademische Abschlüsse:
Studium 1911 Dipl.-Tierarzt, Tierärztliche Hochschule Wien
Promotion 1913 Dr. med. vet., Tierärztliche Hochschule Wien
Titel der Arbeit: Über Glukuronsäuren im Rinderharn.

akademische Selbstverwaltung:
1953-1955 Institutsdirektor
1955-1962 kommissarischer Institutsdirektor
Ehrungen:
1959 Verdienter Tierarzt
1961 Oberveterinärrat
1961 Goldenes Tierärztediplom, Tierärztliche Hochschule Wien
1963 Goldenes Doktordiplom, Tierärztliche Hochschule Wien
1963 Dr. agr. h. c., Univ. Rostock
Parteimitgliedschaften:
1920-1926 Deutsche Nationalpartei (DNP) (Tschechoslowakei)
1937-1938 Sudetendeutsche Partei (SdP)
1938-1945 NSDAP (Anwärter)
ab 1947 Liberal-Demokratische Partei Deutschlands (LDP)

Werke (Auswahl):
Mineral-, Wirk- und Fremdstoffe der Milch. Berlin 1964.
Gemeinsam mit Fiedler, Hermann: Euter, Milchbildung und Milchleistung. Berlin 1966 (= Bd. 17 Fortschrittsberichte für die Landwirtschaft).
Nährstoffe und andere Bestandteile der Milch. Berlin 1966 (= Bd. 18 Fortschrittsberichte für die Landwirtschaft).
Gemeinsam mit Fiedler, Hermann: Neue Erkenntnisse über Euter, Milchbestandteile und Milchgewinnung. Berlin 1971.

Quellen:
Personalakte Raimund Neseni, UAR; zusammengestellt von Änne Harms, Rostock
Gerber, Theophil: Persönlichkeiten aus Land- und Forstwirtschaft, Gartenbau und Veterinärmedizin. Bd. 2, 2. Aufl., Berlin 2004, S. 522.
weitere Literatur:
Heidler, G.: Prof. Dr. R. Neseni 75 Jahre alt. In: Tierzucht 17 (1963), S. 241-242.
Wandt, Bernhard: Ehrenpromotionen auf den Gebieten der Naturwissenschaften und der Technik an der Universität Rostock seit 1946. In: BGUR 10 (1987), S. 43-68, hier S. 50 f.
Deutsches Biographisches Archiv II 940,333. (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
22.02.2010, mglasow / 24.11.2022, rstephan

Biographie

Dokument:

Raimund Neseni wurde am 19.4.1888 in Böhmisch-Kamnitz (Kreis Tetschen-Bodenbach) als Sohn des Landwirtes Raimund Neseni und seiner Ehefrau Amalia (geb. Weigel) geboren. Nach dem Besuch der Volks- und Bürgerschule 1894–1902 war er seit 1902 Schüler an der Staatsrealschule in Leitmeritz und legte dort 1906 die Reifeprüfung ab. Anschließend ging er nach Wien, um dort bis 1910 an der Tierärztlichen Hochschule zu studieren. Hier erhielt er das tierärztliche Diplom am 10.3.1911. Zwei Monate später trat Neseni seinen aktiven Militärdienst in der österreichisch-ungarischen Armee an, hatte aber dennoch die Möglichkeit, 1913 mit seiner Arbeit "Über Glukuronsäuren im Rinderharn" an der Tierärztlichen Hochschule in Wien zu promovieren.

Im Februar 1919 kehrte Neseni als Kreistierarzt nach Tartlau (Rumänien, Kom. Kronstadt) zurück, übersiedelte aber umgehend mit seiner Familie in seine Heimatstadt Böhm.Kamnitz, um dort die Stelle des Gemeindetierarztes und ab 1920 die des Schlachthofdirektors zu übernehmen, welche er bis Ende September 1942 inne hatte. Aus dieser Zeit stammen zahlreiche Publikationen über Probleme der Seuchenbekämpfung und Lebensmittelhygiene. Am 1.7.1942 wurde Neseni zum ordentlichen Professor an der Landwirtschaftlichen Hochschule in Tetschen-Liebwerd (landwirtschaftliche Abteilung der Technischen Hochschule in Prag) ernannt und hielt dort die Vorlesungen über Anatomie und Physiologie der Haustiere, Tierheilkunde, Tierernährung und Fütterungslehre sowie vertretungsweise über Milchwirtschaft ab. Zu diesem Zeitpunkt war er bereits 10 Jahre als Lehrbeauftragter an der Landwirtschaftlichen Hochschule Tetschen-Liebwerd tätig gewesen.

Am 1.6.1945 schloss die Hochschule, so dass Raimund Neseni seines Dienstes enthoben wurde. Zunächst betrieb er eine Privatpraxis in Böhm.Kamnitz, wurde dann jedoch evakuiert und wanderte nach Bützow/Meckl. aus. Im Jahre 1948 berief ihn die damalige Zentralforschungsanstalt für Tierzucht in Dummerstorf als Leiter der Abteilung für Ernährungsphysiologie und Veterinärwesen. Nach der Übernahme von Lehraufträgen für Milchwirtschaft 1949 und Physiologie 1951 an der Landwirtschaftlichen Fakultät der Universität Rostock folgte er 1952 der Berufung zum Professor mit Lehrstuhl für Anatomie und Physiologie der Haustiere und wurde 1953 zum Direktor des Instituts für Anatomie und Physiologie der Haustiere der Universität Rostock ernannt, so dass er seine Tätigkeit in Dummerstorf lediglich nebenamtlich ausführte.

Prof. Raimund Neseni wurde am 1.9.1955 emeritiert, dennoch leitete er bis 1962 das Institut für Anatomie und Physiologie der Haustiere kommissarisch weiter und nahm die Ausbildung der Studenten als Lehrbeauftragter für Anatomie und Physiologie der Haustiere und Lehrauftrag für Milchwirtschaft wahr.
Raimund Neseni verstarb am 23.12.1970 im Alter von 82 Jahren in Rostock. Aus seiner Feder stammen 118 wissenschaftliche Publikationen, Handbucheinträge und Fortschrittsberichte, die eine erstaunliche Vielseitigkeit dokumentieren. Der Hauptteil seiner Arbeiten ist den Problemen der Milchgewinnung, der Ernährungsphysiologie und der Lebensmittelhygiene gewidmet.

1959 wurde Raimund Neseni mit dem Titel "Verdienter Tierarzt" geehrt. 1961 erhielt er den Titel des Oberveterinärarztes. Ebenfalls 1961 verlieh ihm seine Wiener Lehrstätte das Goldene Tierärztediplom und 1963 das Goldene Doktor-Diplom. Im selben Jahr zeichnete ihn die Universität Rostock mit dem Ehrendoktortitel Dr. agr. aus.
Neseni war von 1939 bis 1945 Mitglied der NSDAP, sowie im NSKK (Nationalsozialistischer Kraftfahrkorps) als Referent für Verkehr und im NSDB (Nationalsozialistischer Deutscher Dozentenbund) als Referent für Nachwuchsförderung tätig. Ab 1946 war er Mitglied des FDGB und seit 1947 Mitglied der LDP.

 
Änne Harms, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

Dokumente/Anhang

Anhang:
Raimund Neseni (Foto, 1955, UAR)
neseni_raimund_pic.jpg
(48.6 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
neseni_raimund_sig.jpg
(22.6 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Dokument (Biographischer Artikel von Änne Harms, 2010)
neseni_raimund_bio.html
(5.04 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)
Schriftenverzeichnis (1949, Personalakte, UAR)
neseni_raimund_bib.pdf
(391 KB) MD5 (keine Anzeige)