Hegel, Karl (von)

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Empfohlene Zitierweise:
Eintrag von "Karl (von) Hegel" im Catalogus Professorum Rostochiensium,
https://purl.uni-rostock.de/cpr/00000506
(abgerufen am 07.03.2026)

Hegel, Karl (von)

 
 
1841-1848 ao. Professor der Geschichte
1848-1856 o. Professor der Geschichte und Politik
(Vorgänger, Nachfolger)
hegel_carl_pic.jpg

(Langeintrag)

catalogue entry

Fakultät:
1841-1856 Philosophische Fakultät
Fachgebiet:
15 Geschichte


 weitere Vornamen:
Friedrich Wilhelm Karl
Lebensdaten:
geboren am 07.06.1813 in Nürnberg
gestorben am 05.12.1901 in Erlangen
 Konfession:
evangelisch
Familie:
Vater: Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770-1831), Philosoph und Professor
Mutter: Marie Helena Susanna Hegel (1791-1855), geb. von Tucher

Kurzbiographie:
1830 Abitur, Berlin
1830-1837 Studium der Philosophie und Geschichte, Univ. Berlin, Heidelberg
1838-1839 Studienreise durch Italien
1839-1841 Hilfslehrer, Berlin
1841-1856 Professor, Univ. Rostock
1856-1901 o. Professor für Geschichte, Univ. Erlangen
akademische Abschlüsse:
Promotion 1837 Dr. phil., Univ. Berlin
Titel der Arbeit: De Aristotele et Alexandro Magno.

akademische Selbstverwaltung:
1854 Rektor
1855 Rektor
Funktionen:
1848-1849 Redakteur der Mecklenburgischen Zeitung
1850 Mitglied des Erfurter Unionsparlaments für Mecklenburg
1870-1871 Prorektor, Univ. Erlangen
ab 1875 Mitglied der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae Historica
weitere Mitgliedschaften:
Akademie der Wissenschaften zu Berlin
Bayerische Akademie der Wissenschaften
Akademie der Wissenschaften zu Göttingen
korrespondierendes Mitglied der Kaiserliche Akademie der Wissenschaften zu Wien
Ehrungen:
1867 Dr. h. c., Univ. Halle-Wittenberg
1872 Michaelsorden
1876 Maximiliansorden für Wissenschaft und Kunst
1889 Ritterkreuz des Königlich-Bayerischen Verdienstordens
1893 Königlicher Geheimer Rat

Werke (Auswahl):
Geschichte der Städteverfassung von Italien. Seit der Zeit der römischen Herrschaft bis zum Ausgang des 12. Jahrhunderts. 2 Bde., Leipzig 1847.
Geschichte der mecklenburgischen Landstände bis zum Jahr 1555. Rostock 1856.
Über den historischen Werth der älteren Dante-Commentare. Leipzig 1878.
Städte und Gilden der germanischen Völker im Mittelalter. 2 Bde., Leipzig 1891.
Die Entstehung des deutschen Städtewesens. Leipzig 1898.

Quellen:
Personalakte Karl Hegel, UAR
Neuhaus, Helmut (Hg.): Karl Hegel. Historiker im 19. Jahrhundert. Erlangen, Jena 2001.
Kreis, Marion: Karl Hegel. Geschichtswissenschaftliche Bedeutung und wissenschaftsgeschichtlicher Standort. Göttingen 2012.
weitere Literatur:
Neuhaus, Helmut: Karl Hegels Gedenkbuch. Lebenschronik eines Gelehrten des 19. Jahrhunderts. Köln (u.a.) 2013.
Deutsches Biographisches Archiv I 494,296; II 542,417-429; III 365,319-323 (WBIS) (Link öffnen externer Link)
Internet-Ressourcen:
Einordnung:
Epoche 1827-1918

eingestellt / geändert:
10.11.2010, klabahn / 17.11.2022, administrator

bibliography

Dokument:

Geboren am 7. Juni 1813 zu Nürnberg als Sohn des Philosophen G.W.F. Hegel (1770-1831), studierte er von 1831 bis 1836 Theologie, Philosophie und Geschichte in Berlin und Heidelberg. Im Jahr 1837 wurde er in Berlin aufgrund einer Arbeit über Alexander den Großen und Aristoteles zum Dr. phil. promoviert. Anschließend unternahm er eine Bildungsreise nach Italien, die ihm die Basis für das die Lehrmeinung umstoßende Werk zur "Geschichte der Städteverfassung von Italien" (1847) lieferte. Der Ruf nach Rostock als Professor für Geschichte zum Wintersemester 1841/42 ermöglichte ihm den Abschied aus dem höheren Schuldienst Preußens. Zum Sommersemester 1849 wurde er, unter Erweiterung des Lehrgebiets um die Politik, Ordinarius. In der mecklenburgischen Verfassungsdiskussion auf konstitutioneller Seite engagiert, übernahm er 1848/49 auf Wunsch der Regierung die Herausgabe der "Mecklenburgischen Zeitung" in Schwerin. Am Erfurter Unionsreichstag im Jahr 1850 nahm Hegel als Abgeordneter für Schwerin teil. Die Aufhebung des Mecklenburg-Schwerinschen Staatsgrundgesetzes von 1849 und die Rückkehr zur Landständischen Verfassung trafen Hegels liberale Grundpositionen. Wegen seiner Stellung zur Revolutionszeit fühlte er sich mißachtet. So nahm er 1856 den Ruf auf ein Ordinariat in Erlangen an und kehrte in die fränkische Heimat seiner Vorfahren zurück. Aufschluß über seine Haltung gibt sein "Abschiedsgruß" an Rostock, die Rektoratsrede zur "Geschichte der Mecklenburgischen Landstände bis 1555". Die genannte italienische Arbeit prädestinierte Hegel zur Städteforschung. Als Lebensleistung, neben etlichen Monographien, rangieren die "Chroniken der deutschen Städte": Die 1858 begründete Editionsreihe der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften umfaßte bei Hegels Tod (Erlangen 6. Dezember 1901) 28 Bände. Als Mitglied mehrerer Akademien und der Zentraldirektion der Monumenta Germaniae historica gehörte der 1891 geadelte, 1893 zum Geheimrat ernannte Gelehrte zu den angesehensten Historikern seiner Zeit.

Niklot Klüßendorf

aus: Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Universität Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 149.


Dokumente/Anhang

Anhang:
Karl (von) Hegel (Foto, ohne Jahr, UAR)
hegel_carl_pic.jpg
(66.0 KB) MD5 (als Portrait anzeigen)
Bild (Unterschrift)
hegel_carl_sig.jpg
(42.6 KB) MD5 (als Unterschrift anzeigen)
Falkenberg, Paul: Die Professoren der Universität Rostock von 1600 bis 1900. Manuskript um 1900, S. 361 (UAR).
falkenberg_albumprof__p0361.jpg
(492 KB) MD5 (keine Anzeige)
Biographie (Hartwig, Angela; Schmidt, Tilmann (Hg.): Die Rektoren der Univ. Rostock 1419-2000. Rostock 2000 (BGUR 23), S. 149)
hegel_karl_bgur23.html
(2.42 KB) MD5 (als Biogr. Artikel anzeigen)