Schubel, Anne Lise

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Anne Lise Schubel" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002700
(abgerufen am 23.05.2026)

Schubel, Anne Lise

Prof. Dr. med. habil.
 
1958 Dozentin für Anatomie
1958-1959 Professorin mit vollem Lehrauftrag für Anatomie (mit der Wahrnehmung beauftragt)
(Vorgänger, Nachfolger)

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1958-1959 Medizinische Fakultät
Institut:
Anatomisches Institut
Lehr- und Forschungsgebiete:
vergleichenden Anatomie zu Hunde- und Wolfsschädeln, Glucose-Einschlüssen im Zentralnervensystem, Muskelspindeln
Fachgebiet:
44 Medizin


Namensvarianten:
geb. Kammradt
 weitere Vornamen:
Gertrud Helene
Lebensdaten:
geboren am 08.08.1907 in Greifswald
gestorben am 19.05.1988 in Stralsund
Familie:
Vater: Ernst Kammradt (1869-?), Postbeamter
Mutter: Lina Kammradt (1878-?)

Kurzbiographie:
1927 Abitur, Greifswald
1927-1932 Studium der Humanmedizin, Univ. Greifswald
1933 Medizinalpraktikantin im städtischen Krankenhaus Bremen und in Greifswald
1934-1951 Hilfsassistentin, Pathologisches Institut der Univ. Greifswald
1951-1954 Assistentin und Oberassistentin, Anatomisches Institut, Univ. Greifswald
1954-1956 Oberassistentin im Anatomischen Institut, Univ. Jena
1956-1959 Oberärztin, 1958 Dozentin und gleichzeitige Wahrnehmung der Professur für Anatomie am Anatomischen Institut, Univ. Rostock
1958-1969 Professorin mit Lehrstuhl für das Fachgebiet Anatomie, Univ. Greifswald
1968 vorzeitige Emeritierung
akademische Abschlüsse:
Studium 1932 Medizinisches Staatsexamen, Univ. Greifswald
Promotion 1937 Dr. med., Univ. Greifswald
Habilitation 1957 Dr. med. habil. (Anatomie), Univ. Jena
Titel der Arbeit: Die Area postrema des Menschen.

akademische Selbstverwaltung:
1956-1959 kommissarische Institutsdirektorin
Funktionen:
1959-1968 Direktorin des Anatomischen Instituts der Univ. Greifswald
Ehrungen:
1958 Hufeland-Medaille
1965 Hufelandmedaille in Gold
Lohmannmedaille

Werke (Auswahl):
Grundriss der Anatomie und Physiologie des Menschen. Einführung für mittlere medizinische Fachkräfte. Leipzig 1965, 5. Aufl. Berlin 1976.
Grundriss der Anatomie. Berlin 1979, 5. Aufl. 1988.

Quellen:
Personalakte Anne Lise Schubel, UAR; zusammengestellt von Pauline Wiebking, Rostock
weitere Literatur:
Reddemann, Hans: Zum Gedenken an Frau Professor Dr. Anne-Lise Schubel aus Anlaß ihres 100. Geburtstages. In: Ärzteblatt M-V 17 (2007) 8, S. 295. (Link öffnen externer Link)
Pfeiffer, Marianne: Biographie und wissenschaftliches Werk der Ordinarien am Anatomischen Institut zu Rostock von 1921 bis zur Gegenwart. Rostock 1969, S. 53-57.
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
12.04.2010, mglasow / 24.11.2022, rstephan

Biographie

Dokument:

Am 08.08.1907 wurde Anne Lise Kammradt als Tochter eines Postbeamten in Greifswald geboren. Nachdem sie 1927 ihr Abitur an der Kaiserin-Viktoria-Schule in Greifswald absolviert hatte, widmete sie sich dem Medizinstudium an der dortigen Universität. Im Anschluss an das medizinische Staatsexamen im Jahr 1932 war sie als Medizinalpraktikantin im städtischen Krankenhaus Bremen wie auch an der Universitäts-Ohrenklinik in Greifswald tätig.
Im September 1934 heiratete Anne Lise Kammradt Prof. Dr. Johannes Schubel, den späteren Direktor der Greifswalder Universitäts-HNO-Klinik und schenkte diesem bis zum Jahre 1943 fünf Kinder, die später alle eine ärztliche Laufbahn einschlugen. Im Jahre 1937 promovierte sie mit der Dissertation: "An Hand des Materials der Chirurgischen Klinik aus den letzten 20 Jahren soll festgestellt werden, ob bei chirurgischen Nierenerkrankungen die rechte oder die linke Seite vorzugsweise befallen wird und ob sich daraus Rückschlüsse auf die Entstehung der Natur der Krankheiten ziehen lassen". Im Jahre 1951 verstarb ihr Mann, Johannes Schubel, leider frühzeitig.

Anne Lise Schubel nahm die Arbeit wieder auf und arbeitete bis 1954 am Pathologischen wie auch am Anatomischen Institut der Universität ihrer Heimatstadt als Assistentin. Bevor sie 1956 als Oberärztin am Anatomischen Institut der Universität Rostock tätig war und gleichzeitig die kommissarische Leitung des Instituts übernahm, war sie als Oberassistentin im Anatomischen Institut Jena tätig. Nachdem sie ein Jahr später an der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit der Schrift über "Die Area postrema des Menschen" habilitierte, wurde Anne Lise Schubel 1958 zur Dozentin für das Fachgebiet Anatomie an der medizinischen Fakultät der Universität Rostock ernannt. Jedoch erfolgte schnell ein Wechsel an die Universität Greifswald, wo sie eine Professur mit Lehrstuhl für das Fachgebiet der Anatomie an der Medizinischen Fakultät der Ernst Moritz Arndt Universität erhielt und Direktorin des Anatomischen Instituts Greifswald war. Diese Tätigkeiten übte Frau Professor Dr. Schubel bis zu ihrer Emeritierung am 31. August im Jahre 1968 aus.

Sie arbeitete wissenschaftlich in der vergleichenden Anatomie zu Hunde- und Wolfsschädeln, zu den Glucose-Einschlüssen im ZNS und in den Muskelspindeln. Zwei ihrer bekanntesten Publikationen sind: "Grundriß der Anatomie und Physiologie des Menschen: Einführung für mittlere medizinische Fachkräfte" und "Grundriß der Anatomie". Weiterhin war sie Mitautorin am "Wörterbuch der Medizin". Als Anerkennung für ihre Lebensleitungen erhielt sie zweimal die Hufelandmedaille, davon einmal in Gold, und die Lohmannmedaille. Anne Lise Schubel verstarb am 19.05.1988 in Stralsund und wurde in Greifswald beigesetzt.

 
Pauline Wiebking, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

Dokumente/Anhang

Anhang:
Bild (Unterschrift)
schubel_anne_lise_sig.jpg
(19.8 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Dokument (Biographischer Artikel von Pauline Wiebking, 2010)
schubel_anne_lise_bio.html
(4.01 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)