| Vater: | Josef Pietruschka (1885-1959), Grubenarbeiter |
| Mutter: | Franziska Pietruschka (1892-1958) |
| 1934 | Abitur, Hindenburg (Ostschlesien) |
| 1934-1939 | Studium der Humanmedizin in Breslau, Berlin und Frankfurt am Main |
| 1939-1943 | Wehrmacht, Assistenzarzt, zuletzt Oberarzt der Reserve |
| 1943-1945 | Gefangennahme in Stalingrad; Lagerarzt im Kriegsgefangenenlager Oranki sowie in Jelabuga, dort jeweils stellv. Vorsitzender des "Nationalkomitees Freies Deutschland" (NKFD); 1944 Antifa-Schule Krassno-Gorsk, ab 1944 Leiter einer Einsatzgruppe des NKFD an der Front |
| 1945-1946 | Referent der Zentralverwaltung für das Gesundheitswesen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ) |
| 1946-1950 | stellv. Leiter des Landesgesundheitsamtes Mecklenburg und Schwerin |
| 1950-1957 | Univ.-Augenklinik Charité in Berlin, ab 1956 Dozent für Augenheilkunde |
| 1958-1979 | Professor für Augenheilkunde, Univ. Rostock |
| 1979 | Emeritierung |
| Studium | 1939 | Medizinisches Staatsexamen, Univ. Frankfurt am Main |
| Promotion | 1942 | Dr. med., Univ. Frankfurt am Main Titel der Arbeit: Klinische Beobachtungen bei der Lebercirrhose. |
| Habilitation | 1956 | Dr. med. habil. (Augenheilkunde), Humboldt-Univ. Berlin Titel der Arbeit: Klinische, klinische-experimentelle und statistische Untersuchungen zur Frage der Ätiologie und Pathogenese des primären Glaukoms. |
| 1958-1979 | Klinikdirektor |
| 1960-1966 | Prodekan für den wiss. Nachwuchs |
| 1966-1967 | Prodekan für Ausbildung und Erziehung |
| 1946-1950 | Vorsitzender der Gewerkschaft medizinischer Berufe |
| 1957-1958 | kommissarischer Direktor der Univ.-Augenklinik Charité Berlin |
| 1959-1979 | Vorsitzender der Arbeitsgruppe "Glaukom und Tonometrie" des Zentralen Arbeitskreises Ophthalmologie |
| ab 1960 | Vorsitzender der Mecklenburgischen Augenärztlichen Gesellschaft |
| 1973-1985 | Mitglied der Zentralen Fachkommission für Augenheilkunde an der Akademie für Ärztliche Fortbildung der DDR |
| ab 1976 | Redaktionsmitglied der "Folia Ophthalmologica" |
| 1957 | Ernst-Moritz-Arndt-Medaille |
| 1958 | Auszeichnung "Kämpfer gegen den Faschismus" |
| 1963 | Ehrennadel der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft in Gold |
| 1963 | Ehrennadel der Nationalen Front |
| 1964 | Verdienter Arzt des Volkes |
| 1966 | Vaterländischer Verdienstorden in Bronze |
| 1969 | Ehrenmitglied der Bulgarischen Augenärztlichen Gesellschaft |
| 1969 | Verleihung des Titels Obermedizinalrat |
| 1975 | Ehrennadel des Komitees des Antifaschistischen Widerstands |
| 1979 | Ehrenmitglied der Gesellschaft der Augenärzte der DDR |
| 1980 | Vaterländischer Verdienstorden in Silber |
| 1984 | Ehrenplakette der Gesellschaft der Augenärzte der DDR |
| Klinische Untersuchungen zur Frage der Ätiologie des primären Glaukoms. Aus der Universitäts-Augenklinik der Charité Berlin. Halle (Saale) 1959. |
| Das gesunde und das kranke Auge. Allgemeinverständliche Abhandlung aus dem Gebiet der Augenheilkunde. Berlin 1961. |
| Lehrbuch der Augenheilkunde. Leipzig 1963, 3. Aufl. 1976. |
| Unsere Augen, ihr Schutz und ihre Pflege. Berlin 1974. |
| Das Glaukom. Leipzig 1976. |
| Ophthalmologie. Leipzig 1977. |
| Ophthalmologie für Stomatologen. Leipzig 1982. |
| Personalakte Georg Pietruschka, UAR |
| Albrecht, Günter; Hartwig, Wolfgang (Hg.): Ärzte. Erinnerungen, Erlebnisse, Bekenntnisse. Berlin 1988, S. 484-486. |
| Busch, Reinhold: Die Ärzte von Stalingrad. Teil3, Stalingrad: zurück aus der Hölle. Berlin 2006, S. 1131-1164. |
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GND: 142355046
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Geboren wurde Georg Pietruschka am 28.04.1914 in Radoschau (Oberschlesien). Der Vater Josef Pietruschka war als Grubenarbeiter und Kaufmann tätig, die Mutter Franziska als Hausfrau. Von 1920 bis 1924 nahm Georg Pietruschka am Unterricht der Volksschule teil. Seinen Abschluss mit Reifeprüfung legte er 1934 an der Oberrealschule in Hindenburg (Ostschlesien) ab, welche er seit 1924 besucht hatte. Im Anschluss daran begann er sein Studium der Medizin an den Universitäten von Breslau, Berlin und Frankfurt am Main, wo er 1939 sein Staatsexamen ablegte und approbiert wurde. Im gleichen Jahr trat Pietruschka der deutschen Wehrmacht als Soldat und Assistenzarzt bei. Bis 1940 war er in dieser Eigenschaft an der Universitätsklinik Jena vor Ort. Ab 1941 wurde er auch in Feldlazaretten der Wehrmacht eingesetzt. In dieser Zeit promovierte Pietruschka außerdem mit seiner Arbeit "Klinische Beobachtungen bei der Lebercirrhose" an der Universität Frankfurt am Main. Sein Einsatz als Oberarzt der Reserve an der Front brachte ihn später in die Sowjetunion, wo er nach der Schlacht um Stalingrad 1943 in Gefangenschaft geriet. Dort war er in den Kriegsgefangenenlagern Oranki und Jelabuga als Lagerarzt tätig. Er schloss sich hier jeweils der Antifa-Bewegung an und war an der Gründung des "Nationalkomitees Freies Deutschland" beteiligt. In Oranki sowie in Jelabuga war er stellvertretender Leiter der Offiziersgruppe des Nationalkomitees, nahm im Frühjahr 1944 an einem Lehrgang an der zentralen Antifa-Schule in Krasnogorsk teil und war danach Leiter einer NKFD-Einsatzgruppe an der Front, mit der er Anfang Mai 1945 infolge der Kapitulation nach Deutschland zurückkehrte. Die Erlebnisse der Gefangennahme und der Tätigkeit im NKFD hielt Georg Pietruschka in einem autobiografischen Bericht fest.[1] Aufgrund seiner politischen Einstellung und vor allem seines medizinischen Wissens baute Georg Pietruschka zunächst das Gesundheitswesen in Mecklenburg mit auf. Von 1945–1946 als Referent der Zentralverwaltung für das Gesundheitswesen der Sowjetischen Besatzungszone (SBZ), im Anschluss als stellvertretender Leiter des Landesgesundheitsamts von Mecklenburg und Schwerin bis 1950. In diesem Jahr ging er für die Weiterbildung zum Augenarzt an die Charité in Berlin. Seine Habilitation erfolgte dort 1956. Thema seiner Habilschrift war "Klinische, klinische-experimentelle und statistische Untersuchungen zur Frage der Ätiologie und Pathogenese des primären Glaukoms". Hiernach arbeitete er als Oberarzt und Dozent an der Charité. Von 1957 bis 1958 gar als kommissarischer Direktor der dortigen Universitäts-Augenklinik. An die Universität Rostock wurde Georg Pietruschka als Professor mit Lehrauftrag für das Fachgebiet Augenheilkunde der Medizinischen Fakultät und Direktor der Augenklinik 1958 berufen. Ab 1960 war er Professor mit vollem Lehrauftrag und ab 1961 bis 1969 mit Lehrstuhl für dieses Fachgebiet. Von hier an bis zu seiner Abberufung 1979 arbeitete Pietruschka als ordentlicher Professor für Augenheilkunde an der Universität Rostock. In der Akademischen Selbstverwaltung war er zudem von 1960–1967 für den wissenschaftlichen Nachwuchs bzw. für die Klärung von Problemen der Ausbildung und Erziehung im graduellen und postgraduellen Bereich der Medizinischen Fakultät als Prodekan verantwortlich. Seine Berufung zum Direktor der Augenklinik übte er von dem Tag seiner Anstellung bis zum Jahr seines Abschieds von der Universität aus. Georg Pietruschkas Forschungsschwerpunkt und Fachbereich war die Ophthalmologie, im speziellen die Glaukomforschung, was sich auch in seinen wissenschaftlichen Mitgliedschaften ausdrückt. Von 1959 – 1979 hatte er den Vorsitz der Arbeitsgruppe "Glaukom und Tonometrie" des Zentralen Arbeitskreises Ophthalmologie inne. Des Weiteren war er zwischen 1973 – 1985 Mitglied der Zentralen Fachkommission für Augenheilkunde an der Akademie für Ärztliche Fortbildung der DDR. Georg Pietruschka nahm ebenfalls am gesellschaftlichen Leben in der DDR rege teil. So war er von 1946 bis 1950 Vorsitzender der Gewerkschaft medizinischer Berufe. In dem Jahr 1946 trat er der Partei der SED sowie dem FDGB bei. Ein Jahr später wurde er Mitglied der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische-Freundschaft (DSF), deren Vorsitz des Bezirksvorstandes er zwischen 1962 und 1972 ausübte. Aufgrund seines wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Engagements in der DDR erhielt Georg Pietruschka zahlreiche Auszeichnungen. So wurden ihm 1957 die Ernst-Moritz-Arndt-Medaille, 1958 die Auszeichnung „Kämpfer gegen den Faschismus“ sowie 1963 die Ehrennadeln der Gesellschaft für Deutsch-Sowjetische Freundschaft und der Nationalen Front überreicht. 1964 erhielt er die Auszeichnung "Verdienter Arzt des Volkes". Er wurde 1969 weiterhin mit den Titeln des Doktor der Wissenschaft (sc.) und des Obermedizinalrats ausgezeichnet. Im gleichen Jahr wurde Pietruschka die Ehrenmitgliedschaft der Bulgarischen Augenärztlichen Gesellschaft, zehn Jahr später die der Gesellschaft der Augenärzte der DDR, zu teil. 1980 erhielt er den "Vaterländischer Verdienstorden in Silber", welchen er bereits 1966 in Bronze überreicht bekommen hatte. Seine letzte größere Auszeichnung fand in Form der Ehrenplakette der Gesellschaft der Augenärzte der DDR 1984 seine Anerkennung. In seinem Ruhestand setzte sich Pietruschka vermehrt mit Lyrik auseinander, so dass er 1992 einen Band von ausgewählten Gedichten, die er in seinem langen Medizinerleben nebenher aufgenommen hatte, mit dem Titel "Ein Wort Unsterblichkeit" veröffentlichte. Am 28.10.1994 verstarb der mit Rostock und der hiesigen Universität verwurzelte Georg Pietruschka achtzigjährig in der Ostseestadt. [1]Pietruschka, Georg: Wiederbegegnung mit Wolgograd – Erinnerungen an die Schlacht um Stalingrad, in: Albrecht, Günter; Hartwig, Wolfgang (Hg.): Ärzte. Erinnerungen, Erlebnisse, Bekenntnisse. Berlin 1988, S. 118-148. |
| Georg Pietruschka (Foto, 1958, UAR) | |
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| Georg Pietruschka (Foto, ohne Jahr, UAR) | |
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| Bild (Unterschrift) | |
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| Dokument (Biographischer Artikel von Christian Kersten (2010)) | |
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