Cosack, Harald

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Harald Cosack" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00002745
(abgerufen am 27.05.2026)

Cosack, Harald

Prof. Dr. phil.
 
1947-1951 Professor mit vollem Lehrauftrag für Geschichte der Länder des Ostens
cosack_harald_pic.jpg

(Langeintrag)

Katalogeintrag

Fakultät:
1947-1951 Gesellschaftswissenschaftliche Fakultät
Institut:
Institut für Soziologie und Geschichte der sozialen Bewegung
Lehr- und Forschungsgebiete:
Russische Geschichte, Sprache und Literatur
Fachgebiet:
15 Geschichte
18.50 Slawische Sprachen und Literaturen: Allgemeines


 weitere Vornamen:
Hugo
Lebensdaten:
geboren am 06.12.1880 in Pernau (Estland)
gestorben am 23.06.1960 in Rostock
 Konfession:
keine
Familie:
Vater: Eduard Cosack (1850-1899), Oberlehrer
Mutter: Helene Cosack (1859-1935), geb. Steinle

Kurzbiographie:
1898 Abitur, Pernau
1898-1899 Hauslehrer, Kardina (Estland)
1899-1904 Studium der Chemie, Rechtswissenschaft, Germanistik, Univ. Dorpat (Estland)
1904-1909 Oberlehrer, Taschkent (Usbekistan)
1909-1914 Studium der Geschichte, Slawistik, Philosophie, Univ. Berlin
1915-1920 Leiter der russischen Abteilung des Deutschen Orient-Instituts, Berlin
1920-1922 Leiter eines Flüchtlingsheims vom Deutschen Roten Kreuz, Berlin
1923-1924 wiss. Hilfsarbeiter, Univ.-Bibliothek Breslau
1924-1930 wiss. Assistent am Osteuropa-Institut, Breslau
1930-1931 stellv. Lektor für Russisch, Univ. Breslau
1931-1933 Stipendiat, Ministerium für Wissenschaften, Kunst und Volksbildung, Berlin
1934-1947 Bibliothekar, ab 1945 Treuhänder an der Publikationsstelle beim Preußischen Geheimen Staatsarchiv, Berlin und ab 1945 Coburg (Bayern) (umfangreiche Übersetzertätigkeit)
1947-1951 Professor, Univ. Rostock
1951 Emeritierung
akademische Abschlüsse:
Studium 1902 Staatsexamen für die deutsche Sprache, Univ. St. Petersburg
Promotion 1923 Dr. phil., Univ. Berlin
Titel der Arbeit: Livland und Russland zur Zeit des Ordensmeisters Johann Freitag.

Parteimitgliedschaften:
1931-1933 KPD
ab 1946 SED


Quellen:
Personalakte Harald Cosack, UAR
Lenz, Wilhelm (Hg.): Deutschbaltisches biographisches Lexikon. 1710-1960. Köln u. a. 1970, S. 150-151.
weitere Literatur:
Deutsches Biographisches Archiv II 238, 158-159. (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1945-1990

eingestellt / geändert:
12.07.2010, nhapp / 24.11.2022, rstephan

Biographie

Dokument:

Harald Hugo Cosack wurde am 26.12.1880 als Sohn des Oberlehrers für Geographie und Geschichte, Eduard Cosack und seiner Frau Helene, die ursprünglich aus Coburg stammte, in Pernau in Estland geboren. Im Mai 1898 legte er erfolgreich in seiner Heimatstadt das Abitur ab und nachdem er ein Jahr lang als Hauslehrer auf einem Gut in Kardina in Estland gearbeitet hatte, studierte ab 1899 an der Universität Dorpat Chemie, Rechtswissenschaft und Germanistik. 1902 legte er dann an der St. Petersburger Universität die staatliche Prüfung als Oberlehrer der deutschen Sprache ab. So arbeitete er bis 1909 als Oberlehrer und Studienrat an einer Realschule in Taschkent, der Hauptstadt Usbekistans. Bereits 1904 hatte er seine Frau Anna geheiratet und zusammen mit ihr und den Kindern verließ er 1909 Taschkent und ging nach Berlin. Dort begann er dann ein erneutes Studium der Fächer Geschichte, Slawistik und Philosophie, außerdem setzte er seine germanistischen Studien fort. Dabei hatte er die Absicht nach seinem Abschluss nach Moskau zurückzukehren um an einer deutschen Schule zu arbeiten.

Während dieser Zeit veröffentlichte er auch drei wissenschaftliche Artikel, der erste Weltkrieg verhinderte jedoch den Abschluss einer vierten Arbeit. Aufgrund von wirtschaftlichen Problemen in der damaligen Sowjetunion wollte Harald Cosack jedoch nicht nach Moskau zurück, sondern er übernahm 1915 eine Stelle als Leiter der russischen Abteilung am Deutschen Orient-Institut in Berlin, an dem er bis 1920 arbeitete. In dieser Zeit veröffentlichte er einige Artikel in der Zeitschrift „Der neue Orient“. Mit dem Sieg der proletarischen Revolution hatte er sein Vermögen in Russland verloren und in Deutschland herrschte zu dieser Zeit das Elend und die Armut der Nachkriegszeit, daraufhin entschied er sich zusammen mit seiner Frau das Amt als Leiter eines Flüchtlingsheims vom Deutschen Roten Kreuz in Berlin zu übernehmen, wo bis 1923 arbeitete. 1923 absolvierte er zudem seine Doktorprüfung. Er promovierte mit der Arbeit "Livland und Russland zur Zeit des Ordensmeisters Johann Freitag".

Daraufhin bemühte er sich um ein Lektorat an einer deutschen Universität, da jedoch kein Platz frei war, wurde er von 1923 bis 1924 als wissenschaftlicher Mitarbeiter an die Universität nach Breslau geschickt. 1924 bot man ihm dann am Osteuropa-Institut in Breslau die Fortführung der "Osteuropäischen Bibliographie" und der russischen Sprachkurse an. Im Wintersemester 1930/31 und im Sommersemester 1931 wirkte er als stellvertretender Lektor für Russisch an der Universität Breslau, doch da bereits zu diesem Zeitpunkt das Dritte Reich seine Schatten vorauswarf, wurde seine geplante Habilitation mit den Worten "Wir wollen kein akademisches Proletariat" (Lebenslauf von 1948, Personalakte, UAR) vom Dekan der philosophischen Fakultät abgelehnt, denn Cosack zeigt offen seine politische Einstellung als Kommunist. Daraufhin wurde auch sein Stipendium, welches er von 1931 bis 1933 erhielt, gestrichen. So wurde er ab 1934 Bibliothekar beim Preußischen Geheimen Staatsarchiv in der Publikationsstelle in Berlin-Dahlem, wo er eine umfangreiche Übersetzertätigkeit übernahm. Während des Krieges wurde das Institut nach Coburg ausgelagert.

Ab dem Juli 1946 bis August 1947 war er vom Bayrischen Landesamt für Vermögensverwaltung und Wiedergutmachung mit der Treuhandschaft des Instituts beauftragt. Nach seiner Entlassung kam er nach Berlin und er erhielt die Berufung an die gesellschaftswissenschaftliche Fakultät der Universität Rostock als Professor mit vollem Lehrauftrag zum Wintersemester 1947/48. Am Institut für Soziologie und Geschichte der sozialen Bewegung arbeitete er im Forschungsgebiet der Geschichte, Sprache und Literatur der Länder Osteuropas und Russlands. Durch den Verlust seiner Frau begann er jedoch erst im Sommersemester 1948 mit seiner Lehrtätigkeit. 1951 wurde er emeritiert und ging in den Ruhestand. Im Alter von 79 Jahren verstarb Prof. Dr. phil. Harald Hugo Cosack am 23.06.1960 in Rostock.

 
Martin Kröppelien, Studentenbeitrag aus dem Jahr 2010.

Dokumente/Anhang

Anhang:
Harald Cosack (Foto, 1949, UAR)
cosack_harald_pic.jpg
(51.6 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
cosack_harald_sig.jpg
(24.0 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Lebenslauf (1948, Personalakte, UAR)
cosack_harald_cv.pdf
(483 KB) MD5 (keine Anzeige)
Dokument (Biographischer Artikel von Martin Kröppelien (2010))
cosack_harald_bio.html
(5.25 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)